Prof. Dr. Monika Bobbert
Hauptseminar (Systematische Theologie): Macht und Ethik. Machtformen in Alltag und Beruf
zusammen mit Dr. Julia van der Linde
Di 12-14 Uhr 20.10.2026 bis 02.02.2027
Das Seminar beschäftigt sich mit der Bedeutung von Macht in zwischenmenschlichen Beziehungen. Macht prägt diese in vielfältiger Weise: Sie kann Handlungsmöglichkeiten eröffnen, zugleich aber auch missbraucht werden und Abhängigkeiten, Grenzverletzungen oder strukturelle Ungerechtigkeiten hervorbringen. In Beziehungen, in denen Macht asymmetrisch verteilt ist, sind die weniger mächtigen Personen besonders verletzlich.
Im Seminar werden unterschiedliche Positionen in Bezug auf Macht erarbeitet und aus ethischer Sicht reflektiert. Thematisiert werden zudem Machtmissbrauch und Prävention, Autorität und Verantwortung, sowie institutionelle und soziale Bedingungen von Macht. Dabei wird gefragt, wie Macht so ausgeübt werden kann, dass sie der Freiheit und Selbstbestimmung anderer dient, statt diese einzuschränken – insbesondere in professionell und institutionell geprägten Kontexten wie z.B. Kirche, Bildungswesen und Medizin.
Ziel des Seminars ist es, Machtphänomene analysieren und aus ethischer Sicht zu bewerten zu können.
Modulkurs: Begriffe und Argumentationen in der theologischen Ethik
Mi 14-16 Uhr 21.10.2026 bis 03.02.2027
Es wird in ausgewählte Grundbegriffe der Moraltheologie – u.a. Handeln, Autonomie, Sollen eingeführt und die Unterscheidung von Moral und Ethik erläutert. Des Weiteren wird auf das Spezifische einer christlichen Ethik eingegangen. Das Verhältnis von Moraltheologie und biblischen Aussagen wird an ausgewählten Beispielen des Dekalogs behandelt.
Da jede ethische Urteilsbildung bei normativen Fragen auf ethische Ansätze zurückgreift, werden unterschiedliche ethische Ansätze der Normbegründung vorgestellt. Die ausgewählten ethischen Ansätze dienen auch dazu, Argumentationen einordnen und selbst eine schlüssige Argumentation entwickeln zu können. Problemstellungen der angewandten Ethik dienen der Verdeutlichung.
Modulkurs: Ethische Fragen in Medizin und Klinikseelsorge
Mi 18-20 Uhr 21.10.2026 bis 03.02.2027
In der medizinischen Versorgung kranker Menschen stellen sich häufig ethische Fragen. Die klinische Ethik bietet einschlägige Analysen und entwickelt Argumentationen für die Frage der moralischen Richtigkeit medizinischer und pflegerischer Handlungen und institutioneller Regeln. Die Vorlesung gibt eine Einführung in Grundbegriffe der Medizinethik, u.a. Autonomie, Nicht-Schaden, Gerechtigkeit und Verantwortung. Zudem werden unterschiedliche medizinethische Ansätze vorgestellt. Ausgewählte Themen der Medizinethik sind neben Standards wie Informierte Zustimmung, Schweigepflicht, Organallokation und andere Ressourcenfragen auch aktuelle Fragen der Forschung am Menschen und der prädiktiven Gendiagnostik.
Eine Ethik der Krankenhausseelsorge befasst sich nicht nur mit den Schnittstellen zwischen Medizin und Seelsorge, etwa im klinischen Ethikkomitee. Vielmehr geht es auch um genuin seelsorgerliche Fragen im Krankenhaus: Wie ist mit Konflikten zwischen Angehörigen und Patient, Patient und therapeutischem Team oder den Berufsgruppen im Krankenhaus umzugehen? Welche Seelsorgekonzepte gibt es, und wie stellen sich diese – ausgehend von Anteilnahme, Parteilichkeit und Begleitung – zu Forderungen nach Gerechtigkeit und Unparteilichkeit?
Oberseminar: Methodische und inhaltliche Fragen anwendungsbezogener Ethik
zusammen mit Dr. Julia van der Linde
Di 18-21 Uhr - 14tägl. 20.10.2026 bis 02.02.2027
Bei vielen Themen anwendungsbezogener Ethik spielen ähnliche methodische Fragen, grundlegende Begriffe und Unterscheidungen eine Rolle. Hinzu treten jedoch auch themenspezifische Besonderheiten und Besonderheiten durch die Heranziehung anderer wissenschaftlicher Disziplinen. Anhand konkreter Projekte werden Konzeptionen und Texte aus methodischer und inhaltlicher Sicht diskutiert.
Für die Anmeldung zum Oberseminar wenden Sie sich bitte an Frau Wiedemeier.
Basiskolleg: Christentum in Kultur und Gesellschaft
Mo 18-20 Uhr 12.10.2026 bis 18.02.2027
Das Modul führt inhaltlich in die vier Schwerpunkte des Masterstudiengangs ein ("Kultur", "Wissen", "Leben" und "Gesellschaft") und erörtert im Querschnitt Themenfelder und Kernfragen der jeweiligen Schwerpunkte. Auf dem Niveau zeitgenössischer philosophisch theologischer Reflexion und interdisziplinärer Forschung wird die religiöse Matrix okzidentalen Denkens, die im Wesentlichen von den drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam geprägt ist, im Überblick skizziert und kritisch mit säkularen Wissenskulturen konfrontiert.
