Lehrveranstaltungen des Sommersemesters 2017

Vorlesungen

  • Die hierarchiche Struktur der Kirche (Prof. Dr. Thomas Schüller)

    Die hierarchische Struktur der Kirche

    Di: 8Uhr c.t. - 10Uhr, Fürstenberghaus F 3

    In dieser Vorlesung geht es um die Rechtsstellung des Diözesanbischofs (unter besonderer Berücksichtigung der Wahl zum Diözesanbischof), seine Konsultationsorgane wie Priesterrat und Diözesanpastoralrat, Diözesansynode und Diözesanvermögensverwaltungsrat und den Zusammenschluss von Teilkirchenverbänden, die Aufgabe der Bischofskonferenz und abschließend um die gesamtkirchliche Ebene mit Papst, Bischofskollegium und Ökumenischen Konzil. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob im Kodex von 1983 die lehramtlichen Vorgaben des II. Vatikanums in LG und CD umgesetzt wurden oder nicht. Beispielhaft hierfür steht die umstrittene These des Freiburger Kirchenrechtlers Georg Bier, dass die Diözesanbischöfe nur bessere Verwaltungsbeamte des Papstes seien.

    Literatur:

    • Bier, Georg, Die Rechtsstellung des Diözesanbischofs nach dem Codex Iuris Canonici von 1983 ( = FzK 32) Würzburg 2001.
    • Hallermann, Heribert, Ratlos – oder gut beraten? Die Beratung des Diözesanbischofs ( = KStKR 11), Paderborn 2010.
    • Aymans, Winfried, Kanonisches Recht. Lehrbuch aufgrund des Codex Iuris Canonici, Bd. II: Verfassungsrecht- und Vereinigungsrecht, Paderborn 1997.

  • Religionsverfassungsrecht (Prof. Dr. Thomas Schüller)

    Religionsverfassungsrecht

    Mo: 14Uhr c.t. - 16Uhr, JO 01 Johannisstraße 4

    Das Verhältnis von Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften und Staat ist einerseits durch Konkordate und das Grundgesetz geregelt andererseits beständig neuen Herausforderungen ausgesetzt. In der Vorlesung soll es um die Grundfragen dieses Verhältnisses gehen (Religionsfreiheit, Körperschaft, Anstaltsseelsorge, Religionsunterricht, Kirchensteuer, Katholische Theologie an staatlichen Fakultäten). Dabei werden aktuelle Fragestellungen wie die nach einem islamischen Religionsunterricht aufgegriffen und beantwortet.

    Literatur:

    • Axel Freiherr von Campenhausen/Heinrich De Wall, Staatskirchenrecht. Eine systematische Darstellung des Religionsverfassungsrechts in Deutschland und Europa. Ein Studienbuch, München 2006;
    • Jörg Winter, Staatskirchenrecht der Bundesrepublik Deutschland. Eine Einführung mit kirchenrechtlichen Exkursen, Neuwied 2001.

Seminare

  • PS: Staatskirchenrecht in Fällen (Johannes Hohmann)

    Staatskirchenrecht in Fällen

    Di: 10Uhr c.t. - 12Uhr, KTh IV Johannisstraße 8-10

    Ob in der staatlichen Rechtsprechung zum Kruzifix in öffentlichen Gebäuden, Kirchenaustritt, Seelsorgegeheimnis oder kirchlichen Arbeitsrecht: Diese und andere Urteile betreffen sowohl das Thema Religionsfreiheit als auch das Verhältnis von Staat und Kirche in Deutschland.

    Im Seminar werden einzelne Rechtsurteile untersucht und anhand aktueller Fragen diskutiert.

    Literatur:

    wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben.

  • HS: Die rechtliche Dimension des Handelns der Kirche ad extra - Religionsverfassungsrecht in NRW (Lic. iur. can. Thomas Neumann; Prof. Dr. Thomas Schüller)

    Die rechtliche Dimension des Handelns der Kirche ad extra - Religionsverfassungsrecht in NRW

    Mi: 16Uhr c.t. - 18Uhr, RK 40.13 Robert-Koch-Straße 40

    In der Bundesrepublik Deutschland gilt eine Trennung von Staat und Kirche. U. A. wird dieser Sachverhalt an dem Verbot einer Staatskirche gemäß Art. 140 GG i. V. m. Art. 137 Abs. 1 WRV festgemacht. Es handelt sich jedoch nicht um eine strikte Trennung, sondern eher um eine hinkende Trennung (Ulrich Stutz) bzw. partnerschaftlichen Kooperation. Joseph Listl spricht von einer institutionellen Trennung von Staat und Kirche, die eine Kooperation nicht verbiete. Ernst Wolfgang Böckenförder spricht von der „öffentliche[n] Wirksamkeit der Religion, die sich auf die deutsche Verfassungsordnung auswirkt.” Berühmter ist sein Diktum, dass der Staat von Voraussetzungen lebe, die er selbst nicht schaffen könne. Die weltanschaulich-religiöse Neutralität verpflichtet den Staat zu einer gewissen „Indifferenz” gegenüber den Religionen und doch arbeitet er mit einigen enger zusammen, als mit anderen. Die römisch-katholische Kirche sei ein freiheitsberechtigter Akteur innerhalb der Verfassungsordnung (Alexander Hollerbach).

