„Ein Held in der Krise“

Iris Fleßenkämper spricht über historische Hintergründe von Händels „Judas Maccabaeus“

Iris Flessenkaemper

Dr. Iris Fleßenkämper

Ein öffentlicher Vortrag der Historikerin Dr. Iris Fleßenkämper setzt am Donnerstagabend die Händel-Reihe des Exzellenzclusters fort.  In „Judas Maccabaeus – ein Held in der Krise“ geht es um die gesellschaftspolitische Situation Großbritanniens im 18. Jahrhundert und ihren Einfluss auf die Entstehung des Librettos für das Händel-Oratorium „Judas Maccabaeus“. Der Vortrag beginnt am Donnerstag (29. Oktober) um 18.15 Uhr im Festsaal des Liudgerhauses am Überwasserkirchplatz 3.

„Es liegt nahe, den Titelhelden Judas mit dem siegreich heimkehrenden Herzog von Cumberland zu vergleichen“, sagt Fleßenkämper. Schließlich gibt es eine Widmung des Werkes an Prinz Wilhelm August, der 1745/46 den Jakobitenaufstand niedergeschlagen hatte. Dennoch böte sich ebenso an, die Textvorlage des Oratoriums in größere gesellschaftspolitische Entwicklungslinien zu stellen. Denn gerade die oft rezitierten Schlüsselbegriffe „nation“, „religion“, „laws“ und vor allem „liberty“ seien nur unter Berücksichtigung der zeitgenössischen politisch-ideologischen, auch aufklärerisch-kritischen Debatten um die britische Verfassung und den Moralzustand der Gesellschaft zu verstehen, deren Wurzeln bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen.

Der Vortrag ist Teil der Reihe „Gewalt – Bedrohung – Krieg“, die am 15. November in eine Aufführung des Händel’schen Oratoriums mündet. (bhe)

 


Bildnachweis Peter Paul Rubens, Der Triumph des Judas Makkabäus (1635): bpk / RMN / Nantes, Musée des Beaux Arts / Gérard Blot