Seminar und Peer-Learning legen den Schwerpunkt auf Formen des selbstständigen Lernens in allen Altersstufen: Stationenlernen, Freiarbeit, Projektarbeit, offener Unterricht u. a. Zu den aktuellen Herausforderungen des Lehrberufs gehört die Erweiterung des Rollenbildes. Neben weiterhin gültigen Rollenerwartungen rücken durch die Reformbemühungen im Kontext der Kompetenzorientierung und der Inklusion neue (oder neu gefüllte) in den Fokus. Dazu gehört das Bild der Lehrperson als Initiatorin und Begleiterin selbstständiger Lerner ebenso wie das der Diagnostikerin und Konstrukteurin individueller Lernwege. Darüber hinaus verkörpert der Religionslehrer („Zeuge des Glaubens”) beziehungsstiftende Kommunikations-Verhaltensweisen als wesentliche Inhalte seines Fachs. Gerade der letztgenannte Aspekt soll in den konkreten Lernsettings des Seminars anhand praktischer wie theoretischer Einblicke und Reflexionen vertieft werden.

Das Seminar kreist um drei Schwerpunkte: Es geht erstens um den Erwerb grundlegender Kenntnisse und Kompetenzen bezüglich der Planung, Reflexion und Evaluation von Religionsunterricht. Darüber hinaus sollen im Seminar zweitens die unterschiedlichen Lehrerfunktionen kennen gelernt und im Hinblick auf den Religionsunterricht bzw. die Religionslehrer/-in erörtert werden. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei mittels kollegialer Beratung auf dem individuellen Lehrer/-innenverhalten liegen. Es werden drittens Grundlagen für die Projekte des Peer-Learnings gelegt. Hier legt das Seminar den Schwerpunkt auf Formen des selbstständigen Arbeitens in allen Altersstufen: Stationenlernen, Freiarbeit, Projektarbeit u. a.

Zum Seminar gehört ein Abschlusskolloquium. Der Termin hierfür wird mit den Studierenden abgesprochen und liegt in den Semesterferien.

Kurs im HIS-LSF

Die Kindheitsgeschichten von Matthäus und Lukas haben eine immens reiche Wirkungsgeschichte entfaltet. Nach frühchristlichen Apokryphen, nach volkstümlichen Legendentraditionen, nach Bearbeitungen in Dichtung, Musik und bildender Kunst kamen seit den ersten Anfängen des Kinos auch unzählige filmische Bearbeitungen und Transformationen im Medium des Spielfilms hinzu. Um letztere wird es im Seminar zuvorderst gehen, und dabei nur am Rande um eigentliche Bibelverfilmungen, sondern zuvorderst um Variationen und Verfremdungen in Gestalt von sog. Transfigurationen, bei denen Motive und Züge der biblischen Protagonisten und Handlungen in andere Erzählungen übertragen werden – zumeist fragmentiert, aktualisiert oder übersetzt in andere kulturelle Kontexte. Dabei kommen Filme in den Blick wie „Maria und Joseph“, der die mt Kindheitsgeschichte im Milieu der ‚kleinen Leute‘ in der heutigen Schweiz ansiedelt und dabei Maria als Tochter eines Tankstellenbesitzers einführt, oder der „Harry Potter“-Zyklus, der in seinem ersten Teil eine Art „Weihnachtsgeschichte" erzählt, oder „Children of Men“, der sich um die gefährdete Geburt eines für die Menschheit rettenden Kindes dreht, aber auch ein apokalyptisches Drama wie „Terminator“, wo in Anlehnung an die Offenbarung des Johannes von der Verfolgung eines Kindes mit messianischen Zügen erzählt wird. Die biblischen Traditionen werden aber nicht selten auch invertiert, d.h. in ihr Gegenteil verkehrt und zur Matrix von Filmerzählungen über die Geburt eines teuflischen Kindes, wie im ersten Teil der „Omen“-Filme. Beachtung verdienen schließlich auch Kindheitsgeschichten in Superhelden-Filmen, im „Star Wars“-Kosmos und in TV-Serien.

Die ausgewählten Filme werden im Seminar zur Gänze oder in Ausschnitten visioniert und sollen primär über gemeinsame Gesprächs- und Diskussionsprozesse (in Kleingruppen und Plenum), statt durch Referate erschlossen werden. Begleitend soll stets auch gefragt werden, inwiefern die Filme Aufschluss über die Sinnpotentiale ihrer neutestamentlichen Grundlagen geben und welche Chancen sich bei der Arbeit mit ihnen für Religionsunterricht und Pastoral verbinden.

Da das Seminar sehr früh im Semester sattfindet, können Absprachen zur Übernahme von Impuls-Referaten und Sitzungsgestaltungen bereits ab Mitte September erfolgen.

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Die Bibel berichtet von vielen Menschen, die sich auf den Weg machen und unterwegs Gott in irgendeiner Art und Weise begegnen. Auch die Kindheitserzählungen Jesu erzählen von solchen Menschen. In der Geschichte des Christentums spielt das biblische Motiv des Unterwegsseins, zumal zu besonderen Orten, eine große Rolle. Der Apostel Jakobus wurde zur Leitfigur der Pilger, neben den Gräbern der Apostel wurden Bilder der Mutter Jesu zu Zielorten vieler Pilgerinnen und Pilger. Auch im Münsterland und am Niederrhein gibt es historische Pilgerwege und -orte. Mit Kindern und Jugendlichen auf solchen Wegen unterwegs zu sein, ist ein wichtiger Bestandteil religiöser Bildung, sowohl in der Schule wie auch in der Gemeindekatechese. In dem Seminar werden zunächst Ursprung und Geschichte des Pilgerns erarbeitet. Dann werden einzelne Pilgerwege und-orte der Region und ihre zentralen biblischen Motive untersucht und auf ihre Bedeutung für die religiöse Bildung hin befragt. Abschließend werden Materialien für das Pilgern mit Kindern Jugendlichen zusammengetragen.