    Was bedeuten aber diese Chiffren für das konkrete Handeln der Kirche ad extra – in, mit und an den bürgerlichen Gesellschaften. Im Haupteseminar soll anhand ausgewählter Handlungsfelder wie der Errichtung kirchlicher Strukturen, dem Bildungssystem, der römisch-katholischen Kirche als privaten Träger, der den staatlichen Auftrag wahrnimmt, der Finanzierung der Kirche und dem politischen Verhalten von Katholiken das Verhältnis von Kirche und Staat konkretisiert werden.

    Im Rahmen des Seminars findet eine Exkursion zum Landtag in Düsseldorf und dem dort ansässigen katholischen Büro statt, um vor Ort das Handeln der Kirche ad extra zu erkunden.

    Literatur:

    • Hense, Ansagr, Kirche und Staat in Deutschland, in: Haering, Stephan; Rees, Wilhelm; Schmitz, Heribert (Hrsg.), Handbuch des katholischen Kirchenrechts, Regenburg ³2015, S. 1830-1865.
    • Winter, Jörg, Staatskirchenrecht der Bundesrepublik Deutschland. Ene Einführung mit kirchenrechtlichen Exkursen, Köln ²2008.
  • HS: Pontifex Maxmimus - Das immerwährende Prinzip der Einheit (Prof. Dr. Thomas Schüller; Prof. Dr. Bernward Schmidt; Lic. iur. can. Thomas Neumann)

    Pontifex Maxmimus - Das immerwährende Prinzip der Einheit

    Mo: 16Uhr c.t. - 18Uhr, RK 40.13 Robert-Koch-Straße 40 [bis 29.05.2017]

    In diesem Jahr wird das 500jährige Jubiläum der Reformation begangen. Wenn man in der
    breiten Öffentlichkeit nach dem wesentlichen Unterschied zwischen den aus der Reformation
    hervorgegangenen Kirchen bzw. kirchlichen Gemeinschaften und der Römisch-Katholischen
    Kirche gefragt wird, so wird schnell das Papsttum genannt. Bis ins 16. Jahrhundert war jedoch
    der Papst nicht das Kennzeichen der Trennung, sondern das Fundament der Einheit der
    christlichen Welt.
    Im Seminar soll aus rechtlicher und historischer Perspektive dieses Fundament bzw. Prinzip der
    Einheit näher analysiert werden. Anhand von herausragenden Päpsten, historischen
    Ereignissen und Prozessen und rechtlichen Ordnungsmodellen und Legitmationen wird das
    Papsttum in seiner historischen und juristischen Konfiguration ausgeleuchtet, um das einende
    Moment dieses einzigartigen Amtes und Leitungsmodells näher bestimmen zu können.
    Aus Anlass der 500 Jahrfeier der Reformation findet organisiert von der Universität Heidelberg,
    den Vatikanischen Museen, der Biblioteca Apostolica Vaticana, der Fabbrica di San Pietro und
    dem Archivio Segreto Vaticano die Ausstellung "Die Päpste und die Einheit der Lateinischen
    Welt. Antike - Mittelalter - Rennaissance" in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim statt.

    (http://www.paepste2017.de/). Das Seminar wurde durch diese Austellung inspiriert und im
    Rahmen des Seminars findet eine zweitägige Exkursion nach MANNHEIM mit dem Besuch der
    Ausstellung statt.

    Literatur:

    • Bernd Schneidmüller u.a. (Hgg): Die Päpste. Amt und Herrschaft in Antike, Mittelalter und Renaissance, Bd. 1, Regensburg 2016.
    • Klaus Herbers, Geschichte des Papsttums im Mittelalter, Darmstadt 2012.
    • Stefan Weinfurter; Volker Leppin; Christoph Strohm; Alfried Wieczorek (Hrsg.): Die Päpste und ihr Amt zwischen Einheit und Vielheit der Kirche. Theologische Fragen in historischer Perspektive, Bd. 4, Regensburg 2017.