Abstract
Geschichte prägt kollektive Identitäten und gesellschaftliche Erinnerung. In digitalen Kommunikationsräumen werden historische Narrative jedoch zunehmend für politische Zwecke umgedeutet und verbreitet. Insbesondere rechtsextreme Akteure greifen historische Bezüge zum Nationalsozialismus, zum italienischen Faschismus und zum Franco-Regime auf, um ideologische Botschaften zu legitimieren, gesellschaftliche Debatten zu beeinflussen und neue Zielgruppen zu erreichen.
Das Projekt „Manipulation der Vergangenheit: Rechtsextreme Ideologien und die Instrumentalisierung von Geschichte“ untersucht, wie solche historischen Narrative in digitalen Medien entstehen, verbreitet und strategisch eingesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen vergleichende Analysen von Kommunikationsprozessen in Deutschland, Italien und Spanien sowie die Rolle digitaler Plattformen bei der Verbreitung und Verstärkung dieser Narrative.
Ziel des Projekts ist es, ein besseres Verständnis der digitalen Instrumentalisierung von Geschichte und ihrer Bedeutung für demokratische Gesellschaften zu entwickeln. Darüber hinaus werden wissenschaftlich fundierte Unterrichtsmaterialien und Konzepte erarbeitet, die den kritischen Umgang mit historischen Narrativen und digitalen Informationen fördern.
Das Projekt wird von Prof. Dr. Thorsten Quandt am Online Communication Lab (OCL) des Instituts für Kommunikationswissenschaft der Universität Münster in Kooperation mit den Co-PIs Prof. Dr. Walter Quattrociocchi und Dr. Mathias Felipe De Lima Santos geleitet. Es wird von der VolkswagenStiftung im Rahmen der Förderinitiative „Transformational Knowledge on Democracies under Change“ gefördert.