https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/issue/feed Soziologie und Nachhaltigkeit 2020-09-16T15:23:25+02:00 Niklas Haarbusch, M.A. sun.redaktion@uni-muenster.de Open Journal Systems <p>Das Open-Access-Journal <em>Soziologie und Nachhaltigkeit – Beiträge zur sozial-ökologischen Transformationsforschung (SuN)</em> wird seit Juli 2015 vom <a class="int" href="https://www.uni-muenster.de/Soziologie/organisation/arbeitsgruppen/gemeinsam-nachhaltig.shtml">Arbeitskreis Gemeinschafts- und Nachhaltigkeitsforschung</a> am Institut für Soziologie der Universität Münster herausgegeben, um soziologische und sozialwissenschaftliche Perspektiven in der Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung zu bündeln und zu fördern. Das Journal richtet sich in erster Linie an Soziolog*innen, Sozialwissenschaftler*innen und Nachhaltigkeitsforscher*innen, die zu Fragen einer sozial-ökologischen Transformation forschen und lehren.</p> <p>Die <em>SuN</em> veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Call for Papers, um thematische Schwerpunkte zu setzen und Debatten in der Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung anzustoßen. Neben Beiträgen, die auf diese Calls reagieren, werden auch freie Beiträge veröffentlicht. Die Qualität der publizierten Artikel wird durch ein <a href="https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/review">Peer-Review-Verfahren</a> sichergestellt. Darüber hinaus veröffentlicht die <em>SuN</em> in unregelmäßigen Abständen programmatische Sonderausgaben zum soziologischen Nachhaltigkeitsdiskurs. Alle in der <em>SuN</em> veröffentlichten Beiträge sind als Creative Commons lizensiert und online frei verfügbar.</p> https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/article/view/2936 Editorial 2020-08-11T15:05:11+02:00 Benjamin Görgen benjamin.goergen@uni-muenster.de Matthias Grundmann matthias.grundmann@uni-muenster.de Niklas Haarbusch n_haar02@uni-muenster.de Dieter Hoffmeister hoffmed@uni-muenster.de Björn Wendt bjoern.wendt@uni-muenster.de <p>Im Zentrum dieses Sonderbandes stehen gesellschaftliche Transformationspotenziale, die sich trotz oder gerade wegen der Corona-Pandemie ergeben haben. Angefragt haben die Herausgeber dabei Soziolog*innen, die sich in den letzten Jahren an den wissenschaftlichen Debatten um die Nachhaltigkeitsfrage beteiligt haben. Wir verstehen die im Band versammelten Beiträge dabei weniger als in sich geschlossene Deutungsangebote, denn vielmehr als offene, vielfältige und kontroverse Auftaktbeiträge für eine größere soziologische Debatte, als Skizzen mit Verweisungsangeboten in einer Zeit, von der niemand weiß, wann und wie sie enden wird und welche Folgen für uns alle bleiben werden.</p> 2020-08-11T00:00:00+02:00 ##submission.copyrightStatement## https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/article/view/2937 Nachhaltigkeitsperspektiven in der (Post-)Corona Welt 2020-08-25T17:10:31+02:00 Karl-Werner Brand post@src-brand.de <p>Der Beitrag geht der Frage nach, wie die Corona-Krise den Nachhaltigkeitsprozess transformiert. Die Effekte der Corona-Krise werden dabei im Kontext der verschiedenen, sich derzeit überlagernden globalen Krisen und Umbruchsprozesse diskutiert. Wie verknüpfen sich die Corona-Effekte mit diesen Umbruchsdynamiken, welche Entwicklungen werden beschleunigt, welche gebremst, welche neu gerahmt? Die zentrale These ist, dass Corona eine Verschiebung gesellschaftlicher Wahrnehmungsmuster bewirkt, die zur Herausbildung neuer „Resilienzregime“ führt. Damit ist auch eine Neurahmung des Nachhaltigkeitsverständnisses verbunden. Die zentralen gesellschaftlichen Konflikte werden in den kommenden Jahren auf diesem neuen Diskursterrain ausgetragen, sie werden zu „Resilienzkonflikten“.</p> <p>The article explores the question of how the corona crisis is transforming sustainability processes. The effects of the corona crisis are discussed in the context of the multiple crisis and structural transformations which the world system is running through at the moment. How are the corona effects linked to these dynamics, which developments are accelerated, which are slowed down, which are framed anew? The central thesis is that the experience of the Corona crisis shifts the societal perception of reality, creates a higher awareness for the overall threats and vulnerability of present life which enforces the formation of „ resilience regimes“. This is also associated with a new framing of the understanding of sustainability. In the coming years central political disputes will be carried on in the field of „resilience conflicts“.</p> 2020-08-11T00:00:00+02:00 ##submission.copyrightStatement## https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/article/view/2938 Am Ende der Expansionsgesellschaft? 