Jahresbericht 2014

I.             Universitätsarchiv

Ausstattung

Die Magazinausstattung des Universitätsarchivs Münster wurde 2014 insofern erweitert, als drei Planschränke, 480 beschichtete Regalböden, zwei Aktenwagen und zwei Stehleitern aus zentralen Mitteln angeschafft wurden. Darüber hinaus wurden Lamellen an neun Fenstern erneuert. Ende des Jahres wurde ein Lastenaufzug im Universitätsarchiv eingebaut, der das Erdgeschoss mit dem 1. Obergeschoss verbindet. Die Bauarbeiten werden vermutlich im Januar 2015 beendet sein, sodass der Aufzug anschließend und nach Abnahme durch den TÜV in Betrieb genommen werden kann. Von der Universitäts- und Landesbibliothek konnte zudem ein dort nicht mehr benötigter Auflichtscanner übernommen werden. Auch er wird Anfang 2015 erstmals benutzt werden können.

Zugänge

Der Umfang der Zugänge hat sich im Jahr 2014 gegenüber den Vorjahren deutlich verringert. Das Universitätsarchiv übernahm 36 Zugänge (Vorjahr: 57) im Umfang von insgesamt 78,7 lfd. Metern (Vorjahr: ca. 240 lfd. Meter). Dazu gehörten 26,7 lfd. Meter Personalakten, 22,7 lfd. Meter Sachakten, 18,7 lfd. Meter Prüfungsakten sowie 9,4 lfd. Meter Nachlässe. Die verbleibenden 1,3 lfd. Meter bestehen aus unterschiedlichem Material, wie beispielsweise Druckschriften und Fotografien. Die Sachakten kommen u.a. aus den Dekanaten der Medizinischen und der Philosophischen Fakultät sowie aus dem Institut für Kommunikationswissenschaften oder aus der Universitätsverwaltung. Aus Privateigentum erhielt das Universitätsarchiv u.a. den Nachlass von Kurt Aland.


Erschließung

2014 wurden insgesamt 21.809 Verzeichnungseinheiten bearbeitet (Vorjahr: 5.706), und zwar 10.999 Studentenakten, 9.446 Prüfungsakten, 1.366 Sachakten, 1.253 Personalakten sowie 405 Verzeichnungseinheiten aus Nachlässen.

Der vom AStA finanzierte Werkvertrag zur Verzeichnung seiner ins Universitätsarchiv übernommenen Akten lief Ende April 2014 aus. Die Verzeichnung durch Herrn Ralf Schneider konnte abgeschlossen werden; das Findbuch ist im Netz einsehbar. 


Ausleihe

Die Zahl der Aktenausleihen hat sich 2014 gegenüber dem Vorjahr in erheblichem Umfang reduziert. Insgesamt 331 Akten (Vorjahr: 395) wurden als Dienstleistung für Verwaltungsstellen (Personaldezernat im Rektorat und im Universitätsklinikum sowie Prüfungsämter) ausgeliehen bzw. zur Weiterführung abgegeben.


Anfragen / Benutzung

Die Anzahl der schriftlichen und telefonischen Anfragen an das Universitätsarchiv ist im letzten Jahr in etwa gleich geblieben. Insgesamt wurden 175 Anfragen von Privatpersonen, Forschungseinrichtungen, anderen Archiven oder Einrichtungen der Universität bearbeitet (Vorjahr: 177). Für ehemalige Studierende der Pädagogischen Hochschule Westfalen-Lippe und er Musikhochschule wurden 20 Studienbescheinigungen (Vorjahr: 22) ausgestellt.

Die Anzahl der Benutzertage hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht und lag nahezu wieder auf dem Niveau von 2012, und zwar bei 305 (Vorjahr: 160). Diese Entwicklung lässt sich auch, aber nicht nur damit erklären, dass im Sommersemester 2014 und im Wintersemester 2014/15 eine Übung zu den Opfern des Nationalsozialismus an der Universität Münster durchgeführt wurde, deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Universitätsarchiv recherchieren. Themen, zu denen geforscht wurden, waren insbesondere die Geschichte von Studierenden sowie der beiden Theologischen Fakultäten.


Tag der Archive

Das Universitätsarchiv hat sich am bundesweiten Tag der Archive beteiligt, der in Münster am 8. März 2014 von den fünf großen Archiven der Stadt gemeinsam im Bistumsarchiv veranstaltet wurde. Motto des Tags der Archive war: Frauen – Männer – Macht. Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten die Stände der Archive, die Vorträge und die Führungen durch das Bistumsarchiv.


Hochschultag

Das Universitätsarchiv stellte zusammen mit der Universitäts- und Landesbibliothek beim Hochschultag am 13. November 2013 insgesamt 6 Studieninteressierten das Berufsfeld Archiv und Bibliothek vor. Das Interesse an dieser Veranstaltung ist seit einigen Jahren abnehmend.


