hysteria
Die Theatergruppe hysteria besteht aus rund fünfzehn jungen, theaterbegeisterten Menschen, die seit 2023 gemeinsam Geschichten auf die Bühne bringen. In unseren Inszenierungen richten wir den Blick insbesondere auf Perspektiven, die gesellschaftlich häufig übersehen, marginalisiert oder nicht gehört werden. Zugleich widmen wir uns Stoffen und Texten, die uns künstlerisch herausfordern und persönlich begeistern. In den vergangenen Jahren haben wir unter anderem „Die Grille“ von Charlotte Birch-Pfeiffer (mit Förderung des Kulturfonds der Universität Münster), „Elektra“ von Hugo von Hofmannsthal sowie Monologe von Ingrid Lausund inszeniert.
Aktuell arbeiten wir an unserem neuen Theaterprojekt „Franz, die Axt und das gefrorene Meer“. Darin nähern wir uns Franz Kafka, seinem Werk und seiner Wirkung auf kaleidoskopische Weise: Literarische Texte und biographische Fragmente treten miteinander – u.a. vor dem Hintergrund einer literaturwissenschaftlichen Perspektive – in Dialog und werden auf der Bühne künstlerisch neu befragt. Doch was verbindet eine Theatergruppe wie hysteria mit einem längst kanonisierten Autor wie Franz Kafka? Bei aller notwendigen kritischen Auseinandersetzung mit Kafka und seiner Zeit findet sich eine zentrale Gemeinsamkeit: Sowohl in Kafkas Texten als auch in unserer Theaterarbeit richtet sich der Blick immer wieder auf das Ausgeschlossene, Übersehene und Ungehörte. Im Zentrum seiner Werke stehen häufig Figuren, die keinen festen Platz in ihrer Umwelt finden, die an undurchschaubaren Machtstrukturen, gesellschaftlichen Ordnungen, Institutionen oder der Sprache selbst scheitern. Sie versuchen, gehört und verstanden zu werden, und erfahren zugleich, wie schwer Verständigung, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung unter solchen Bedingungen sein können. Kafkas Texte machen damit Mechanismen von Ausgrenzung, Macht und Fremdbestimmung sichtbar. An diesem Punkt setzt auch unsere Inszenierung an: Wir wollen Kafka weder biographisch vollständig erklären noch seine Texte abschließend deuten, sondern ihnen auf der Bühne begegnen und für unsere Gegenwart neu hörbar machen. Bereits im September dieses Jahres kommt „Franz, die Axt und das gefrorene Meer“ (20.09.2026 19 Uhr, 22.09.2026 18 Uhr, 25.09.2026 19 Uhr; Reservierungen unter: theatergruppehysteria@gmail.com) auf die Bühne.
Wir treffen uns jeden Dienstag von 19 bis 21 Uhr in der Studiobühne Münster (Domplatz 23), um gemeinsam zu proben, auszuprobieren und neue Ideen zu entwickeln. Neue Menschen sind jederzeit herzlich eingeladen, vorbeizukommen und mitzuwirken – Vorerfahrung ist nicht erforderlich. Auch ein Studium an der Universität ist keine Voraussetzung.
Kontakt: studiobuehne@uni-muenster.de
