Judas Maccabaeus

Georg Friedrich Händels „Judas Maccabaeus“

Aufführung am Sonntag in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen

News H _ndel Emma Kirkby

Die gefragte Händel-Interpretin Emma Kirkby übernimmt den Sopranpart in der Oratorienaufführung "Judas Maccabaeus".

Foto: Agentur

Gerade erst hat Canticum novum den Chorwettbewerb auf Landesebene gewonnen, schon ist das Ensemble wieder in Münster zu hören. Die Aufführung von Händels Oratorium „Judas Maccabaeus“ bildet am Sonntag, dem 15. November, den Abschluss einer Vortragsreihe des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ an der WWU Münster. Das Konzert in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen am Hohenzollernring 72 beginnt um 17 Uhr. Das Norddeutsche Barockorchester begleitet den Chor. Neben der renommierten Händel-Interpretin Emma Kirkby singen Catherine King (Mezzosopran), Daniel Johannsen (Tenor) und Stefan Zenkl (Bass). Die Leitung hat Michael Schmutte. Es gibt noch Restkarten im Musikhaus Viegener am Katthagen.

Politische Dimension in der geistlichen Musik

Die Veranstaltungsreihe „Gewalt – Bedrohung – Krieg“ am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ rückt Händels Oratorium „Judas Maccabaeus“ in den Mittelpunkt von vier öffentlichen Vorträgen. Darin stellen seit Anfang Oktober Wissenschaftler aus Münster ihre Perspektive auf das Werk sowie den Stand der theologischen, historischen sowie literatur- und musikwissenschaftlichen Forschung vor. Das Oratorium eignet sich besonders als Beispiel für die politische Dimension in der geistlichen Musik: Die Komposition greift auf die seit dem 16. Jahrhundert in politischen Schriften und Dichtungen verwendete Identifikation der Briten mit dem biblischen Volk Israel zurück. Georg Friedrich Händel schrieb das Oratorium 1746 als Huldigung auf den siegreich heimgekehrten Duke of Cumberland. Unter dessen Führung hatten die königlichen Truppen den jakobitischen Aufstand unter dem katholischen Prinzen Charles Edward niedergeschlagen. (bhe)

Über die Solisten:

Emma Kirkby, Sopran

Emma Kirkby, geboren 1949 in Cambridge, studierte ab 1968 Altphilologie in Oxford und nahm bei Jessica Cash Gesangsunterricht. Vor ihrer von ihr selbst damals nicht beabsichtigten Karriere als Sopranistin arbeitete sie als Lehrerin. Sie sang in dieser Zeit in kleineren Chören und Ensembles; hier entdeckte sie ihre Begeisterung für das Repertoire der Renaissance und des Barock.

Ihr Debüt-Konzert hielt sie 1974 in London und spezialisierte sich dann auf historische Aufführungspraxis und dem Finden eines reinen, intensiven Klangs der Alten Musik, womit sich heute ihr Name unmittelbar verbindet.

Sie machte Aufnahmen mit dem Taverner Choir und der Academy of Ancient Music, zu einer Zeit, als es noch nicht üblich war, die Sopranstimme den Instrumenten Alter Musik anzupassen. Die weltweit gefragte Interpretin arbeitet zudem regelmäßig mit führenden Barock-Ensembles wie London Baroque, dem Orchestra of the Age of Enlightenment, der Tafelmusic Toronto, dem Freiburger Barockorchester, L´Orfeo Barockorchester, dem Studio de Musique Ancienne de Montreal sowie Ensembles wie Palladian Ensemble und Floriledium zusammen. Heute liegen mehr als hundert Einspielungen von ihr vor.

Catherine King, Mezzosopran

Catherine King studierte in Cambridge und London und setzte ihre Gesangsausbildung bei Josephine Veasey fort. Für ihre Vielseitigkeit bekannt, gibt sie weltweit Konzerte mit breit gefächertem Repertoire, angefangen bei Werken des 12. Jahrhunderts bis zu zeitgenössischer Musik. Sie ist als Spezialistin für Alte Musik bekannt, aber dennoch behält sie ihre Tätigkeit als klassische Konzert- und Opernsängerin bei.

Sie sang mit einigen führenden britischen Orchestern, unter anderem mit dem Royal Philharmonic Orchestra (Händels Messiah, Albert Hall). Catherine King wirkte bei vielen Erstaufführungen über 30 Aufnahmen mit und ist Widmungsträgerin vieler Werke u.a. von John Woolrich, Larisa Vrhunc, Tansy Davies. Ihre jüngste CD mit Werken Galuppis (Forgotten Arias of a Venetian Master) hat überaus große Beachtung gefunden.

Daniel Johannsen, Tenor

Der österreichische Tenor Daniel Johannsen, 1978 in Wien geboren, studierte nach seiner Ausbildung zum Kirchenmusiker in Graz und Wien Gesang bei Margit Klaushofer sowie Lied und Oratorium bei Robert Holl in Wien und schloss mit Auszeichnung ab. Er war Meisterschüler von Dietrich Fischer-Dieskau, Nicolai Gedda, Christa Ludwig und Paul Esswood.

Daniel Johannsen ist als Konzert-, Lied- und Opernsänger in ganz Europa, Nordamerika und Japan präsent. Er gastierte bereits bei zahlreichen Festivals (Styriarte Graz, Salzburger Festspiele, La Folle Journée) und musizierte unter der Leitung namhafter Dirigenten wie Nikolaus Harnoncourt, Jordi Savall und Peter Schreier. Als gefragter Evangelist ist er an einigen groß angelegten Bach-Kantatenprojekten beteiligt.

Daniel Johannsen gewann zahlreiche Preise, so 2002 beim Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb in Leipzig und 2003 beim Hilde-Zadek-Wettbewerb in Wien. Zahlreiche CD-, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen dokumentieren seine künstlerische Arbeit.

Stefan Zenkl, Bass

Der Bariton Stefan Zenkl studierte zunächst bei Leopold Spitzer an der Musikuniversität Wien und schloss 2004 bei Kurt Widmer an der Musikhochschule Basel mit dem Lehr- und Solistendiplom ab. Er arbeitete in Meisterkursen mit Walter Berry, David Lutz, Thomas Hampson und Inge Borkh.

Neben Liederabenden in Basel, Zürich, Wien, Hannover und Frankfurt/ Main trat er als Solist unter anderem mit Musica Antiqua Köln auf.

Seit Sommer 2006 ist er Ensemblemitglied der Staatsoper Hannover. Stefan Zenkl ist Preisträger der internationalen Sommerakademie 2003 der Musikuniversität Mozarteum 2003 in Salzburg, des "Youngster of Arts 2000" der Landeshauptstadt St. Pölten, Semifinalist des ARD-Wettbewerbes in München im Jahr 2003 sowie Stipendiat der Theodor-Rogler-Stiftung.


Bildnachweis Peter Paul Rubens, Der Triumph des Judas Makkabäus (1635): bpk / RMN / Nantes, Musée des Beaux Arts / Gérard Blot

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