WWU-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels, Prof. Dr. Michael Quante, Prorektor für Internationales und Transfer, Petra Bölling, Leiterin der Stabsstelle Universitätsförderung, und der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung WWU Hans-Bernd Wolberg (erste Reihe, v.l.n.r.) sowie die Mitglieder der WWU-Citizen-Science-AG.
© WWU - Peter Leßmann

Citizen Science

Gemeinsam Wissen schaffen

Ein Förderschwerpunkt der Stiftung WWU Münster sind die Bürgerwissenschaften (Citizen Science) an der WWU Münster. Damit ermöglicht die Stiftung die Verwirklichung von Forschungsprojekten, bei denen Bürgerinnen und Bürger aktiv eingebunden werden. Ziel ist es, das Vertrauen in wissenschaftliche Methoden zu stärken und gleichzeitig eine stärkere Verbindung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu schaffen.

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Citizen-Science-Wettbewerb der Stiftung WWU Münster

Die Stiftung finanziert seit 2020 den Citizen-Science-Wettbewerb an der Universität Münster. Mit dem Preis möchten die Stiftung und die Universität den Stellenwert des Citizen-Science-Ansatzes der Universität stärken, für das Citizen-Science-Potenzial in Forschungsprojekten sensibilisieren und neue Projekte anregen. Es können sowohl neue als auch bereits bestehende Projekte gefördert werden, bei denen WWU-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern zu einem bestimmten Thema forschen. Gefördert werden zwei Projekte mit einer Summe von je 7.500 Euro und einer frei wählbaren Laufzeit von bis zu zwei Jahren.

Vertreter der Stiftung WWU Münster gratulierten den Preisträgern des Wettbewerbs: Michael Schmidt, Prof. Dr. Michael Quante, Petra Bölling, Prof. Dr. Samuel Mössner, Gesa Hatesohl, Le-Lina Kittner, Jan Stenkamp, Nick Jakuschona, Tom Niers, Prof. Dr. Pinie Zwitserlood (v.l.).
Vertreter der Stiftung WWU Münster gratulierten den Preisträgern des Wettbewerbs: Michael Schmidt, Prof. Dr. Michael Quante, Petra Bölling, Prof. Dr. Samuel Mössner, Gesa Hatesohl, Le-Lina Kittner, Jan Stenkamp, Nick Jakuschona, Tom Niers, Prof. Dr. Pinie Zwitserlood (v.l.).
© WWU - Thomas Mohn

Siegerprojekte des Citizen-Science-Wettbewerbs 2021

Zwei Forschungsprojekte mit einer aktiven Bürgerbeteiligung überzeugten die Jury im Citizen-Science-Wettbewerb 2021 der Stiftung WWU besonders: „Wie divers ist mein Garten? Automatisiertes Biodiversitätsmonitoring an heimischen Vogelfutterstationen“ und „Gemeinwohlbarometer für das Quartier“. In einer öffentlichen Feierstunde im Schloss nahmen die Preisträger jetzt die mit jeweils 7.500 Euro dotierte Auszeichnung entgegen. Die Besucher erhielten zudem Einblicke in den Forschungsalltag von Bürgerwissenschaftlern - unter anderem stellten die Vertreter der Preisträgerprojekte ihre Arbeit in kurzen Videobeiträgen vor. Prof. Dr. Pienie Zwitserlood vom Kuratorium der Stiftung WWU Münster sowie die Jurymitglieder und Laudatoren Prof. Dr. Tillmann Buttschardt und Jessica Oertel verkündeten die beiden diesjährigen Preisträgerprojekte.

Wie divers ist mein Garten? Automatisiertes Biodiversitätsmonitoring an heimischen Vogelfutterstationen

Jan Stenkamp, Tom Niers und Nick Jakuschona vom Institut für Geoinformatik möchten gemeinsam mit Bürgern erforschen, wie die Zahl und Artenvielfalt der Vögel an heimischen Vogelfutterstationen mit der Gestaltung und Lage von Gärten zusammenhängt. Dazu werden sie an sogenannten smarten Futterstationen, die jeweils mit einer Kamera, verschiedenen Sensoren und einer Internetverbindung versehen sind, in möglichst verschiedenen Gärten Daten über die Vögel erheben. Dabei wird auch künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz kommen. Die Initiatoren und die beteiligten Bürger wollen aus den Daten Rückschlüsse auf die Möglichkeiten für eine möglichst vogelfreundliche Gartengestaltung ziehen und gleichzeitig ein Zeichen gegen das Artensterben setzen. Ein weiteres Ziel ist es, herauszufinden, in welcher Weise dieser Citizen-Science-Ansatz die bisherige Vogelzählung des Projektpartners, des NABU Münsterland, ergänzen kann.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Projekts "Wie divers ist mein Garten?".

© WWU - WOWFilm

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Gemeinwohlbarometer für das Quartier

Um ein neues Gemeinwohlbarometer geht es in dem Projekt von Prof. Dr. Samuel Mössner und Le-Lina Kettner vom Institut für Geographie und des Hansaforums Münster. Zwischen 2019 und 2021 hatte die zivilgesellschaftliche Initiative mit Anwohnern einen Quartier-Gemeinwohl-Index entwickelt. Gemeinsames Ziel ist es nun, daraus ein Gemeinwohlbarometer für das Viertel zu erstellen, das auch anderen Quartieren und zivilgesellschaftlichen Initiativen nutzbar gemacht werden soll. Die Initiatoren sehen Citizen Science als wesentlichen Bestandteil der politischen Beteiligung und der Demokratisierung von Wissenschaft.

