Ambivalenzen der Digitalisierung. Neue Kommunikations- und Medientechnologien in der Wissenschaft


Personen André Donk M. A.
Institution Institut für Kommunikationswissenschaft
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Bispinghog 9 – 14
48143 Münster
Zeitraum April 2007 bis Oktober 2011
Finanzierung Eigenmittel
Schlagworte Dialektik der Kommunikationsgesellschaft, Medialierung der Wissenschaft, Wissensgesellschaft, Mediumeffekte, Digitales Vergessen

Abstract


Die zunehmende Verbreitung und Nutzung digitaler Kommunikationstechnologien im Funktionssystem Wissenschaft führt zu ambivalenten Entwicklungen in den zentralen Handlungsbereichen wissenschaftlicher Kommunikation, Gemeinschaftsbildung sowie Forschung und Lehre. Unklar ist bis dato allerdings, in welchem Maße und mit welchen beobachtbaren Folgen die Digitalisierung der wissenschaftlichen Produktion und Kommunikation stattfindet. Unstrittig ist jedoch, dass sie stattfindet und Veränderungen im Funktionssystem Wissenschaft auch Rückwirkungen auf die Gesellschaft als Ganzes haben werden, zumal die gegenwärtigen westlichen Gesellschaften seit den späten 1970er Jahren in immer stärkerem Ausmaße in ihrer ökonomischen Basis wie aber auch ihrer politischen Steuerung von den Leistungen (u.a. Ausbildung und Expertise) der Wissenschaft abhängen. Die Brisanz liegt dabei in der Tatsache, dass nicht nur Expansion und Effektivierung wissenschaftlicher Produktion zu erwarten sind, sondern grundlegende Veränderungen im Wissenschaftssystem auch in einer Abnahme originär neuen Wissens und der Komplexitätssteigerung von Arbeitsläufen sowie dem Verlust an Vertrauen in wissenschaftliche Kommunikation als auch in die Beständigkeit von Daten resultieren können – ursächlich dafür, so kann vermutet werden, sind auch neue Kommunikations- und Medientechnologien. Dabei ist nicht von einer exponentiellen Zunahme wissenschaftlichen Wissens auszugehen. Vielmehr drohen Rationalisierungsgewinne in massive Leistungsbeeinträchtigungen in Form der Unbeständigkeit digitaler Daten, der Fragmentierung von scientific communities über massive Zeitinvestitionen durch erhöhte Kommunikationsaktivitäten bis zu Problemen der Publikationsstrategien umzuschlagen. Das Dissertationsprojekt untersucht daher mittels einer standardisierten und repräsentativen Befragung unter Wissenschaftlern in Deutschland Stellenwert und Nutzungsweisen digitaler Kommunikationstechnologien in Forschung und Lehre und fragt andererseits nach Beobachtungen und Kognitionen hinsichtlich medieninduzierter Veränderungen in der Wissenschaft.

Methode


Empirisch-quantifizierend, standardisierte Befragung; empirisch-qualifizierend, Expertenbefragung