https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/issue/feed Soziologie und Nachhaltigkeit 2019-10-28T10:52:52+01:00 Niklas Haarbusch, B.A. sun.redaktion@uni-muenster.de Open Journal Systems <p>Das Open-Access-Journal <strong>Soziologie und Nachhaltigkeit – Beiträge zur sozial-ökologischen Transformationsforschung (SuN)</strong> wird seit Juli 2015 vom <a class="int" href="https://www.uni-muenster.de/Soziologie/organisation/arbeitsgruppen/gemeinsam-nachhaltig.shtml">Arbeitskreis Gemeinschafts- und Nachhaltigkeitsforschung</a> am Institut für Soziologie der Universität Münster herausgegeben, um soziologische und sozialwissenschaftliche Perspektiven in der Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung zu bündeln und zu fördern. Das Journal richtet sich in erster Linie an Soziolog*innen, Sozialwissenschaftler*innen und Nachhaltigkeitsforscher*innen, die zu Fragen einer sozial-ökologischen Transformation forschen und lehren.</p> <p>Die SuN veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Call for Papers, um thematische Schwerpunkte zu setzen und Debatten in der Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung anzustoßen. Neben Beiträgen, die auf diese Calls reagieren, werden auch freie Beiträge veröffentlicht. Die Qualität der publizierten Artikel wird durch ein <a href="https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/review">Peer-Review-Verfahren</a> sichergestellt. Darüber hinaus veröffentlicht die SuN in unregelmäßigen Abständen programmatische Sonderausgaben zum soziologischen Nachhaltigkeitsdiskurs. Alle in der SuN veröffentlichten Beiträge sind als Creative Commons lizensiert und online frei verfügbar.</p> https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/article/view/2493 Einer strahlenden Zukunft entgegen 2019-08-19T12:41:16+02:00 Christiane Schürkmann schuerkm@uni-mainz.de <p><span style="background-color: #ffffff;">Mit Bezug auf den Brundtland-Bericht, den Weltgipfel in Rio de Janeiro 1992 und die Ethik von Hans Jonas beruft sich die von 2014 bis 2016 von Bund und Ländern eingesetzte Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe auf Nachhaltigkeit als Leitbild zur Bestimmung eines Standortes für die bestmögliche Aufbewahrung von radioaktivem Abfall. Dabei sehen sich die Akteure mit den Herausforderungen der extrem langen Halbwertszeiten dieser radioaktiven Stoffe konfrontiert, was den Einbezug einer Zukunft jenseits heutiger Gesellschaftsformen erfordert. Auf Basis einer dokumentenanalytischen Forschung diskutiert der Beitrag, wie Nachhaltigkeit im Abschlussbericht der Kommission rhetorisch eingesetzt wird mit Blick auf drei Dimensionen: 1) Ethos – Nachhaltigkeit wird als Haltung gefordert, die den verantwortungsbewussten Menschen adressiert; 2) Pathos – der Bezug auf Nachhaltigkeit setzt identifizierendes Potenzial durch die Erzeugung von Betroffenheit frei; 3) Topos – Nachhaltigkeit fungiert mitunter als schematische Formel in der Bemühung um Konsensproduktion. An einer solchen Rhetorik der Nachhaltigkeit wird die soziopolitisch und sozioökologisch brisante Frage der Gestaltung postnuklearer Gesellschaft zwischen Ideologie und Utopie beobachtbar.</span></p> <p><span style="background-color: #ffffff;"><span style="background-color: #ffffff;">Taking into account the Brundtland Report of 1987, the Rio de Janeiro Earth Summit of 1992 and Hans Jonas‘ ethics in the endeavor of estimating the best and most secure place for the disposal of radioactive waste the German Commission for the Disposal of High-active Waste, working from 2014 to 2016, takes sustainability as its guiding principle and key objective. Most challenging are the to some extent extremely long half-lives of radioactive substances, demanding to consider possible futures beyond contemporary forms of society. On the basis of empirical research and document analysis this paper analyses the argumentative use of sustainability in the final report of the commission. The rhetoric of sustainability encompasses three dimensions: 1) Ethos – Sustainability is demanded as an attitude addressing and appealing urgently to responsible-minded humans; 2) Pathos – Taking sustainability as a key concept elicits concern and thus initiates the potential to activate people and to make them relate to future generations; 3) Topos – Sustainability also serves as a schematic formula while negotiating a consensus, since the question of final storage will most likely provoke social conflicts. Tracing such a rhetoric of sustainability serves to illustrate the socio-politically and social-ecologically pressing issue of the formation of a post-nuclear society between ideology and utopia.