Das Seminar befasst sich mit den Wortstrukturen, insbesondere mit Wortbildung und Flexion, und widmet sich auch den Schnittstellen der Morphologie zur Phonologie, Syntax und Semantik. Hierbei wird auch auf den Übergangsbereich der Morphologie zur Syntax anhand von Verbpartikeln, Affixoiden und anderen Phänomenen eingegangen. Im zweiten Teil des Seminars werden moderne theoretische Ansätze zur Morphologie behandelt.
This course deals with the structure of words, in particular with derivation and inflection. We will also pay attention to the interface between morphology and phonology, syntax, and semantics. The ‘grey’ zones between the morphology and syntax, such as verbal particles, affixoides and other phenomena will also be broached. The second part of the course introduces modern theoretical approaches to morphology.
- Lehrende/r: Dejan Matic
Begriffe aus dem Feld der Informationsstrukturforschung wie Topik, Fokus, Kommentar, Kontrast, Thema, Rhema usw. dienen in der Linguistik seit ungefähr vierzig Jahren als Erklärungsmechanismus für diejenigen Typen formaler Variation, die sich nicht durch rein semantische oder strukturelle Motivation erklären lassen. So führt man z.B. den Unterschied zwischen "Ich lese Bücher von morgens bis abends" und "Von morgens bis abends lese ich Bücher" auf unterschiedliche Topik-Fokus Konfigurationen zurück; das gleiche gilt für die englischen Sätze "John woke me up at eleven" und "It was John that woke me up at eleven" oder für unterschiedliche Lesaraten der Partikel "nur" in "Ich habe nur Tee getrunken" und "Nur ich habe Tee getrunken". Die Popularität dieser Begriffe ist paradigmenübergreifend: Sie werden gleichermaßen in funktional-typologischen, generativen und formal-semantischen Ansätzen angesetzt. Trotz breiter Beliebtheit besteht jedoch keine Einigkeit über ihre Definition und Extension, so dass die Informationsstrukturforschung als eine der terminologisch am chaotischsten Teildisziplinen der Linguistik gilt. Diese terminologische und die dazugehörige begriffliche Unklarheit führt dazu, dass die Interpretation von einzelnen Sätzen, Satztypen und ganzen Konstruktionen von Linguisten zu Linguisten unterschiedlich ausfällt. Deswegen konzentrieren wir uns in der ersten Hälfte des Kurses auf die Klärung der terminologischen und definitorischen Fragen, wodurch auch eine "Sensibilisierung" für die oft feinen Bedeutungsnuancen erstrebt wird, welche durch unterschiedliche Topik-Fokus-Artikulationen entstehen. Im zweiten Teil soll das erworbene Wissen angewandt werden: Einerseits soll gezeigt werden, wie sich die Informationsstruktur auf die sprachliche Form auswirken kann, andererseits werden wir versuchen, sprachspezifische semantische und diskurspragmatische Unterschiede in der Topik-Fokus-Kodierung zu identifizieren.
The notions of information structure, such as topic, focus, comment, contrast, theme, rheme etc., have been used in linguistics in the past forty or so years as an explanatory mechanism for those types of formal variation that cannot be explained by resorting to semantic or purely structural motivations. For instance, the difference between "Ich lese Bücher von morgens bis abends" and "Von morgens bis abends lese ich Bücher" is commonly reduced to a difference in the topic-focus configurations. The same holds true for "John wake me up at eleven" and "It was John that woke me up at eleven", or for different readings of the particle "only" in "I only drank tea" and "Only I drank tea." The popularity of these notions is theory independent: they are equally used in functional-typological, generative and formal semantic traditions. Despite their popularity, there is no consensus concerning their definition and extension, so that the research on information structure is probably one of the most chaotic disciplines of linguistic in terms of terminology. The terminological and accompanying notional confusion results in the highly individual interpretation of sentences, sentence types and whole constructions among the linguists. It is for this reason that the first part of the course will be devoted to the clarification of the terminological and definitorial questions, which should result in the development of intuitions on part of the course participants on the often subtle nuances of meaning that accompany different topic-focus articulations. In the second part, this newly acquired knowledge will be applied to linguistic materials. On the one hand, it will be shown how information structure influences linguistic form. On the other hand, we will try to identify language-specific semantic and discourse pragmatic differences in topic-focus articulations.