2020-08-25T17:10:29+02:00 Georg Jochum g.jochum@tum.de <p>In dem Beitrag wird argumentiert, dass die Coronapandemie und andere neuere Epidemien als nichtintendierte Nebenfolgen des expansiven Vordringens der technisch-kapitalistischen Zivilisation in Naturräume zu interpretieren sind. Durch die ‚kolonisierende‘ Rekonfiguration des ökologischen Netzes des Lebens und die Reduktion der Biodiversität wird das Risiko der Übertragung von Viren von Tieren auf Menschen erhöht. Ein historischer Rückblick zeigt, dass ähnliche Prozesse die menschliche Zivilisationsgeschichte stets begleiteten und mit Herausbildung der modernen Expansionsgesellschaft im 16. Jahrhundert die Kolonisierung der Natur forciert wurde. Die hiermit verbundene kapitalistisch-technische Landnahme des Netzes des Lebens gerät aktuell in eine umfassende sozial-ökologische Krise. Es wird eine Nicht-Nachhaltigkeit der modernen Expansionsgesellschaft und deren koloniales Naturverhältnis erkennbar, wie auch die Coronakrise exemplarisch deutlich macht. Um die Zunahme derartiger Krisen zu vermeiden ist eine sozial-ökologische Transformation notwendig, welche mit der Entwicklung eines postkolonialen Naturverhältnisses verbunden ist und den Übergang in eine nachhaltige Integrationsgesellschaft einleitet.</p> <p>The article argues that the coronavirus-pandemic and other recent epidemics can be interpreted as unintended side effects of the expansive penetration of technical-capitalist civilization into natural areas. The ‚colonizing‘ reconfiguration of the ecological web of life and the reduction in biodiversity increase the risk of viruses being transmitted from animals to humans. A historical review makes it clear that similar processes have accompanied human civilization history and that the colonization of nature has been accelerated since the modern expanding society developed in the 16th century. The associated capitalist-technical appropriation of the web of life is currently experiencing a comprehensive social-ecological crisis. The corona crisis also exemplifies the unsustainability of the modern expanding society and its colonial relationship with nature. In order to avoid the increase in such crises, a social-ecological transformation is necessary, which is connected with the development of a post-colonial relationship with nature and initiates the transition to a sustainable integration- society.</p> 2020-08-11T00:00:00+02:00 ##submission.copyrightStatement## https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/article/view/2939 Corona-Test für die Gesellschaft 2020-08-25T17:10:25+02:00 Anna Henkel anna.henkel@uni-passau.de <p>Pandemiegefahr, globale Veränderung des Klimas oder Verschmutzung der Ozeane – bis vor kurzem wurden Probleme wie diese aufgrund ihrer zeitlichen und räumlichen Ferne gleichermaßen als wenig dringlich erlebt. Mit Corona ist ein derart Fernes zu einer sich plötzlich massiv aufdrängenden Gefährdung geworden. Corona lässt sich daher aus Perspektive einer materialitätstheoretisch erweiterten Systemtheorie als Stresstest für die Gesellschaft betrachten: Zunächst wird ausgeführt, wie Gesellschaft generell und wie speziell die funktional differenzierte Gesellschaft zu dem steht, was für sie die Außenwelt ist. Darauf beruht eine Analyse der gesellschaftlichen Reaktion auf Corona, an die eine Diskussion der Konsequenzen aus dieser nahen für aktuell noch ferne Gefährdungen anschließt. Corona als Test betrachtet zeigt dann drei zentrale Probleme, aus denen für den Umgang mit unter dem Stichwort Nachhaltigkeit diskutierten Gefährdungen Schlussfolgerungen gezogen werden können. Erforderlich sind demnach die Absicherung funktionaler Differenzierung, die Berücksichtigung von Rückkopplungsverhältnissen und die Einbeziehung „autonomer Immaterialität“ als zusätzlicher Form struktureller Kopplung.</p> <p>The danger of a pandemic, global climate change oder polution of the ozeans – until lately problems such as these were equally perceived as rather far away and accordingly non-pressing challenges. With Corona, something far suddenly become urgently close. From the perspective of a materiality-informed theory of social systems, Corona can be observed as a stress-test for society: After the introduction, the relationship of society generally and the functionally differentiated society in particular to it’s outer sphere is discussed. This perspective is applied in the following analysis of the societal reactions to corona. A discussion of consequences of this suddenly close to still far-away dangers closes the paper. Corona as a test hints to three relevant problems that can be learned from for dealing with challenges discussed under the label of sustainability. Required are the protection of functional differentiation, the closer consideration of back-coupling and the admission to „autonomous immateriality“ as a further form of sturctual coupling.