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Münster Lectures -  Literatur und Theorie im Dialog



Die Münster Lectures basieren anders als die meisten gängigen Poetik-Dozenturen auf einem dialogischen Prinzip: Sie setzen es sich zum Ziel, eine/n bekannte/n Theoretiker/in und eine/n renommierte/n Schriftsteller/in zu einem zentralen Thema der gegenwärtigen Debatten ins Gespräch zu bringen. Gerade die Verbindung von Literatur und Theorie soll neue Perspektiven auf kontroverse Themen der deutschen Öffentlichkeit eröffnen. Die Münster Lectures verstehen sich in diesem Sinne ganz dezidiert als ein Forum der kulturellen Begegnung. Lehrende, Studierende und Bürger/innen aus Münster und der Region haben hier die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Dadurch stärken die Münster Lectures nicht nur den inneruniversitären Austausch, sondern schlagen auch eine Brücke zwischen Universität und Stadt.


Münster Lectures 2016

"The Selfishness of Others – Die Selbstsucht der Anderen"

3.11.2016 I 19:00 Uhr I SpecOps Münster

Anlässlich der Veröffentlichung ihres Buches "Die Selbstsucht der anderen - Ein Essay über Narzissmus" (Edition Suhrkamp) findet im Rahmen der Münster Lectures am Donnerstag, den 3. November 2016 ab 19.00 Uhr im SpecOps Münster eine Lesung mit anschließendem Gespräch mit der Essayistin und Kulturjournalistin Dr. Kristin Dombek statt. Die englischsprachige Lesung ist öffentlich und kostenlos.

Moderiert wird die Lesung sowie das anschließende Autorinnengespräch von Marie Schmidt: Sie schreibt seit 2010 für DIE ZEIT und ist seit 2014 Redakteurin im Feuilleton. Gemeinsam mit Jana-Maria Hartmann hat sie Kristin Dombek's Essay How To Quit ins Deutsche übersetzt (dt. Titel: Aufhören).

Die Lesung sowie ein anschließender Workshop am 4. November werden realisiert durch die Graduate School Practices of Literature (GSPoL) des Fachbereichs 09 der WWU Münster in Kooperation mit dem Promotionskolleg Literarische Formen und dem smartNETWORK.
Der Workshop zum Thema "Writing Narcissism - Rhetoric of Self and Selfishness in Literary and Academic Writing" ist eine Veranstaltung der GSPoL, für externe Gäste sind aber einige wenige Plätze verfügbar. Bewerbungen richten Sie bitte bis zum 25.10.2016 an die Koordinatorin der GSPoL, Dr. Maren Conrad (m.conrad@uni-muenster.de).

Weitere Informationen finden Sie hier

Zu Impressionen der Veranstaltungen und einem Link zum 3Sat Interview mit der Autorin gelangen Sie hier

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© GS PoL
Dombek Klein
© Elisabeth Zimmermann
Münster Lectures 2015

Die digitale Gesellschaft

- The #FailedIntellectual Goodwill Tour -

Freitag, 26. Juni 2015, 20:00 Uhr
(Einlass ab 19:00 Uhr)
CUBA NOVA, Achtermannstraße 10, Münster

Hinter dem Pseudonym @NeinQuarterly verbirgt sich der US-Amerikanische Germanist und Kulturnihilist Eric Jarosinski, der mit seinen in Tweetform gekleideten kultursatirischen Aphorismen innerhalb kürzester Zeit zur Ikone eines internationalen Widerstands gegen aktuelle (Bildungs-)Politik, Wissenschaftsbetrieb und Kulturtradition avancierte. Aufgegriffen von der weltweiten Meinungspresse wie dem New Yorker, der Süddeutschen Zeitung, Spiegel-Online oder der ZEIT erreichen NeinQuarterlys feinsinnig-zynische Gedankensplitter inzwischen ein inner- wie außeruniversitäres Millionenpublikum. Die Veranstaltungsreihe „Münster Lectures – Literatur & Gesellschaft im Dialog“ freut sich sehr, dass @NeinQuarterly nun auch den Weg nach Münster wagt. Zu seinem öffentlichen Abendvortrag sind alle Kulturpessimisten und Kulturverteidiger herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Die Münster Lectures und der Vortrag von Eric Jarosinski findet statt im Kontext von

Digital. Sozial. Marginal? Literatur und Computerspiel in der digitalen Gesellschaft. Interdisziplinäre Tagung der GS PoL .

Diese fragt nach dem Status Quo digitaler Literatur(en) in der Gegenwart.


Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:
Katharina Fürholzer

Nein Plakat Gro _
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Münster Lectures 2014:

Der perfektionierte Mensch


Die Münster Lectures 2014 stellen das Thema »Genetik« in einen weiteren Zusammenhang. Unter dem Titel »Der perfektionierte Mensch« soll auch Fragen Raum gegeben werden, die Informationen über den aktuellen Status Quo medizinischer Machbarkeit übersteigen. Wer regelt, was an menschlichen Merkmalen veränderbar sein soll? Wer maßt sich an, darüber zu befinden, was ein gutes, ein gesundes Leben ist? Führt die Beeinflussbarkeit der menschlichen Erb-informationen zu einem Abbau der Vielfalt des Lebens, da Menschen nach bestimmten Moden und Idealen geschaffen werden können? Nivelliert es den Wert der Existenz, wenn ihre Grenzen verhandelbar werden? Führen neue Techniken dazu, dass die Lebenserwartungen von armen und reichen Menschen irgendwann noch drastischer auseinander klaffen?