- Lehrende/r: Dejan Matic
Wissenschaftliche Theorien zeichnen sich gewöhnlich durch unterschiedliche Interessen, Ziele, Vorannahmen und Methoden aus. Dies gilt insbesondere für die Linguistik, wo die Diversität der Ansätze besonders groß zu sein scheint. Das Ziel dieser Vorlesung ist, eine größere Vertrautheit mit den wichtigsten Unterschieden in der linguistischen Theorielandschaft zu vermitteln. Zu diesem Zweck werden wir uns in sechs Blöcken mit folgenden Fragestellungen beschäftigen: Die gegenseitige Abhängigkeit von Theorie und Empirie, Die historische Entwicklung von linguistischen Konzepten, Theoretische Vielfalt durch Inter- und Subdisziplinarität, 20. Jh.: Das strukturalistische Erbe, 20. Jh.: Generative kontra nichgenerative Familien von Theorien, 21. Jh.: Divergenz oder Konvergenz?
Current linguistic research is characterised by highly diverse theoretical landscape. Different schools of linguistic thought often disagree about the very basic principles of the field, offering opposing views on what constitutes a linguistic theory and what is the primary object of linguistic research. Each linguistic tradition encompasses a broad array of theoretical views with their own traditions, concepts and views on language and its analysis. In this class we will survey various linguistic theories that shaped the discipline and influence the modern research, with a particular emphasis on functional approaches.
- Lehrende/r: Dejan Matic
Im Seminar "Forschungsdaten sammeln, anreichern und auswerten" werden wir uns mit Themen rund um die Sammlung von Forschungsdaten, ihre Aufbereitung und Anreicherung mit linguistischen Informationen sowie mit der Analyse von Daten beschäftigen. Der Fokus des Seminars liegt auf der Arbeit mit schriftsprachlichen Daten. Relevant sind dabei auch ethische und rechtliche Aspekte bei der Sammlung von Forschungsdaten. Wir werden über Forschungsdatenmanagement reden und darüber, wie wir Forschungsdaten FAIR (findable, accessible, interoperable, reusable) machen können. Im Rahmen des Seminars werden wir gemeinsam ein Textkorpus aufbauen und analysieren. Dabei werden die Teilnehmenden wichtige Kenntnisse für die Durchführung von empirischen linguistischen Studien erwerben. Literatur: wird im Seminar bekanntgegeben.
- Lehrende/r: Ines Rehbein
Was ist ein Text? Wie werden inhaltliche Zusammenhänge in Texten hergestellt? Wie sind Informationen angeordnet? Was macht einen Text zu einem gut verständlichen Text? Diesen Fragen werden wir im Seminar nachgehen. Wir werden uns Kriterien für Textualität anschauen und dabei einen Fokus auf Textkohärenz setzen, also auf den inhaltlichen Zusammenhang in einem Text. Dabei werden wir verschiedene Kohäsionsmittel kennenlernen, die für den Oberflächenzusammenhang zwischen Textteilen verantwortlich sind, werden über Konnektoren, Kohärenzrelationen und Anaphern sprechen und Theorien der relationalen Kohärenz diskutieren. Das Seminar soll Studierende in die Lage versetzen, Texte auf ihre Verständlichkeit hin zu untersuchen und Faktoren, die Textverständlichkeit beeinflussen, selbst bei der Textproduktion anzuwenden. Literatur: Maria Averintseva-Klisch (2013): Textkohärenz. Universitätsverlag Winter GmbH Heidelberg.