&nbsp;</p> 2020-08-11T00:00:00+02:00 ##submission.copyrightStatement## https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/article/view/2940 Angst ohne Vision 2020-08-25T17:10:22+02:00 Bernhard Gill Bernhard.Gill@soziologie.uni-muenchen.de <p>Inspiriert durch die Cultural Theory der Sozialanthropologin Mary Douglas geht der Beitrag der Frage nach, welche Gesellschaftsbilder und Naturvorstellungen hintergründig die Kontroverse um den Corona-Alarm prägen. Im ersten Schritt wird die wissenschaftliche Kontroverse und ihre selektive Darstellung in den Medien skizziert. Im zweiten Schritt geht der Beitrag der Frage nach, inwieweit kollektivistische Gesellschaftsideale den Alarm und die daraus abgeleiteten Maßnahmen begründen. Im dritten Schritt wird die Rolle von Technikvertrauen beleuchtet. Im Ergebnis zeigt sich, dass sich die breite politische Unterstützung des Corona-Alarms aus einer überraschenden Konvergenz ergibt: Einerseits werden links-grüne Vorstellungen des Naturvertrauens und des Technologieskeptizismus über Bord geworfen, andererseits werden von Seiten der konservativen Parteien viele der bis dahin geltenden neoliberalen Prinzipien aufgegeben. Doch dieses Bündnis ist von bloß regressiver Angst vor Leiden und Tod getrieben. Es hat, anders als die Hygienebewegung im 19. Jahrhundert und die Umweltbewegung im 20. Jahrhundert, keine Vision und kein progressives Projekt, auf die sich die Angst längerfristig motivierend und produktiv lenken ließe.</p> <p>Inspired by the Cultural Theory of Mary Douglas, a social anthropologist, the contribution explores the question which concepts of society and nature are latently motivating the controversy over the Corona alarm. The first step is to outline the scientific controversy and its selective presentation in the media. In a second step, the contribution examines the question of the extent to which collectivist ideals of society justify the alarm and the measures derived from it. In the third step, the role of trust in technology is examined. The conclusion shows that the broad political support for the Corona alarm results from a surprising convergence: On the one hand, left-green ideas of trust in nature and scepticism towards technology are thrown overboard, while on the other hand, many of the neoliberal principles that had been formerly in place are being abandoned by the conservative parties. But this alliance is driven by a merely regressive fear of suffering and death. Unlike the hygiene movement in the 19th century and the environmental movement in the 20th century, it has no vision and no progressive project to which in the long run the fear could be directed in a motivating and productive perspective.&nbsp;</p> 2020-08-11T00:00:00+02:00 ##submission.copyrightStatement## https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/article/view/2941 Das pandemische Unverfügbarwerden von Welt 2020-08-25T17:10:19+02:00 Katharina Block katharina.block@uni-oldenburg.de Michael Ernst-Heidenreich mic-ernst@uni-koblenz.de <p>Die andauernde SARS-CoV-2-Pandemie konfrontiert uns in mehrfacher Hinsicht mit Erfahrungen des Unverfügbarwerdens von Welt. Die Rede vom Unverfügbarwerden im Kontext der Pandemie legt eine tiefgreifende Zäsur jenseits des Aspekts akuter Krisenhaftigkeit offen. Während das Projekt der Moderne uns einem Zustand vollständiger menschlicher Verfügbarkeit von Welt scheinbar näher bringt, öffnet sich zur gleichen Zeit eine Kluft zwischen unserem immer weiterwachsenden Bedürfnis nach Kontrolle und den offenkundigen Verlusten an Zugriffsgewalt. Im Angesicht des Coronavirus‘ zeigt sich schonungslos einerseits die Fragilität globaler Interdependenzen, andererseits die Einbettung menschlicher Entitäten in fragile ökologische Zusammenhänge. Wir konzeptualisieren das plötzliche Unverfügbarwerden von Welt als triadischen Doppelaspekt von Zusammenbruch alltäglicher Weltverhältnisse, Zwang ‚Anschließen-zu-müssen‘ und einer damit offenstehenden Neuordnung von Weltverhältnissen. Diese Figur erlaubt ein Denken in ökologischen Zusammenhängen ohne menschliche Entitäten in ihrer strukturellen Verantwortung aus dem Blick zu verlieren.