Heilige Texte

Die Exponate des Bibelmuseums decken eine Zeitspanne von vier Jahrtausenden ab, eine Auswahl der wichtigsten Einzelstücke ist vom 8. Mai bis 31. Oktober in der Sonderausstellung "Heilige Texte" zu sehen. Frühe Papyrusfragmente, prächtig gestaltete Vollbibeln, archäologische Funde, Ikonen, Figuren und Skulpturen erzählen die Geschichte eines der bedeutungsvollsten Textes der Menschheit. Darunter sind Objekte zur Historie der Bibel, der Textgeschichte des Neuen Testaments sowie eine Auswahl besonderer Einzelstücke.
Eine Tontafel, gefertigt etwa 2.000 vor Christus, ist das älteste Exponat des Bibelmuseums. Beschrieben ist sie in sumerischer Keilschrift, mit der Lobpreisung der mesopotamischen Göttin Inana-Ischtar. Die so genannte "Editio Critica Maior" (ECM) ist das jüngste Ausstellungsstück und steht für die lange Forschungstradition, im Rahmen derer der ursprüngliche Text des griechischen Neuen Testaments ermittelt werden soll. Der Träger des Bibelmuseums, das Institut für Neutestamentliche Textforschung (INTF), gehört zu den international wichtigsten Institutionen in diesem Bereich. Hier werden beispielsweise die rund 5.700 bekannten griechischen Handschriften, auf denen Textteile des Neuen Testaments zu finden sind, erfasst, katalogisiert und erforscht.
In der Ausstellung, in der rund 100 Exponate zu finden sind, werden unter anderem auch ein gestempelter Ziegelstein vom Bau des Turms zu Babel, eine prachtvolle Kreuzikone aus dem 15. Jahrhundert sowie originale Briefe und eine persönliche Widmung von Martin Luther in einer Bibelausgabe von 1544/1545 zu sehen sein. Geöffnet ist sie dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, am zweiten Freitag im Monat bis 22 Uhr. Der Eintritt ist frei. Sonntags findet um 15 Uhr eine offene Führung statt, zu der man sich nicht anmelden muss. Individuelle Führungen für Schulklassen oder Erwachsene können unter bibelmuseum@uni-muenster.de gebucht werden.