Pluralität, die Vielfalt, Heterogenität und Konflikthaftigkeit von Interessen sowie von Wertüberzeugungen und moralischen Orientierungen bildet eine der grundlegenden Herausforderungen insbesondere moderner Politik. Die Ausprägungen dieser Pluralität und die sich daraus ergebenden Herausforderungen werden allerdings sehr unterschiedlich bestimmt. Pluralismus bezeichnet demgegenüber eine Familie politiktheoretischer Ansätze, die das Faktum der Pluralität zum Ausgangspunkt ihrer normativen Reflexionen machen. Gegenwärtige Ansätze dieser normativen Traditionslinie plädieren angesichts der Pluralität und Heterogenität von Interessen, Wertüberzeugungen und moralischen Orientierungen in gegenwärtigen Gesellschaften für eine politische Verfassung solcher Gesellschaften, die auf Elemente wie den Konfliktaustrag im politischen Prozess, Institutionen und Verfahren der Kompromissbildung, die Begrenzung der Durchschlagkraft der Politik durch Gewaltenteilung sowie die ein hohes Maß an gesellschaftlicher Selbstregelung setzt. Der Masterkurs wird grundlegende Positionen der Debatte über Pluralität sowie ausgewählte Ansätze der pluralismustheoretischen Traditionslinie behandeln und diskutieren. Zur Vorbereitung empfohlene Literatur: Baghramian, Maria/Ingram, Attracta (Hrsg.) (2000): Pluralism: The philosophy and politics of diversity. London/New York: Routledge. Bellamy, Richard (1999): Liberalism and pluralism. Towards a politics of compromise. London/New York: Routledge. Eisfeld, Rainer (Hrsg.) (2006): Pluralism: Developments in the theory and practice of democracy. Opladen/Farmington Hills: Barbara Budrich (ULB-online). Kaul, Volker/Salvatore, Ingrid (Eds.), 2020: What Is Pluralism? Abingdon: Routledge (ULB-online). Lassman, Peter (2011): Pluralism. Cambridge: Polity.
- Lehrende/r: Ulrich Willems