Aktuelles & Neuerscheinungen

Akademische Wissenskulturen. Praktiken des Lehrens und Forschens vom Mittelalter bis zur Moderne

hg. von Martin Kintzinger und Sita Steckel unter Mitarbeit von Julia Crispin.
Akademische Wissenskulturen Titel
© Schwabe Verlag

Seit mehr als zwei Jahrzehnten haben sich in der Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte die Konzepte einer Wissensgeschichte sowie der Erforschung historischer Wissenskulturen etabliert. Dabei sind wichtige theoretische und methodische Ergebnisse erarbeitet worden, an die der vorliegende Band anschliesst. Er stellt Ansätze in den Vordergrund, die nach den Praktiken des Wissens und ihrer jeweiligen Deutung durch Zeitgenossen fragen. Die Einbettung akademischer Praktiken in verschiedene Umwelten und die durch diese bedingte stete Notwendigkeit akademischer Selbstdefinition werden dabei ebenso beleuchtet wie die Nutzung von Texten, Bildern und Raumarrangements in diesem Kontext.

In zwei einander ergänzenden Schwerpunkten untersuchen die Beiträge sowohl Prozesse der wiederholten Abgrenzung akademischer Wissenskulturen als auch die enge Verstrickung akademischer Eliten in politische und gesellschaftliche Transformationen.

Ecclesia disputans: Zur Konfliktpraxis vormoderner Synoden zwischen Religion und Politik

hg. von Christoph Dartmann, Andreas Pietsch und Sita Steckel
Ecclesia Disputans
© 2011–2016 by Walter de Gruyter GmbH

Innerhalb der lateinischen Kirche wurden Synoden einerseits als Orte der religiösen Wahrheitsfindung, andererseits als politische Ereignisse mit eigenen Regeln der Konfliktlösung gesehen.

Der vorliegende Band diskutiert resultierende Dynamiken in Spätantike, Mittelalter und Früher Neuzeit und bringt Forschungsansätze zu Konzilien, zur Konfliktbewältigung und zu rechtlichem und politischem Entscheiden in der Vormoderne zusammen.

Bruno the Carthusian and his Mortuary Roll Studies, Text, and Translations

hg. von Hartmut Beyer, Gabriela Signori, Sita Steckel
Bruno The Carthusian
© 2016 Brepols Publishers NV/SA - All Rights Reserved

Als Bruno von Köln, Gründer des Kartäuserordens, 1101 starb, wurde von seiner Eremitengemeinschaft in La Torre ein sogenannter Totenrotel auf die Reise durch Europa geschickt. Über 150 Gedenkeinträge und Gedichte über Brunos Leben und Wirken wurden auf der Pergamentrolle eingetragen, die heute nur noch aus einem Druck des frühen 16. Jahrhunderts bekannt ist.

Der Band bietet fünf kontextualisierende Beiträge zum Kontext des Rotulus und seines Drucks, zu zeitgenössischen Memorialpraktiken und zu Bruno als intellektueller Figur. Er enthält zudem nicht nur den lateinischen Text der erhaltenen Einträge, sondern auch englische und deutsche Übersetzungen, die vielstimmig Brunos Tätigkeit als Lehrer und Scholaster, seine Konversion und Ordensgründung und seinen heiligmäßigen Lebenswandel kommentieren. Wie in einer Momentaufnahme erlauben sie, Wahrnehmungen intellektueller und religiöser Normen und Ideale im Jahr 1101 zu rekonstruieren.

Inhaltsverzeichnis

Networks of Learning. Perspectives on Scholars in Byzantine East and Latin West, c. 1000-1200

hg. von Sita Steckel, Niels Gaul, Michael Grünbart
Networks Of Learning
© LIT Verlag Berlin-Münster-Wien-Zürich-London

Die Gelehrtenkulturen des byzantinischen Reichs und des lateinischsprachigen christlichen Westens bieten einen faszinierenden kulturellen Vergleichsfall: Beide Kulturen bauten auf dem Erbe antiker Traditionen der Wissensvermittlung auf und adaptierten es unter den Bedingungen einer verchristlichen Gesellschaft. Während bislang griechiche und lateinische Gelehrtenkulturen zumeist getrennt erforscht wurden, dokumentiert der vorliegende Band einen interdisziplinären Workshop, der beide Seiten in den Blick nahm.

Neben zehn Beiträgen internationaler Expertinnen und Experten zu sozialen Netzwerken, Autorität und Performanz in gelehrten Milieus in Ost und West stellt der Band in Einleitung und zwei komplementären Schlusskommentaren rahmende Reflexionen aus Sicht der byzantinistischen sowie der westlichen Gelehrtengeschichte an. In der Benennung von Ansatzpunkten für weitere Forschungen zielt er darauf, den interdisziplinären Austausch stärker in Gang zu bringen.

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