Veranstaltungen zur Reformation in Westfalen 2017

Ausstellung: Lemgo 20.08.2017 - 14.01.2018

Glaube, Recht & Freiheit 1517 – 1617 – 2017

Die Ausstellung im Museum Hexenbürgermeisterhaus Lemgo
nimmt zwei Jubiläen in den Blick: das 500. Reformationsjubiläum
sowie – für die Stadt Lemgo ebenso entscheidend – die Verabschiedung
des Röhrentruper Rezesses 1617.
Nach der eigenständigen Stadtreformation (Kirchenordnung 1533)
kam es um 1600 zu einem massiven Konflikt zwischen der Stadt
und dem Landesherrn Simon VI. zur Lippe, der sich durch den
Übergang der Grafschaft Lippe zum reformierten Bekenntnis entzündet
hatte. Im genannten Rezess wurde der Konflikt beigelegt
und der Stadt weitreichende Selbstverwaltungsrechte garantiert,
darunter der Verbleib beim lutherischen Bekenntnis und ein eigenständiges
Kirchenregiment. Nicht alle Ergebnisse des Vertrags waren
positiv: Der Rezess ermöglichte die Hexenverfolgungen in der
Stadt, behinderte die Stadtentwicklung zugunsten der Residenz
Detmold und führte zu Konflikten zwischen Lutheranern und Reformierten
in Lemgo. Die Ausstellung zeigt die Folgen von Reformation
und Rezess für die Stadt und die lutherischen Kirchengemeinden
St. Marien und St. Nicolai bis zur Aufhebung der kirchlichen
Privilegien 1854 bzw. bis zur Mitte 1880er Jahre. Im Fokus stehen
dabei einerseits Pfarrer und andere zentrale Akteure der Lemgoer
Kirche und ihre Vernetzung über Lippe hinaus, andererseits die Bereiche
Theologie, Alltagsleben und Politik. Auch nach dem Röhrentruper
Rezess blieb die Konfession ein identitätsstiftendes Moment
für die Bürger Lemgos. Er setzte eine verstärkte Konfessionalisierung
der Stadt in Gang. Die Lemgoer Stadtkirche konnte bis Mitte
des 19. Jahrhunderts ihre Eigenständigkeit bewahren.

Ausstellung Münster 01.09.2017 - 14.01.2018

Die Macht des Wassers – Taufen in der Reformation

Ausstellung im Stadtmuseum Münster vom 1. September 2017 bis zum 14. Januar 2018

In Münster hatte die Veröffentlichung der Thesen von Martin Luther im Jahr 1517 keinen direkten Nachhall, erst zu Beginn der 1530er Jahre gab es nichtlutherische Reformationsbestrebungen. Kern des Streits waren die unterschiedlichen Vorstellungen von Taufe, und diese Diskussion ist eng mit den münsterischen Ereignissen um die sogenannten Wiedertäufer verknüpft. Das Ausstellungsprojekt stellt die kontroverse Behandlung der Taufe während der Reformation in den Mittelpunkt: Flugschriften Martin Luthers wie seiner Gegner, Karikaturen, Taufgeschenke, Taufbecken aber auch digitale Animationen visualisieren die unterschiedlichen historischen Auffassungen zur Taufe. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Taufdarstellungen im lutherischen Bereich. Bei diesen Taufbildern vollziehen meist lokale Reformatoren die Taufe und stehen deshalb im Mittelpunkt der Darstellungen.

Ausstellung: Detmold 03.09.2017 - 07.01.2018

Machtwort!

Reformation in Lippe

Kein Heiligenbild – keine Reliquie – kein Ablass und was nun?
Per „Machtwort“ entschieden die Landesherren während der Reformation
über die Konfession ihrer Untertanen. Aber geht das –
Glauben verordnen?
Das Lippische Landesmuseum nimmt Besucherinnen und Besucher
mit in eine Zeit gesellschaftlicher und religiöser Um- und
Aufbrüche, die Vertrautes in Frage stellten, Lebenswelten auflösten
und die die Geschichte Lippes bis heute prägen. Sie erfahren,
wie die Bevölkerung in Lippe auf die Einführung des lutherischen
und einige Jahrzehnte später des reformierten Bekenntnisses
reagierte, was sie hinnahm, wofür sie kämpfte und wogegen
sie aufbegehrte.
Bildersturm und energisches Eintreten für den Protestantismus
prägten die öffentliche Meinung ebenso wie Widerstände gegen
die Glaubensvorgaben. Sowohl das Festhalten an Altbewährtem
als auch der gelebte Glaubenswandel schlugen sich in Kunst und
Alltagskultur nieder. Nur wenige regionale Zeugnisse dieser Zeit
sind erhalten geblieben und können anlässlich des Reformationsjubiläums
im Lippischen Landesmuseum bestaunt werden. Besucherinnen
und Besucher erfahren hier, wie die Reformation in
einem kleinen Territorium die Welt veränderte!

