Lebenslauf:
| 1981 | Geboren in Bremen |
| verheiratet | |
| ab 2002 | Studium der Katholischen Theologie auf Diplom an der WWU Münster Studienschwerpunkte: Christliche Sozialethik, Fundamental- und Moraltheologie |
| ab 2004 | Studium des interdisziplinären Diplomstudiengangs für Christliche Sozialwissenschaften an der WWU Münster Studienschwerpunkt: Wirtschaftsethik |
| 2006-2007 | Studium der Katholischen Theologie an der Unversidad Pontificia Comillas Madrid im Rahmen des Stipendienprogramms „Erasmus“ der Europäischen Union |
| Juli 2008 | Diplom in Katholischer Theologie (Diplomarbeitsthema: Methodologischer Individualismus als gesellschaftliches Leitbild? Kritik des homo oeconomicus aus der Sicht der Christlichen Sozialethik und des Capabilities Approach.) |
| 2004-2007 | Mitglied in der Kommission für Lehre und Studentische Angelegenheiten der Katholisch-Theologischen Fakultät der WWU Münster |
| 2005-2006 | Studentische Hilfskraft am Seminar für Theologische Frauenforschung der Katholisch-Theologischen Fakultät Münster |
| 2007-2008 | Repetitor im Fach Moraltheologie 2007 Studentische Hilfskraft am Seminar für Moraltheologie der Katholisch-Theologischen Fakultät Münster |
Arbeits- und Interessenschwerpunkte:
- Strategien der Verarbeitung von Gewissheitsdefiziten – Glaubensgewissheit und Gewaltproblematik
- "Jenseits der Interpretation" – das "Schwache Denken" Gianni Vattimos
- Grundlagen prozeduraler und ergebnisorientierter Gerechtigkeitstheorien (Rawls / Nussbaum)
Beteiligung am Exzellenzcluster:
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt D12 "Vergleichende Studie zu Strategien der Pazifizierung religiöser Geltungsansprüche" mit dem Teilprojekt "Das Stereotyp Relativist. Möglichkeiten der theorieimmanenten Begründung und der Kritik einer abschätzigen Fremdetikettierung" (bis 2012)
- Mitglied der Arbeitsgruppe Konflikte im Spannungsfeld von Religion und Politik
Die Rede von der Diktatur des Relativismus begleitet das Pontifikat Benedikts XVI. von Anfang an und spielte auch in früheren Schriften eine wichtige Rolle. Benedikts Diagnose: Ein sich selbst grenzenlos setzender Relativismus verschleiere die innere Bindung von Vernunft an Wahrheit und affirmiere einen Zeitgeist der Beliebigkeit, der die Möglichkeit objektiver Wahrheitserkenntnis abstreite und damit die menschliche Vernunft denaturiere. Der Begriff ist bei Benedikt XVI. nicht genau bestimmt, sondern eher eine Sammelbezeichnung für zeitgenössische Denksysteme und Geisteshaltungen, die Benedikt als verfehlt einstuft. Diesen Verfehlungen begegnet er mit einer Alternativenanschärfung: Entweder metaphysische Wahrheit oder nachmetaphysische Beliebigkeit.
Das Forschungsvorhaben will zeigen, wie der Relativismusvorwurf Reaktion auf eine Verunsicherungserfahrung ist, die durch den Plausibilitätsverlust epistemisch garantierbarer Glaubenswahrheiten und die damit einhergehende Pluralisierung und Individualisierung religiöser Vergewisserung in westlich-säkularen Gesellschaften ausgelöst wurde. Benedikts Reaktion ist als Doppelstrategie angelegt: Die Alternativenanschärfung begegnet dem Plausibilitätsverlust nach außen damit, dass alle nicht selbst geteilten Denksysteme dem Relativismus zuordnet werden; nach innen werden die Gefahren und Irrtümer dieses Relativismus dramatisiert, gegen die nur die Autorität der katholischen Glaubenswahrheit Abhilfe schaffe. Über die Beleuchtung der kirchenpolitischen Dimension der Relativismus-Diagnose hinaus wird grundsätzlich geprüft, ob Relativismus als konsistente und begründbare Option formulierbar ist.
Bisher konnte gezeigt werden, dass dieser Relativismusvorwurf auf der Grundlage eines statischen Erkenntnisrealismus erhoben ist. Benedikt verfolgt ein im Kern korrespondenztheoretisches Modell: Ontologische Wahrheit liegt dem Erkenntnisprozess als unabhängige Größe voraus und kann objektiv erkannt und als Instanz gegen alle Relativismen geltend gemacht werden. Benedikts deklarative Variante ist wissenschaftstheoretisch problematisch, sie wird unter anderem der epistemischen Verfasstheit religiöser Überzeugungen in westlich-säkularen Gesellschaften nicht gerecht. Weder können so die durch Pluralisierung und Individualisierung geprägten unterschiedlichen religiösen Vergewisserungsdynamiken angemessen in den Blick genommen werden, noch kann es in dieser statischen erkenntnisrealistischen Perspektive gelingen, alternativen Wahrheitsansprüchen auf der theoretischen Ebene anders als ablehnend zu begegnen.
Der wissenschaftstheoretischen Herausforderung, die "Grundlosigkeit" religiösen Glaubens ernst zu nehmen und gleichzeitig eine mittlere Haltung zwischen Relativismus und Fundamentalismus begründbar bewahren zu können, kann, so ein erstes Zwischenfazit, Benedikts deklarative Variante nicht gerecht werden.
Publikationen:
- Über die Köpfe hinweg? Überlegungen, Einwände und Thesen aus der Perspektive Studierender, in: Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften:
Kindheit und Jugend in alternder Gesellschaft. 49. Band / 2008 (zusammen mit V. Goertz, P. Meiners, E. Schroer, S. Upgang)
Kontakt
Daniel Sebastian BugielSeminar für Fundamentaltheologie
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