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In diesem Hauptseminar wollen wir uns mit Fragen auseinandersetzen, die in den Blick nehmen, wie eine heterogene Schülerschaft in der (inklusiven) Schule den Unterrichtsalltag und mein Handeln als ReligionslehrerIn beeinflusst. Welche Herausforderungen stellen sich dabei für angehende ReligionslehrerInnen? Welche theologischen Begründungsdiskurse helfen im Umgang mit Heterogenität? Welche kommunikativen, aber auch welche handlungspraktischen und didaktischen Kompetenzen helfen, Heterogenität professionell zu begegnen?  Diese und andere Fragen sollen anhand von aktuellen Texten, religionspädagogischen Beiträgen zum Thema Inklusion und durch Fallbeispiele aus dem schulischen Kontext analysiert und diskutiert werden.

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Wo immer das Christentum Gebrauch von Bildern macht, stehen Bilder von Jesus Christus im Mittelpunkt: Von frühen Darstellungen in der Christentumsgeschichte bis zur gegenwärtigen Ausstattung von illustrierten Bibeln und Religionsbüchern. In den Christusbildern geht es darum, eine lebendige Vorstellung von Jesus zu entwickeln, aber auch darum, eine angemessene Darstellung von Göttlichkeit und Menschlichkeit in seiner Person zuwege zu bringen. Schließlich ist an Christusbildern die Frage diskutiert worden, ob Bilder im Christentum überhaupt legitim sind. Auf der anderen Seite wird seit der Mitte des 20. Jahrhunderts der Verlust an überzeugenden Bildern Jesu Christi beklagt.

Die Vorlesung geht den Entwicklungsschritten des Christusbildes in seinen wesentlichen Etappen nach, rekonstruiert die mit ihnen verbundenen systematisch-theologischen Fragestellungen und erörtert ihre religionsdidaktischen Implikationen für die Gegenwart.

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Gegenüber ihrer markinischen Vorlage haben die Evangelisten Matthäus und Lukas ihre Jesuserzählungen auf je eigene Weise um höchst bedeutsame Prologe erweitert: die sog. Kindheitsgeschichten. In diesen programmatischen Eröffnungstexten erzählen sie so von der Geburt Jesu Christi, dass damit die jeweils nachfolgende Evangelien­handlung wie von einer Ouvertüre vorbereitet und ‚gespurt' wird. Dabei lassen sich vielfältige Verbindungen zu alttestamentlichen Traditionen und zahlreiche religionsgeschichtliche Parallelen beobachten. Die Kindheitsgeschichten sind theologische und auch literarische ‚Kabinettstücke', denen bereits die Schwerpunkte der jeweiligen Evangelienkonzeptionen eingezeichnet sind.

In dieser Veranstaltung sollen deshalb aus bibelwissenschaftlicher wie religionsdidaktischer Perspektive die verschiedenen Kindheitsgeschichten Jesu in den Blick genommen und analysiert werden. An exemplarischen Texten aus den Evangelien können die narrativen Grundstrukturen der literarischen Verkündigung vom Jesus als dem Christus herausgearbeitet und für die Vermittlung im Rahmen von schulischen und gemeindlichen Bildungsprozessen reflektiert werden.

Zusätzlich zum elektronischen Anmeldeverfahren (s. u.) ist die Anwesenheit in der 1. Sitzung des Modul-Forums für die endgültige Teilnahme und den Erwerb von Prüfungsleistungen unbedingt notwendig!

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Neben dem obligatorischen Kernlehrplan zeigt sich das Schulbuch immer wieder als hidden curriculum der Lehrkraft. Vor allem in Anbetracht des hohen Arbeitspensums wird regelmäßig auf Religionsbücher zurückgegriffen und ihre Qualität und Aktualität selbstverständlich vorausgesetzt. Während sich jedoch zum Beispiel die Annäherung an unsere Hl. Schrift in Klasse 5 und 6 (vgl. KLP SI, S. 26 f.) in den vergangenen Jahren tendenziell eher weniger verändert hat, stellt sich die Frage, ob neuere Themengebiete wie das trialogische Lernen im Religionsunterricht ebenso vorhanden und diesbezügliche Kapitel im Unterricht umsetzbar sind.

In diesem Seminar setzen sich die Studierenden mit dem trialogischen Lernen in Religionsbüchern auseinander. Zum einen untersuchen sie gängige Religionswerke auf ihren Gehalt des interreligiösen Lernens und zum anderen gestalten sie auf Grundlage aktueller, fachwissenschaftlicher Erkenntnisse und unter Einbezug gegenwärtiger Religionsbücher für die Sekundarstufe I und II des Gymnasiums (und der Gesamtschule) Unterrichtssequenzen zum trialogischen Lernen für den konfessionsgebundenen Religionsunterricht. Im Rahmen dessen setzen sie sich mit der Relevanz der Lehrwerke auseinander und beurteilen ihre Chancen und Grenzen, sodass neue Perspektiven sowie Impulse zur Weiterarbeit bei der Konzeption von Unterricht eröffnet werden.

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