Ausstellung zur Reformation 05.10.2017 - 20.11.2017

Ausstellung zur Reformation in Lübbecke

Stadtarchiv Lübbecke 05.10.2017 - 20.11.2017

Ausstellung zur Reformation (Stadtarchiv Lübbecke)

Altes Rathaus Lübbecke, Am Markt 3, 32312 Lübbecke
Kooperationsveranstaltung der Kirchengemeinden Bad Holzhausen und Börninghausen, des Stadtarchivs Lübbecke sowie des Kirchenkreises Lübbecke im Rahmen der Veranstaltungsreihe "StichWort Reformation"

Ausstellung: Münster 01.11.2017 - 14.01.2018

Die Macht des Wassers

Taufen in der Reformation

1517 hatte die Veröffentlichung der Thesen von Martin Luther
in Münster keinen direkten Nachhall; erst zu Beginn der 1530er
Jahre gab es nichtlutherische Reformationsbestrebungen. Kern
des Streits waren die unterschiedlichen Vorstellungen von Taufe:
eine Diskussion, die eng mit den münsterischen Ereignissen um die
sogenannten Wiedertäufer verknüpft ist.
Der Initiationsritus der Taufe hat eine herausragende Bedeutung.
Während die Katholiken sieben Sakramente kennen, lehnte
Luther alle überlieferten Sakramente ab – bis auf die Taufe. Die
reformatorische Täuferbewegung wiederum sah im Vollzug der
Taufe an Neugeborenen keinen Sinn: Für sie war das im vollen
Verständnis vom Täufling gesprochene Glaubensbekenntnis Voraussetzung
der Taufe.
Die Ausstellung stellt die kontroverse Behandlung der Taufe während
der Reformation in den Mittelpunkt: Flugschriften Martin
Luthers wie seiner Gegner, Karikaturen, Taufgeschenke, Taufbecken
aber auch digitale Animationen visualisieren die unterschiedlichen
historischen Auffassungen der Taufe. Ein weiterer
Schwerpunkt sind die Taufdarstellungen im lutherischen Bereich.
Diese werden in ihrer Bedeutung analysiert, da insbesondere die
lokalen Reformatorenpersönlichkeiten als Taufausführende dargestellt
werden.

Ausstellung: Lemgo 03.11.2017 - 07.01.2018

Mach’s Maul auf!

Reformation im Weserraum

500 Jahre nach Martin Luthers Thesenanschlag zeigt das Weserrenaissance-
Museum Schloss Brake eine Ausstellung über die Reformation
in Nordwestdeutschland. Erstmals werden die kulturellen,
politischen und kirchlich-religiösen Rahmenbedingungen
der Reformation in der Region veranschaulicht.
Anhänger von Martin Luther predigten – getreu seiner Devise
„Mach's Maul auf!“ schon früh in Bremen, Braunschweig, Minden
und Herford. Zusammen mit den Bürgern der Städte wendeten
sie sich gegen die katholische Kirche. Es gab Aufruhr. Die
Bürger stürmten Kirchen und Klöster. Sie zerschlugen Altäre und
Heiligenbilder. Fürsten – Landgraf Philipp der Großmütige in
Kassel und Herzog Ernst der Bekenner in Celle – zählten zu den
Vorkämpfern der Reformation. Sie begründeten mit Luther die
evangelische Kirche, die nun unabhängig war vom Papst in Rom.
Die Ausstellung veranschaulicht die Entstehung und den Verlauf
der Reformation im Weserraum. Gemälde, Skulpturen, Flugblätter,
anregende Inszenierungen und moderne Medien führen uns
die enormen Veränderungen und den Wandel der christlichen
Religion vor Augen. Die Entstehung der verschiedenen Glaubensrichtungen
wird einfach und verständlich dargestellt. Eine besondere
Rolle fällt den Neuen Medien der Lutherzeit zu: Ohne den
Buch- und Bilderdruck hätte sich die Reformation nicht so schnell
ausbreiten können.