- Lehrende/r: Ines Rehbein
Was ist ein Text? Wie werden inhaltliche Zusammenhänge in Texten hergestellt? Wie sind Informationen angeordnet? Was macht einen Text zu einem gut verständlichen Text? Diesen Fragen werden wir im Seminar nachgehen. Wir werden uns Kriterien für Textualität anschauen und dabei einen Fokus auf Textkohärenz setzen, also auf den inhaltlichen Zusammenhang in einem Text. Dabei werden wir verschiedene Kohäsionsmittel kennenlernen, die für den Oberflächenzusammenhang zwischen Textteilen verantwortlich sind, werden über Konnektoren, Kohärenzrelationen und Anaphern sprechen und Theorien der relationalen Kohärenz diskutieren. Das Seminar soll Studierende in die Lage versetzen, Texte auf ihre Verständlichkeit hin zu untersuchen und Faktoren, die Textverständlichkeit beeinflussen, selbst bei der Textproduktion anzuwenden. Literatur: Maria Averintseva-Klisch (2013): Textkohärenz. Universitätsverlag Winter GmbH Heidelberg.
- Lehrende/r: Ines Rehbein
Das Seminar bietet eine systematische Einführung in zentrale morphosyntaktische Strukturen im sprachvergleichenden Kontext. Im Mittelpunkt stehen grundlegende Kategorien wie Wortarten, grammatische Relationen, Argumentmarkierung und Satzbauprinzipien. Die Sitzungen widmen sich anhand ausgewählter Sprachen der Frage, wie morphosyntaktische Muster konstruiert sind, welche Funktionen sie erfüllen und welche typologischen Parameter sie bestimmen. Die Veranstaltung ist an einer konstruktionsgrammatischen Perspektive orientiert, bezieht jedoch gleichermaßen typologische Konzepte und empirische Befunde aus verschiedenen Sprachfamilien ein. Ziel ist es, ein theoretisch wie methodisch fundiertes Verständnis dafür zu entwickeln, wie Sprachen strukturell variieren und welche Implikationen dies für die Analyse grammatischer Kategorien hat. Das Seminar wird einerseits praktische Übungen enthalten; andererseits Lektüreeinheiten, für die jeweils Fachliteratur vorbereitend gelesen wird. Vorkenntnisse in Typologie sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Studierende sollten die Bereitschaft mitbringen, verschiedene Sprachdaten kritisch zu analysieren und unterschiedliche theoretische Ansätze zu vergleichen.
- Lehrende/r: Alexander Zahrer
Die Insel Neuguinea im Südpazifik bietet weltweit die größte Vielfalt an Sprachen und Kulturen. Derzeit gehen wir von etwa 800 verschiedenen sogenannten Papuasprachen aus, die sich in über 20 Sprachfamilien, zwischen denen keine Verwandtschaft feststellbar ist, gruppieren lassen. Das Ziel dieses Seminares ist es, den Studierenden einen grundlegendes Verständnis für die linguistische Situation auf Neuguinea zu geben. Diese Vorlesung bietet eine Einführung in den Stand der Forschung zu den Papuasprachen. Der Fokus liegt auf Grammatik und funktionale Aspekte der Sprachen. Welche grammatischen Strukturen sind typisch für Sprachen in dieser Region? Wie unterscheiden sie sich von dem, was wir aus europäischen Sprachen gewohnt sind? Ein zweiter Schwerpunkt wird auf Fragen der Klassifikation liegen: Wie teilt man Sprachen in Familien ein und wie leitet man aus den Daten Verwandtschaften und Proto-Formen ab? Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit Lexik, Diskursmustern und kulturanthropologischen Fragestellungen, sofern sie für das Verständnis der Sprachen relevant sind. Anhand ausgewählter Fallbeispiele gehen wir aktuellen Trends in der Forschung zu Papuasprachen nach. Zur Teilnahme ist ein solides Grundwissen über linguistische Grundbegriffe wie Morphem, Aspekt (realis/irrealis), clause usw. hilfreich. Vorkenntnisse über Papuasprachen sind nicht erforderlich.
- Lehrende/r: Alexander Zahrer
- Lehrende/r: Marlena Tronicke