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Ergebnisse der UpToDate-Umfrage 6: Keinen Nutzen aufgrund von …

– Teil 5 –

Keinen Nutzen von UpToDate

Die Frage 6 „Ich hatte aus folgenden Gründen keinen Nutzen von UpToDate“ wurde an alle Antwortenden (n=367) gestellt. Die Antwortmöglichkeiten sind im Diagramm abgekürzt, sie lauteten vollständig:

  • Keinen UpToDate-Zugang
  • Prinzipiell keine Anwendung von UpToDate
  • Im klinischen Alltag häufig zu wenig Zeit für UpToDate
  • Kein zusätzlicher Informationsgewinn
  • Es werden andere Informationsquellen bevorzugt
  • Es bestehen Schwierigkeiten, sich in UpToDate zurecht zu finden, um gezielt Antworten zu bekommen


Nur 2% aller Antwortenden hatten keinen zusätzlichen Informationsgewinn durch UpTodate.

Weniger als 2% der Antwortenden gaben an, keinen zusätzlichen Informationsgewinn durch UpTodate gehabt oder sich nicht in UpToDate zurecht gefunden zu haben – ein bemerkenswert gutes Zeugnis für die Nutzbarkeit des Point-of-Care-(POC)-Tools. Schwerer wog da schon die Zeitknappheit, die 10,6% davon abhielt, einen Nutzen von UpToDate zu konstatieren. Fast ein Viertel aller Wissenschaftler (23%) und jeder Neunte Sonstige (11%) nutzen aus prinzipiellen Erwägungen UpToDate nicht, vermutlich, da sie nicht klinisch tätig waren, wie z.B. etliche Verwaltungsangestellte. Wissenschaftler nutzten natürlich eher andere Informationsquellen (23%), als die Ärzte oder Sonstige (je 9%). Überraschend war die Anzahl derjenigen, die angaben, keinen Zugang zu UpToDate gehabt zu haben, bestand für UpToDate doch eine uniweite Campuslizenz. Insbesondere die Sonstigen taten sich hier mit 31% Unkenntnis hervor, doch auch 13% der Wissenschaftler und jeder Elfte Arzt klagte darüber, keinen Zugang zu UpToDate gehabt zu haben.


Studenten, Pfleger und Sonstige leiden deutlich häufiger unter Zeitknappheit als Ärzte und Wissenschaftler.

Bricht man die obige Fragestellung auf diejenigen Umfrageteilnehmer herunter, die angaben, UpToDate auch wirklich genutzt zu haben, verschiebt sich das Bild deutlich: Es gibt keinen Antwortenden mehr, der nicht einen Informationsgewinn durch UpToDate hatte; wesentlich mehr (aber nur 4 Ärzte) fanden es nun schwierig sich dort zurechtzufinden (insb. die Wissenschaftler wurden dadurch abgeschreckt); 27% statt 8% der Sonstigen hatten auf einmal keine Zeit (durch den Filter „UpToDate-Nutzung waren jetzt offensichtlich die klinisch Tätigen selektiert worden); nur ein Einziger hatte es prinzipiell dann doch wieder nicht genutzt; unter den wiss. UpToDate-Nutzern hatte 44% (und damit fast doppelt so viele) auch andere Datenbanken genutzt (eine Selektion auf Recherche freudige Wissenschaftler?), bei den Ärzten war es genau andersherum: hier hatte sich die Quote auf 5% fast halbiert (weil die UpToDate-Nutzer so zufrieden waren, dass sie keine anderen Quellen mehr brauchten?); und die – nun unlogische – Antwort der UpToDate-Nutzer, sie hätten „keinen Zugang“, nannten immerhin noch 3 Sonstige, aber nur noch 2 Ärzte und kein Wissenschaftler.

Schauen wir uns dazu einmal die aufsummierten Ergebnisse aller vier Umfragestandorte an:


Nur 2 Personen an 4 Universitäten hatten durch eine UpToDate-Recherche keinen zusätzlichen Informationsgewinn.

Die höheren Fallzahlen erlauben uns, die Gruppe „Sonstiges“ nach Student/PJler sowie Fachpersonal zu differenzieren und das nichtmedizinische Personal aussen vor zu lassen.

Die Münsteraner Ergebnisse finden sich an den anderen Standorten größtenteils wieder: Insgesamt nur 2 Personen (an 4 Universitäten!), die durch eine UpToDate-Recherche keinen zusätzlichen Informationsgewinn verzeichnen konnten; eine gringe Zahl von Ärzten und Wissenschaftlern, die sich nicht in UpToDate zurecht fanden, aber doppelt so viele Studenten/PJler (hier könnte ein Augenmerk auf mehr Schulungen gelegt werden); wiederum klagt jeder Neunte Arzt über Zeitknappheit, aber – und das ist erstaunlich – jeder fünfte Student/PJler! Diese bemitliedenswerte Gruppe kennt sich noch nicht so gut mit den Arbeitsabläufen und Standradbehandlungen aus, ist trotzdem im Klinikalltag stark eingebunden, kann vielleicht noch nicht so gut mit ihrer Zeit umgehen, und … als PJler kann man schlecht delegieren; fast keiner der UpToDate-Nutzer gab an, UpToDate „prinzipiell nicht zu nutzen“, da hatten wohl einer sein Kreuz an der falschen Stelle gemacht …; nur halb so viele Wissenschaftler gaben dafür an, auch andere Informationsquellen zu nutzen.

Interessanterweise beklagten dreimal mehr Ärzte als in Münster, sie hätten keinen Zugang zu UpToDate gehabt und jeder zehnte Wissenschaftler (in Münster kein einziger). Auch die Studenten/PJler (jeder Vierte) hatten es deutlich schwerer, an UpTodate heranzukommen als die Münsteraner (jeder Siebte).

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