</span></span></p> <p>&nbsp;</p> 2019-08-19T12:37:50+02:00 ##submission.copyrightStatement## https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/article/view/2537 Medial vermittelte Narrationen über die Energiewende in energieintensiven Unternehmen 2019-09-30T16:34:51+02:00 Stefan Schweiger stefan.schweiger@rub.de Nora Schecke nora.schecke@rub.de Anna Bönisch Anna.Boenisch@kwi-nrw.de <p><span style="background-color: #ffffff;">In dem Beitrag wird das in weiten Teilen konfliktäre Verhältnis energieintensiver Unternehmen der Stahl- und Chemiebranche zur deutschen Energiewende – insbesondere mit Blick auf die EEG-Umlage und deren Ausnahmeregelungen – analysiert. Ausgangslage des Forschungsinteresses war das im öffentlich-medialen Diskurs präsente Spannungsverhältnis ökonomischer Partikularinteressen (der deutschen Industrie) und ökologischer Zielvorgaben zur CO2-Reduktion. Ziel war es, dieses Spannungsverhältnis im Zuge einer Medienanalyse im Zeitraum vom 01.07.2013 bis 30.06.2016 näher und mit Blick auf abzuleitende idealtypische Narrationen zu bestimmen. Es wurden sieben idealtypische Narrationen herausgearbeitet, welche das Verhältnis der energieintensiven Stahl- und Chemiebranche zur Energiewende und ihren gesetzlichen Rahmenbedingungen beschreibt. Diese Narrationen reichen von der Erzählung der deutschen Industrie als Held und Opfer über die Erzählung vom Kulturopfer bis hin zur Erzählung von der Harmonisierung von Ökologie und Ökonomie.</span></p> <p><span style="background-color: #ffffff;"><span style="background-color: #ffffff;">The article analyses the conflicting relationship between energy-intensive companies in the steel and chemical industry and the German energy transition, especially in reference to the EEG reallocation charge and its special equalization scheme. Our research interest is based on the public media discourse on the tense relationship between economic interests (of German industry) and ecological targets for CO2-reduction. The goal was to determine this relationship through a media analysis in the period from 01.07.2013 to 30.06.2016 to derive ideal-typical narratives. In the end seven ideal-typical narratives were identified. These narratives range from the story of German industry as a hero and victim to the story of the sacrifice of culture up to the story of the harmonisation of ecology and economy.</span></span></p> 2019-09-30T00:00:00+02:00 ##submission.copyrightStatement## https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/article/view/2562 Zwischen Heuchelei und Heldentum 2019-10-28T10:52:52+01:00 Nadine Arnold Nadine.Arnold@unilu.ch Hannah Mormann Hannah.Mormann@unilu.ch <p>Nachhaltigkeitsdiskurse und Organisationen prägen unsere Gesellschaft. Wir nutzen Einsichten des soziologischen Neo-Institutionalismus, um die Rolle von Organisationen in der sozial-ökologischen Transformation der Gesellschaft zu beleuchten. Im Fokus stehen Wirtschaftsorganisationen, die im Zuge der Nachhaltigkeitsdebatte mit einer Wertetrias – Umweltschutz, Gerechtigkeit, Effizienz – konfrontiert sind. Während programmatische Studien des Neo-Institutionalismus argumentieren, dass Organisationen diese Werte in ihrer Aktivitätsstruktur ignorieren, konzeptualisiert die jüngere Entrepreneurship-Forschung Organisationen als heldenhafte Transformatoren der Gesellschaft. Wir schlagen eine integrierende Perspektive zwischen Heldentum und Heuchelei vor, die dazu aufruft, die durch die Organisationen geleistete Wertearbeit zu untersuchen. Anhand von zwei illustrierenden Fallbeispielen zeigen wir, wie organisationsinterne Wertearbeit zu nicht-intendierten Effekten führt: 1) Gerechtigkeitsorientierte Wertearbeit führt zur Professionalisierung von Expertenwissen. 2) Ökologie-orientierte Wertearbeit führt zur Entstehung von neuen Märkten für Standards, Zertifikate und Akkreditierungen.</p> <p>Sustainability discourses and organizations shape our society. We use insights from sociological neo-institutionalism to illuminate the role of organizations in the socio-ecological transformation of society. We put the focus on economic organizations that are confronted with a triad of values – environmental protection, societal justice, efficiency – in the sustainability debate. Seminal studies of neo-institutionalism argue that organizations implement values in a hypocritical and superficial way, while more recent research on institutional entrepreneurship conceptualizes organizations as heroic transformers of society. We propose an integrating perspective between heroism and hypocrisy that calls for an analysis of the organizations’ value work. We mobilize two illustrative case studies to show how internal value work leads to unintended effects: 1) Justice-oriented value work leads to the professionalization of expert knowledge. 2) Ecology-oriented value work leads to the emergence of new markets for standards, certificates and accreditations.</p> 2019-10-28T00:00:00+01:00 ##submission.copyrightStatement##