</p> <p>While the SARS-CoV-2 pandemic is still unfolding, we are experiencing how the world is becoming unavailable in a variety of ways. The notion of becoming unavailable in the context of this pandemic exposes a watershed moment beneath the crisis’ surface. Though the ongoing project of modernity seems to bring us ever closer to a world completely available to humans, there is at the same time a gap opening between our still growing necessities of control and losses of command. In the face of the coronavirus, the fragility of global interdependencies on the one hand, and the embeddedness of human entities in fragile ecological relations on the other, is becoming relentlessly evident. We conceptualize the experience of a world becoming suddenly unavailable as a triadic double aspect of collapsing everyday world relations, the necessity to react to profound challenges, and the possibility of new world relations. This concept allows us to approach ecological interdependencies without losing sight of the structural responsibility of human entities.</p> 2020-08-11T00:00:00+02:00 ##submission.copyrightStatement## https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/article/view/2942 Corona und die Politik multipler Resonanzen 2020-08-25T17:10:16+02:00 Dieter Hoffmeister hoffmed@uni-muenster.de <p>Die Corona-Krise hat, ganz anders als die ökologische Krise, umfangreiche, elementare und vom Bürger weitgehend akzeptierte politische, medizinische und mediale Maßnahmen und Reaktionen in Gang gebracht. Das ist erstaunlich, entspringen doch beide Krisen ein und derselben Ursache: einer konsumorientierten Lebensweise, die spätestens seit der Industrialisierung immer mehr zur zweiten Natur des Menschen geworden ist. Das wirft Fragen auf. Etwa die danach, warum vor allem politische und mediale Resonanzen auf die Krisen im Lichte ihrer Gleichursprünglichkeit so unterschiedlich ausfallen. Ob dies womöglich als Ausdruck der Tatsache zu deuten ist, dass zentrale gesellschaftliche Funktionssysteme den von ihnen selbst geschaffenen Leviathan Wachstum im Horizont einer immer radikaler vergesellschafteten Natur nicht mehr zu bändigen in der Lage sind. Und auch die danach, welche Fallstricke lauern, wollten sie dies überhaupt noch bewerkstelligen. Wenn, so die zentrale These, die ökologische Krise die Welt weitaus stärker bedroht als das Corona-Virus, dann sehen sich alle gesellschaftlichen Funktionssysteme künftig vermutlich mit Fragen sehr grundsätzlicher Art konfrontiert - und es wäre dann nicht nur die Perspektive auf das menschliche Naturverhältnis, sondern auch der Begriffsapparat zu wechseln.</p> <p>Different to the ecological crisis, the corona-crisis has induced extensive political, medical, and mass-media measures that are widely accepted by the general public. This is astonishing, because both crises arise from one and the same cause: a way of life, that is focused on consumption and that became a second nature of man since the beginning of industrialization. That raises questions. For example, why, political and media responses to the crises are so different considering their shared origin; or if this could be interpreted as an expression of the fact, that central social systems are no longer able to tame the leviathan „growth“ they have created themselves. Especially, in the context of an increasingly socialized nature. If the ecological crisis poses far more of a threat than the corona virus, then social systems will be confronted with fundamental questions in the future - and then it will probably not only be necessary to change the perspective on the human relationship to nature, but also to change the conceptual apparatus.&nbsp;</p> 2020-08-11T00:00:00+02:00 ##submission.copyrightStatement## https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/article/view/2943 Pandemien, globaler Umweltwandel und ‚smarte‘ Risikopolitik: Chancen für Wandel? 2020-08-25T17:10:13+02:00 Cordula Kropp cordula.kropp@sowi.uni-stuttgart.de <p>Der Beitrag befasst sich mit der Risikopolitik während der Corona-Krise und diskutiert, inwiefern sie Anlass zur Hoffnung in transformative gesellschaftliche Lernprozesse gibt. Dazu werden einleitend zwei Strukturmerkmale nicht-nachhaltiger Entwicklung benannt und deren mögliche Vertiefung durch die vermehrte Nutzung digitaler Steuerungssysteme erwogen. Auf dieser Basis zeichnet er das bisherige Risikomanagement im Umgang mit der Corona-Pandemie im ersten Abschnitt kritisch nach und stellt es im zweiten Abschnitt den sozialwissenschaftlichen Überlegungen zur politischen Veränderungskraft reflexiver Risikopolitik gegenüber. Der dritte Abschnitt beleuchtet die Art und Bedeutung digitaler Managementstrategien und die mit dieser Form der Problembearbeitung einhergehende Risikopolitik. Im Ergebnis werden die Grenzen des digitalen Risikomanagements für transformative Lernprozesse herausgestellt.