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© Martin Stobbe

Zum Programm

Zu den diesjährigen Münster Lectures freuen wir uns, die Autorin Charlotte Kerner und die Medizinethikerin Prof. Dr. Bettina Schöne-Seifert begrüßen zu dürfen.

Das Programm sieht wie folgt aus:

Montag 16.06.2014, 20:00 Uhr
Prof. Dr. Bettina Schöne-Seifert (Medizinethikerin, WWU Münster):
Lasst uns den Menschen besser machen: Ethische Gratwanderungen und Grundorientierungen
Öffentlicher Abendvortrag im Zeitungslesesaal, Stadtbibliothek, Alter Steinweg 11, Münster

Dienstag 17.06.2014, 18:30 Uhr
Charlotte Kerner (Schriftstellerin):
Willkommen im Future Gen. Von Menschenmachern, Menschenklonen und Mischwesen
Öffentlicher Abendvortrag im Hörsaal S9, Schlossplatz 2, Münster

Mittwoch 18.06. 2014, 10:00 Uhr
Vorführung der Verfilmung von Charlotte Kerners Roman Blueprint für Schülerinnen und Schüler. Anschließend: Diskussionsrunde mit der Autorin.
Filmvorführung (für angemeldete Schulklassen) im Cinema, Warendorfer Straße 45.

Kontakt: Katharina Müller


Münster Lectures 2012

Der Sinn der Arbeit

Arbeit hat im Leben des Menschen einen hohen Stellenwert. Nicht nur materielle Bedürfnisse gilt es durch Lohnerwerb zu decken, die Tätigkeit, der wir professionell nachgehen, soll im Idealfall auch unseren Talenten und Werten entsprechen. In der Moderne hat sich dieses Verständnis von Arbeit mit dem wachsenden Wohlstand breiter Bevölkerungsschichten durchgesetzt. Durch spezialisierte Ausbildungen und Studiengänge soll jeder Mensch die Möglichkeit haben, sich so zu schulen, dass er/sie einem Beruf nachgehen kann, der ihm/ihr entspricht. Doch bedingt durch wirtschaftliche und politische Entwicklungen sind der Selbstverwirklichung des Einzelnen mitunter enge Grenzen gesetzt. Nicht selten heißt es ganz pragmatisch, finanziell das eigene Überleben zu sichern. Für viele junge Menschen entpuppt sich oft schon dieser Schritt als problematisch. Eine sichere und angemessen bezahlte Stelle gilt vielen von ihnen als Glücksfall, der anderen Altersgenossen, die in prekären Verhältnissen zu leben haben, verwehrt bleibt. Richard Sennett und Dietmar Dath werden sich in ihren Vorträgen der Frage annehmen, welche Funktion Arbeit im Zeitalter der Technisierung und Globalisierung zukommt und inwiefern sie dem Leben positiv und negativ Sinn geben kann. Die Frage, welches identifikatorische und sinnstiftende Potential in den Verfahren des traditionellen Handwerks liegt, wird die Grundlage der Überlegungen darstellen.

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© Thomas Struth & Frank Röth

Richard Sennett
Der US-amerikanische Soziologe Richard Sennett gilt als einer der wichtigsten Philosophen der Gegenwart. In seinem Werk setzt er sich u.a. mit dem Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit ("Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität", 1977), der Flexibilisierung der Lebensbedingungen in der Moderne ("Der flexible Mensch", 1998) und dem Finanzkapitalismus ("Die Kultur des neuen Kapitalismus", 2006) auseinander. Zuletzt widmete sich Richard Sennett in seinem Buch "Handwerk" (2008) der Frage, inwiefern die Dienstleistungsgesellschaft von den Arbeitsbedingungen des traditionellen Handwerks lernen kann. Für Sennett steht fest, "dass die Menschen durch die von ihnen hergestellten Dinge etwas über sich selbst lernen können". Gleichwohl tritt aktuell die Identifikation der Menschen mit ihrer Arbeit und der Gesellschaft generell immer mehr in den Hintergrund, so dass die Bürger laut Sennett weder ihren Beruf noch ihr Zusammenleben in der Gesellschaft als sinnstiftend empfinden können.

Dietmar Dath
Der deutsche Journalist und Schriftsteller Dietmar Dath machte mit seinem Essay "Maschinenwinter" (2008) auf die paradoxe Situation aufmerksam, die sich besonders ab dem 19. Jahrhundert mit der Technisierung des Arbeitsprozesses eingestellt hat: Statt die materielle Versorgung vieler Menschen sicherzustellen, hat das industrielle Aufrüsten zur Ausgrenzung breiter Bevölkerungsschichten geführt. Die Maschine ersetzt den Menschen, der sich nun neu ‚erfinden‘ muss, um in der Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft einen Platz einzunehmen. In seiner jüngst erschienen Rosa Luxemburg – Biografie (2010) beschreibt der FAZ-Redakteur den politischen Kampf der marxistischen Freiheitsdenkerin, die sich als Sozialdemokratin für die Rechte der Arbeiterschaft einsetzte.