Führungen

Im Berichtsjahr wurden 20 Führungen durchgeführt, an denen insgesamt 137 Personen teilnahmen. Damit hat sich die Zahl der Führungen sowie der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegenüber 2013 verdoppelt.


Dr. Sabine Happ

Universitätsarchivarin


II.           Kunstbesitz der Universität

Die Begehung der Liegenschaften der Universität zwecks Dokumentation aller Kunstwerke auf Universitätsgelände wird fortgesetzt. Derzeit umfasst die Bestandsliste 850 Positionen, darunter auch Werke, die sich bisher nur archivalisch nachweisen lassen, und solche, die im Zweiten Weltkrieg und später verloren gegangen sind.

Mit der Ausstellung „einBLICK in den Kunstbesitz der Universität“ wurde das neue Seminarraumgebäude Orleansring 12 der Öffentlichkeit übergeben. Im Foyer wurden vom 15.01. bis zum 07.02. zwölf Werken gezeigt, die exemplarisch für die Entwicklung des Kunstbesitzes der Universität seit 1945 stehen. An vier Abenden wurden durch Vorträge vertiefte Einblicke in den Kunstbesitz gegeben. Wegen Bauarbeiten an Fassaden und Außenanlagen sowie fehlender Beschilderung war das Gebäude nur schwer zugänglich. Trotzdem haben 281 BesucherInnen den Weg in die Ausstellung gefunden.

Am Tag des offenen Denkmals, dem 14. September, öffnete die Universität ihr Hauptgebäude, das unter Denkmalschutz stehende Residenzschloss, für interessierte BesucherInnen. Gemeinsam mit Studierenden der Kunstgeschichte wurden eine Ausstellung, ein Führungs- und ein Kinderprogramm entwickelt. Fast 800 Besucherinnen und Besucher haben dieses Angebot wahrgenommen. Teile der Ausstellung werden weiterhin im Schloss gezeigt

Das International Office bat um Unterstützung bei der Durchführung des Jahresfests (Seasonal Celebration) am 23.09. Im Rahmen dieses Jahresfestes wurde Werke zweier chinesischer Künstler gezeigt, diese Ausstellung wurde vom Kustos betreut. Die Veranstaltung wurde von ca. 150 Personen besucht.

In 16 Führungen und Vorträgen wurde der Kunstbesitz der Universität ca. 500 Kunstinteressierten aus der Universität und der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. An der festlichen Übergabe der Installation „P SYSYPP S YP P“ am 18.11. in der Bibliothek des Instituts für Psychologie nahmen ca. 100 BesucherInnen teil.

17 Kunstwerke aus dem Zentralen Kunstbesitz wurden als Dauerleihgaben zur Ausstattung von Diensträumen innerhalb der Universität verliehen.


Neuzugänge
(soweit bekannt):

Heinz Schirp: Monochrom blau, 1996, Mischtechnik/Hartfaserplatte, 80 x 80 cm; Fachbereich 6, Institut für Erziehungswissenschaften

ders.: Monochrom rot, 1996, Mischtechnik/Hartfaserplatte, 80 x 80 cm, Fachbereich 6, Institut für Erziehungswissenschaften

ders.: Monochrom grün, 1997, Mischtechnik/Hartfaserplatte, 80 x 80 cm, Fachbereich 6, Institut für Erziehungswissenschaften

Andreas Karl Schulze: P SYSYPP S YP P, 2012, Acryl/Baumwole, 1355 Quadrate je 5 x 5 cm, Fachbereich 7, Institut für Psychlogie, Bibliothek

Qi Xu: Ohne Titel (Vogelpaare und Hibiscusblüten), 2014, Tusche und Gouache/Papier, 69 x 137 cm (81 x 150 cm Trägerpapier), Zentraler Kunstbesitz

ders.: Ohne Titel (Der Hahn), 2014, Tusche und Wasserfarbe/Papier, 70 x 137 cm (Blatt), Zentraler Kunstbesitz

Guoxin Wang: Freundschaft (Rollbild in Schatulle), 2014, Tusche und Gouache/Seide, 53 x 275 (Bild), 55 x 390 cm (Rolle); 9,5 x 60 x 8 cm (Schatulle), Zentraler Kunstbesitz


Mit Rektoratsbeschluss vom 04.09.2014 erhält der Kustos für den Kunstbesitz den Auftrag, in Kooperation mit der Universitäts- und Landesbibliothek und dem Universitätsarchiv als Projektleiter die gemeinsame Antragstellung der
wissenschaftlichen Lehr- und Forschungssammlungen der WWU für Drittmittel zum Ausbau der Sammlungen als wissenschaftliche Infrastruktur zu koordinieren.


Dr. Eckhard Kluth

Kustos für den Kunstbesitz