Courses in Winter Term 2026/27

Prof. Dr. Heike Bungert:

Hauptseminar: Der US-amerikanische Westen im 20. Jahrhundert
Mi, 16-18 Uhr, ab 21.10.26
Kommentar: Das Seminar erkundet, inwiefern man im 20. Jahrhundert noch vom Westen als einer eigenen Region sprechen kann, oder ob es nicht viel mehr verschiedenste Regionen und Identitäten sind. Themen sind die Urbanisierung, die ethnische und religiöse Diversität, die Bedeutung von Bundesgeldern bei gleichzeitiger Ablehnung einer „Kolonisierung“ durch Washington, die Umweltzerstörung durch Rohstoffabbau, Rüstungsindustrie und Wasserverschwendung, Protestbewegungen von Rechts und von Links, wie White Supremacists oder die Black Panthers, aber auch der fortdauernde Mythos, der sich nicht zuletzt in der Attraktivität „des Westens“ für Migrant*innen und Tourist*innen zeigt. Gute Englischkenntnisse sind vonnöten, da ein Großteil der Lektüre aus englischsprachigen Texten besteht.
Literatur: Stephen Aron, The American West: A Very Short Introduction. Oxford: Oxford University Press, 2015; Robert V. Hine et al., The American West: A New Interpretive History. New Haven, CT: Yale University Press, 2. Aufl. 2017; David M. Wrobel, America’s West: A History, 1890-1950. Cambridge: Cambridge University Press, 2017; Richard W. Etulain/Michael P. Malone, The American West: A Modern History, 1900 to the Present. Lincoln, NE: University of Nebraska Press, 22007; Gerald D. Nash, A Brief History of the American West since 1945. Fort Worth: Harcourt, 2001; William Deverell (Hg.), A Companion to the American West. Hoboken: Wiley, 2008.

Proseminar: Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Vom New Deal zum Zweiten Weltkrieg: Die 1930er Jahre in den USA
Mi, 12-14 Uhr, Do, 12-14 Uhr, ab 21.10.26
Raum F042 (Fürstenberghaus)
Kommentar: Mit der Weltwirtschaftskrise 1929 begannen einschneidende Jahre für die Vereinigten Staaten, in denen die Regierung in einem nie dagewesenen Maße in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur eingriff, um die Depression zu überwinden. Die Demokratie war in den USA aber nicht in Gefahr. Erste Sozialhilfeprogramme wurden eingeführt, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Künstler*innen und Historiker*innen, Maßnahmen zur Regulierung der Wirtschaft. Im Seminar sollen neben Wirtschaft, Politik und Kultur auch Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Rolle ethnischer Gruppen analysiert werden. Das Proseminar führt anhand dieser Themen in die Arbeitstechniken, grundlegenden Herangehensweisen, Hilfsmittel und theoretisch-methodischen Zugänge der Neuzeit ein und will die Breite des Themenspektrums in der Geschichtswissenschaft aufzeigen. Gute Englischkenntnisse sind vonnöten, da ein Großteil der Lektüre aus englischsprachigen Texten besteht.
Literatur: Jürgen Heideking/Christof Mauch/Anke Ortlepp, Geschichte der USA. Stuttgart: utb, 72020; Manfred Berg, Geschichte der USA. München: Oldenbourg, 2013; Eric Rauchway, The Great Depression and the New Deal: A Very Short Introduction. Oxford: Oxford University Press, 2008; Aaron D. Purcell (Hg.), The New Deal and the Great Depression. Kent, OH: Kent State University Press, 2016; Kenneth J. Bindas, The New Deal and American Society, 1933-1941. New York: Routledge, 2021; Kiran K. Patel, The New Deal: A Global History. Princeton 2016.