„Die Stiftung WWU Münster möchte den Citizen-Science-Ansatz der Universität unterstützen“, unterstrich Pienie Zwitserlood in ihrer Rede. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, das Vertrauen der Bürger in wissenschaftliche Methoden durch ihre aktive Teilnahme zu stärken und Barrieren zwischen Wissenschaft und Gesellschaft abzubauen.“ Prof. Dr. Michael Quante, Prorektor für Internationales und Transfer, ergänzte: „Die aktive Beteiligung von Bürgern an der Forschung reicht von der Formulierung der Forschungsfrage, der Projektentwicklung und der Erhebung von Daten bis zur Auswertung und Kommunikation der Ergebnisse. Citizen Scientists und Wissenschaftler generieren auf diese Weise gemeinsam neues Wissen und stellen es der Gesellschaft zur Verfügung.“

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Hansaforums Münster.

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Sieger des Citizen-Science-Wettbewerbs 2020

Im Citizen-Science-Wettbewerb 2020 wählte die Jury folgende Projekte aus: „Monitoring moderner Agroforst-Ökosysteme“ und „Kinderkuren in Westfalen“. Sie zeichnen sich durch eine starke Bürger-Einbindung, hohe gesellschaftliche Relevanz und ein innovatives Forschungsdesign aus - beide Projekte werden mit jeweils 7.500 Euro von der Stiftung WWU Münster unterstützt. Zusätzlich wurde ein mit 1.000 Euro dotierter Publikumspreis für das Projekt „Peer-to-Peer-Videos im bilingualen Unterricht“ vergeben, der ebenfalls von der Stiftung WWU Münster finanziert wird.

Die Forschungsprojekte

Das Projekt „Monitoring moderner Agroforst-Ökosysteme“ aus dem Institut für Landschaftsökologie der WWU hat zum Ziel, ein Kooperationsnetzwerk zwischen Wissenschaft und lokalen Interessensgemeinschaften in mehreren Landkreisen in Deutschland aufzubauen, in denen Landwirte Teile ihrer Flächen zu sogenannten Agroforstsystemen umgewandelt haben. Dabei handelt es sich um einen Anbau von Gehölzen, der Synergien zwischen der ackerbaulichen Nutzung und der integrierten Gehölzbepflanzung herstellt und gleichzeitig Naturschutz-Belange berücksichtigt. Die Studierenden Julia Binder und Thomas Middelanis sind verantwortlich für das Projekt. Hier finden Sie den ausführlichen Bericht über das Projekt "Monitoring moderner Agroforst-Systeme"

Wer zwischen 1940 und 1980 Kind war, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Kinderkur absolviert. Allein in Bad Sassendorf wurden jedes Jahr mehrere tausend Kinder untergebracht. Sie sollten an Gewicht zunehmen und „aufgepäppelt“ werden. Für viele Kinder war der Aufenthalt mit Heimweh und Gewalterfahrungen verbunden, die bis heute nachwirken können. Im Projekt „Kinderkuren in Westfalen“ geht die Abteilung für westfälische Landesgeschichte am Historischen Seminar der WWU mit dem Museum „Westfälische Salzwelten“ der Frage nach, welche sozialen und kulturellen Praktiken den Alltag prägten und das Leben in den Kinderkureinrichtungen in Bad Sassendorf bestimmten. Studierende und Museums-Mitarbeiter erarbeiten in Kooperation mit Bürgern und  Betroffenen einen digitalen Ortsrundgang. Mithilfe einer App soll der Kuralltag für Besucher erlebbar gemacht werden. Hier finden Sie den ausführlichen Bericht über das Projekt "Kinderkuren in Westfalen".

Das Projekt „Peer-to-Peer-Videos im bilingualen Unterricht“ basiert auf einer Kooperation zwischen dem Englischen Seminar der WWU und dem Arbeitskreis Bilingual des St.-Antonius Gymnasiums in Lüdinghausen. Bei den Peer-to-Peer-Videos handelt es sich um Filme, die in den zweisprachig unterrichteten Fächern Biologie und Geschichte der Mittelstufe von und für Schülerinnen und Schüler entwickelt wurden. Die Forschungsfrage des Projekts lautet: Inwieweit bieten diese Videos fremdsprachliche, inhaltliche sowie digitale Lerngelegenheiten? Die Schüler recherchieren und strukturieren die Inhalte, um sie in Form eines Videos aufzubereiten. Von der schulinternen Lernplattform aus können die Schüler sie nutzen. Ziel ist es, das Potenzial sowie die Erfolgsbedingungen von Peer-to-Peer-Videos für den bilingualen Sachfachunterricht herauszuarbeiten. Hier finden Sie das Projektvideo zu "Peer-to-Peer-Videos im bilingualen Unterricht".

Siegerprojekte des Citizen-Science-Wettbewerbs 2020
© © WWU Designservice; Pixabay, Julia Binder, Westfälische Salzwelten