Dr. André Krischer
Juniorprofessor für die Geschichte Großbritanniens und des Commonwealth
Curriculum Vitae
- 1995-2001: Studium der Anglistik, Geschichte, Philosophie und Geographie in Köln und Bonn
- 2001-2001: Stipendiat des Graduiertenkollegs „Gesellschaftliche Symbolik im Mittelalter“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
- Feb. 2005: Promotion mit der Arbeit „Reichsstädte in der Fürstengesellschaft. Politischer Zeichengebrauch in der Frühen Neuzeit“, erschienen Darmstadt 2006 anschließend Wiss. Angestellter an der TU Dresden bei Prof. Gerd Schwerhoff
- Mai 2005: Nachwuchsgruppenleiter des Leibnizprojekts „Vormoderne Verfahren“ von Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger in Münster
- Seit Juni 2009: Juniorprofessor für Geschichte Großbritanniens und des Commenwealth an der Universität Münster
Sprechstunden
Während des Semesters findet die Sprechstunde dienstags, 15-16 h statt. Bei inhaltlichen Fragen können Sie Herrn Krischer auch per Email kontaktieren (krischer@uni-muenster.de).
Achtung: Herr Krischer übt seine Dienstgeschäfte im Leibniz-Projekt, Hittorfstr. 17, aus.
Arbeitsstelle für die Neuere Geschichte Großbritanniens und des Commonwealth
Publikationen
Lehre vergangener Semester
Lehre im Sommersemester 2012
082092 Hauptseminar II: „Das gelobte Land. Anglophilie im 18. Jahrhundert.“
Mi 10-12, Raum: ULB 101
Laufe des 18. Jahrhunderts verlor Frankreich seinen Status als kulturelles Vorbild allmählich an England. Was zunächst nur eine überschaubare Gruppe von Aufklärern kennzeichnete, wurde im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts zu einer breiten kulturellen Strömung: Anglophilie, also die Hochschätzung alles Englischen, von den Lebensformen, der Mode, über Wissenschaften, Literatur, Theater, Architektur und Gartenbau bis hin zur politischen Ordnung, dem Rechtswesen und der Umgestaltung der Wirtschaft unter den ersten Vorzeichen der Industrialisierung. Anglophilie war tendenziell ein gesamteuropäisches Phänomen, allerdings mit einem eindeutigen Schwerpunkt im im deutschsprachigen Raum. Im Seminar werden wir uns mit folgenden Fragen beschäftigen: Wieso und für wen wurde „England“ zum kulturellen Leitbild? Wie wurden Erfahrungen über das „gelobte Land“ gemacht, was wurde festgehalten und weitergegeben, angeeignet und adaptiert? Welche Folgen hatte Anglophilie für den Wandel von Weltbildern im Alten Reich, wie und wo kam dies zum Ausdruck? Bei welchen Reformanliegen wurden „England“ zum Argument, und mit welchen Konsequenzen? Stimmt es, dass die Anglophilie mit der Französischen Revolution abflaute und zu einer restaurativen Ideologie wurde? Bei diesen Fragen wollen wir auf den Bezugspunkt „England“ bei den Staats-, Verwaltungs- und Justizreformen in Deutschland während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts achten. Eine Exkursion nach Burgsteinfurt zum Bagno, als Beispiel für einen englischen Landschaftsgarten, ist Bestandteil des Seminars.
Literatur: Werner Kroker, Wege zur Verbreitung technologischer Kenntnisse zwischen England und Deutschland in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Berlin 1971; Michael Maurer, Aufklärung und Anglophilie in Deutschland, Göttingen u.a. 1987; Marie-Luise Spieckermann (Hg.), "Der curieuse Passagier": Deutsche Englandreisende des 18. Jahrhunderts als Vermittler kultureller und technologischer Anregungen, Heidelberg 1983.
082107 Hauptseminar II: „Von der Sträflingskolonie zur multiethnischen Nation: Ausgewählte Aspekte der Geschichte Australiens seit dem 18. Jahrhundert.“
Mi 16-18, Raum: ULB 101
Das Seminar wird sich mit verschiedenen Aspekten der australischen Geschichte von der britischen Kolonisierung in den 1770er Jahren bis in die Gegenwart beschäftigen. Folgende Themen stehen auf der Agenda: Entdeckung, Vermessung und binnenländische Expeditionen im späten 18. Jahrhundert; Australien als Strafe: Kolonisierung durch Delinquenten; sträflingsfreie Kolonien: Australien als Einwanderungsland im 19. Jahrhundert; Urbanisierung: Der Export des europäischen Siedlungsmodells; Australien als Nation: Staatsbildungsprozesse, Dekolonisierung und Unabhängigkeit im Rahmen des Commonwealth of Nations; Multiethnische Einwanderung nach 1945; Rassismus und Diskriminierung; Australien im Weltwirtschaftssystem und den internationalen Beziehungen; Politisches System und Innenpolitik nach 1945; Die Kultur Australiens im 20. Jahrhundert, aktuelle Fragen der Umwelt- und Klimageschichte.
Literatur: Johannes Voigt, Geschichte Australiens, Stuttgart 1988; Mark Peel, Kleine Geschichte Australiens, München 2000; Johannes Voigt, Geschichte Australiens und Ozeaniens. Eine Einführung, Köln / Weimar / Wien 2011
082695 Forschungskolloquium/Oberseminar: „Identitäten im britischen Commonwealth und den USA“ (gemeinsam mit Prof. Dr. Heike Bungert)
Do 18-20, Raum: F104
082786 Kolloquium: "Forschungskolloquium Frühe Neuzeit" (gemeinsame mit Jun. Prof. Dr. Matthias Pohlig, Dr. Antonio Saez Arance, PD Dr. Michael Sikora, Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger)
Mi 18-20, Raum: F 234
Im Forschungskolloquium werden in diesem Semester – neben fünf Vorträgen auswärtiger Gäste – Texte zur Geschichtstheorie gelesen und diskutiert. Die Lektüren werden im Internet auf der learnweb-Plattform zur Verfügung gestellt. Hierzu loggen Sie sich mit Ihrer Uni-Kennung ein und belegen den Kurs "Forschungskolloquium Frühe Neuzeit SoSe 2012". Sollten hierbei Probleme auftreten, wenden Sie sich bitte per E-Mail an uns, die Texte werden Ihnen dann zugesandt.
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