Tabea Drell
Betreuer: Prof. Oestmann
Titel der Dissertation:
Nach den Käfigen ging es weiter. Eine rechtshistorische Untersuchung der Bewältigung der Täuferherrschaft von Münster 1534-1535
Kurzbeschreibung:
Trotz ihrer kurzen Dauer von 16 Monaten hat die Münsteraner Täuferherrschaft zu einem immensen Bedarf an rechtlicher Aufarbeitung geführt - die letzten Prozesse, die ihr eindeutig zugeordnet werden können, sind erst in den 1580er Jahren beendet worden. Das Dissertationsprojekt möchte daher untersuchen, inwiefern Recht dazu eingesetzt wurde, die Stadt und ihre Gesellschaft nach diesem Ausnahmezustand wieder (oder neu?) zu ordnen.
Dazu werden Quellen aus der Zeit von 1535 bis ca. 1580 ausgewertet, die bisher größtenteils unbeachtet geblieben sind und bereits verraten, dass es sich in erster Linie um drei Themenkomplexe der Aufarbeitung handelte, die rechtlich eingeordnet und angegangen wurden: Einerseits galt es, die überlebenden Täufer zu bestrafen. Zudem haben die Enteignungen der Häuser innerhalb der Stadt und die folgende Umverteilung durch den Fürstbischof Franz von Waldeck zu zahlreichen, später auch erbrechtlichen, Prozessen geführt. Und schließlich wurde der vorherige rechtliche und politische Status von Münster als Stadt erst durch mehrere rechtliche Einzelschritte stückweise wiedererlangt. Diese Mechanismen der rechtlichen Aufarbeitung sollen anhand der erhaltenen Quellen untersucht werden und dabei nach Möglichkeit auch ein bisher fehlender Überblick über die (rechtlichen) Folgen des Täuferreiches entstehen.