Masterseminar: Region, Nation, Identität in den USA 
Mo, 16-18 Uhr, ab 19.10.26
Raum F041 (Fürstenberghaus)
Kommentar: Nationen stellen bis heute eine wichtige Einheit im globalen Geschehen dar. Zugleich sind aber auch lokale und regionale Identitäten von großer Bedeutung, gerade in den USA, wo einer zentralen Regierung traditionell ein großes Misstrauen entgegen gebracht wird. Sowohl Region als auch Nation werden heutzutage als konstruiert gesehen, sind aber zugleich wichtig für Identitätsbildung ebenso wie für Exklusionsmechanismen. Die Übung will zum einen theoretische Grundlagen zu Nation, Region und Identität, zu Mythisierung sowie zu Inklusions- und zu Exklusionsmechanismen erarbeiten. Zum anderen sollen Theorien auf konkrete Fallbeispiele angewandt werden, um die Komplexität der Konzepte (indigene Nationen?) zu erkunden. Der Fokus soll liegen auf regionalen bzw. sektionalen, aber auch nationalen Identitäten im Süden, im Westen und im Südwesten der USA, auf (kontinentaler und internationaler) Expansion und (Zwangs-)Migration sowie auf Kriegen (1812, Mexikanisch-Amerikanischer Krieg, Bürgerkrieg, Culture Wars). Die Teilnehmenden können sich im Sinn forschenden Lernens eigene Analysebeispiele und Theorien für ihre Stundengestaltungen und Hausarbeiten suchen. Ein Großteil der Lektüre besteht aus englischsprachigen Texten.
Literatur: Lloyd S. Kramer, Nationalism in Europe and America: Politics, Cultures, and Identities since 1775. Chapel Hill, NC: University of North Carolina Press, 2011; Liah Greenfeld, Nationalism: A Short History. New York: Bloomsbury, 2019; Edward Ayers et al., All Over the Map: Rethinking American Regions, Baltimore: Johns Hopkins University Press, 1996; Lothar Hönnighausen et al. (Hg.), Regionalism in the Age of Globalism, 2 Bde. (Bd. 1 Concepts of Regionalism), Madison, WI, 2004-2005; Alexander Finkelstein/Anne F. Hyde (Hg.), Reconsidering Regions in an Era of New Nationalism. Lincoln, NE: University of Nebraska Press, 2023; Robert L. Dorman, Hell of a Vision: Regionalism and the Modern American West, Tucson: University of Arizona Press, 2012; Matthew D. Lassiter/Joseph Crespino, The Myth of Southern Exceptionalism. New York: Oxford University Press, 2009; Richard Slotkin, A Great Disorder: National Myth and the Battle for America, Cambridge, MA: Belknap Press, 2024.

Katharina Isaak, M. A. :

Übung: Aufstieg und Fall der New Deal-Order. Forschungsperspektiven auf den liberalen Konsens in den USA 
Di, 14-16 Uhr, ab 20.10.26
Raum:
Kommentar: Warum gibt es in den Vereinigten Staaten keinen Sozialismus?“ – mit dieser Frage versuchte der deutsche Soziologe Werner Sombart bereits 1906 die Besonderheiten der US-amerikanischen Gesellschaft im Zeitalter der Industrialisierung zu ergründen. Der Umgang in den USA mit Kapitalismus, sozialer Frage und Konsumgesellschaft sowie die Rolle des Staates dabei sind seit Jahrzehnten auch Gegenstand historischer Forschung. Im Rahmen der Übung beschäftigen wir uns mit dem New Deal als zentrale Phase der Auseinandersetzung mit diesen Themen und Ausgangspunkt einer Phase des liberalen Konsenses in den USA. Beginnend bei den „Progressives“ des späten 19./ frühen 20. Jahrhunderts bis zu Präsident Lyndon B. Johnsons „Great Society“ der 1960er Jahre nehmen wir die Forschungsliteratur zur langen Geschichte der „New Deal Order“ (Steve Fraser & Gary Gerstle) in den Blick. In der Auseinandersetzung mit der Forschung werden wir uns bspw. mit den folgenden Fragen befassen: Wie wird das politische Programm unter Präsident Franklin D. Roosevelt in der US-Geschichte einordnet? Welche Erklärungsansätze für das Aufkommen und das Ende der New Deal-Order existieren? Aus welchen Perspektiven wird der New Deal in der Forschung betrachtet (bspw. Regionalität, Gender/Familie, Class, transatlantische Beziehungen)? Die Bereitschaft zur Arbeit mit englischsprachiger Literatur und Quellen wird vorausgesetzt.
Literatur: Steve Fraser/Gary Gerstle (Hrsg.), The Rise and Fall of the New Deal Order, 1930-1980, Princeton NJ 1989.

Übung: History goes digital. Methoden zur digitalen Quellenanalyse und Datenvisualisierung in der Praxis
Mi, 14-16 Uhr, ab 21.10.26
Raum:
Kommentar: In dieser Übung werden wir Ansätze zur Analyse historischer Quellen mit digitalen Methoden und zur Auswertung und Visualisierung historischer Daten kennenlernen und praktisch anwenden. Konkret werden wird uns mit den Methoden der digitalen Textanalyse, sozialen Netzwerkanalyse sowie Geodatenanalyse beschäftigen. Vorkenntnisse im Bereich der Digital Humanities sind nicht erforderlich. Der Kurs richtet sich explizit an Studierende, die bisher keine oder kaum Berührungspunkte mit Digital History hatten. Nach einer ersten Einführungsphase, in der wir uns mit Grundsatzfragen zur Operationalisierung von DH-Projekten befassen, werden wir uns mit den oben genannten Methoden und der jeweiligen Software praktisch auseinandersetzen. Ab Mitte Dezember werden Sie eine der vorgestellten Methoden in kleinen, eigenen Projekten selbst anwenden. Der thematische Schwerpunkt der verwendeten Quellen und Daten liegt im Bereich der US-amerikanischen Geschichte, kann aber im Rahmen der eigenen Projekte nach eigenen Interessen gelegt werden.
Kursteilnehmende sollen ihren eigenen Laptop mitbringen. Die eingesetzten Programme sind alle kostenlos. Teilweise handelt es sich um webbasierte Anwendungen, teilweise müssen die Programme auf dem Rechner installiert werden.