</p> <p>The paper explores the risk policy during the Corona crisis and discusses the extent to which it gives rise to hope for transformative societal learning processes. To this end, two key characteristics of unsustainable development are briefly outlined in the introduction and their possible deepening through the increased use of digital control systems is considered. On this basis, the first section of the paper gives a critical overview of risk management in dealing with the corona pandemic and the second section contrasts it with considerations in sociology on the political power of reflexive risk policy to change social order. The third section illuminates the nature and significance of digital management strategies and the risk policy associated with this form of risk management. As a result, the limitations of digital risk management for transformative learning processes are highlighted.&nbsp;</p> 2020-08-11T00:00:00+02:00 ##submission.copyrightStatement## https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/article/view/2944 Nachhaltigkeitspolitik in und nach der Pandemie 2020-08-25T17:10:11+02:00 Konrad Ott ott@philsem.uni-kiel.de <p>Der Artikel begründet und skizziert eine mögliche Nachhaltigkeitspolitik im Ausgang der Covid-Pandemie. Es wird argumentiert, dass es fahrlässig wäre, die durch die Pandemie eröffnete Gelegenheit zugunsten einer Reformoffensive nicht zu nutzen. Der Artikel klärt die normativen Voraussetzungen und weist nach, dass alle erforderlichen Voraussetzungen für eine solche Reformoffensive erfüllt sind. Er identifiziert deren institutionelle Rahmung und deren mögliche Schwerpunkte.</p> <p>The article substantiates and outlines a presumptive political strategy on behalf of sustainable development. It is argued that the CoVid-19-crisis has opened a window of opportunity for such policy making which shouldn’t be missed. All requirements of such policy making are at hand. The article identifies institutions, governance structures, and focal fields of actions. &nbsp;</p> 2020-08-11T00:00:00+02:00 ##submission.copyrightStatement## https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/article/view/3021 Hygienegesellschaften als Experimentiergesellschaften? 2020-09-16T15:23:25+02:00 Stefan Böschen stefan.boeschen@humtec.rwth-aachen.de Willy Viehöver wilhelm.viehoever@humtec.rwth-aachen.de Carolin Baedeker carolin.baedeker@wupperinst.org Anne Caplan anne.caplan@wupperinst.org Ines Schaurer ines.schauer@gesis.org Sven Stadtmüller sven.stadtmueller@gesis.org <p>Die explosive Verbreitung des Corona-Virus über die Welt brachte ein Realexperiment globaler Dimension mit offenem Ausgang hervor. Gesellschaften formieren sich, kosmopolitisch verschränkt, als Hygienegesellschaften. Zwischen striktem Lockdown und minimaler Begrenzung gehen sie je eigene experimentelle Wege. Dabei wird der Raum des Experimentellen bisher eher defensiv gestaltet, was in der Konsequenz zur Begrenzung experimenteller Räume sowie zur schleichenden Delegitimierung von Kontrollpolitiken der Pandemie führt. Die These dieses Beitrags lautet, dass solche Legitimationsprobleme umso eher gelöst werden können, je eher Strukturen resilienten Experimentierens entworfen und institutionalisiert werden. Ein wichtiges Ergebnis der Überlegungen ist, dass die resiliente Gestaltung experimenteller Räume zur Bewältigung solchen Krisengeschehens nur gelingen kann, wenn neben top-down verordneten Kontrollen sich eine bottom- up-Kultur sozialen Experimentierens entfalten kann. Dies setzt auf Seiten der Zivilgesellschaft ebenso wie von staatlicher Seite die Fähigkeit und den Willen zu Partizipation und Kooperation voraus. Entsprechende Ansatzpunkte werden dafür identifiziert.</p> <p>The dynamic spread of the corona virus has triggered an open-ended real-world experiment of global dimensions. Being under siege by Corona Pandemic, societies are forming themselves as hygiene societies. While cosmopolitically intertwined, they create their own experimental paths, changing between strict lockdown and minimal intervention strategies. With regard to experimental spaces, disease policies still follow a defensive strategy. This leads not only to the limitation of experimental processes but rather to a creeping delegitimization of health control policies. This paper stresses that societies could better cope with urging legitimation problems if structures of resilient experimentation would be designed and appropriately institutionalized. Moreover, implementing resilient designs of experimental spaces, to successfully cope with pandemic crises, requires a vivid bottom-up culture of social experimentation to complement current top-down control measures. However, this presupposes the willingness as well as the capability to participate and cooperate on both sides, the civil society and the state. Correspondingly, appropriate starting points will be identified.&nbsp;</p> 2020-08-11T00:00:00+02:00 ##submission.copyrightStatement##