Wie weit reicht die transformative Kraft der urbanen Ernährungsbewegung?

Cordula Kropp, Sven Stinner

Abstract


Mit der urbanen Ernährungsbewegung kehrt die Lebensmittelerzeugung in Form von urbanen Gärten, solidarischer Landwirtschaft, Food-Coops und Mietäckern in die Städte zurück. Die Beteiligten verfolgen damit „transformative“ Absichten, nämlich die Erfindung von neuartigen Wirtschaftsbeziehungen und Orten nachhaltiger Lebensmittelversorgung im urbanen Raum. Zur Einschätzung ihres Veränderungswillens werden die Motive und Zielsetzungen der Gründerfiguren sowie der Beteiligten erkundet. Der Beitrag arbeitet weiter heraus, inwiefern die Projekte „ko-evolutionär“ innovative Praktiken der urbanen Lebensmittelversorgung, partizipative Organisationsformen für ihre Planung und Steuerung sowie an Nachhaltigkeit orientierte Leitbilder, Bewertungsschemata und Kompetenzen entwickeln und diese über die Nischen der Ernährungsprojekte hinaus verbreiten. Im Ergebnis zeigt sich, dass die urbane Ernährungsbewegung intern produktive Spannungen für eine sozial und ökologisch gerechte Organisationsentwicklung und extern innovationsförderliche Brüche zu den bestehenden Versorgungsverständnissen verursacht. Damit bahnen die Akteure Pfade für ein post-industrielles Ernährungshandeln, auch wenn die Durchdringung des Lebensmittelsystems im Vergleich zum konven-
tionellen Lebensmittelhandel begrenzt ist.

Schlagworte


Ernährungsbewegung; Städte; Transformation; Innovation

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