Profil des Fachbereichs Geowissenschaften

Die künftigen Herausforderungen unseres Planeten entwickeln sich als komplexe Probleme, die von den klassischen natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen allein nicht mehr angemessen untersucht werden können. Die Geowissenschaften bieten mit ihrer fachlichen Vielfalt und Kompetenz eine zukunftsweisende Plattform für die systematische wissenschaftliche Analyse solcher vernetzter Fragestellungen und Zukunftsprobleme.

Der Fachbereich 14 der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster spielt in diesem Zusammenhang mit seinem breit gefächerten Spektrum eine einzigartige Rolle in Forschung und Lehre verglichen mit ähnlichen Fachbereichen in Deutschland und Europa. Er setzt sich zusammen aus folgenden vielfältig miteinander vernetzten sieben Instituten (in alphabetischer Reihenfolge):

Didaktik der Geographie
Geographie
Geoinformatik
Geologie/Paläontologie
Landschaftsökologie
Mineralogie
Planetologie

Mit seiner Expertise ist der Fachbereich im nationalen Vergleich exzellent platziert und viele seiner Forschungsgruppen zählen, wie die letzte Evaluierung an vielen Punkten gezeigt hat, international zu den führenden, einige sogar zu den weltweit besten Gruppen ihres Faches. Unter dem Motto „Geowissenschaften in Münster: sichtbar sein und sichtbar bleiben“ wollen wir auch in Zukunft gute Platzierungen in fachspezifischen Hochschulrankings erreichen und Publikationen in hochrangigen Zeitschriften sowie Präsenz in den Medien realisieren.

Vor diesem Hintergrund ist der Fachbereich 14 das Forschungszentrum für raum- und zeitbezogene Fragestellungen zur Entwicklung der Erde und anderer Planeten an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Am Schnittfeld von Mensch und Umwelt vereinigt er natur- und gesellschaftswissenschaftliche Forschung, und seine wissenschaftlichen und lehrbezogenen Vernetzungen innerhalb der Universität reichen von den Naturwissenschaften über die Informationswissenschaften und die Mathematik bis zu einer großen Bandbreite gesellschaftswissenschaftlicher Fächer. Mit seinem Geomuseum wird der Fachbereich zukünftig auch eine wichtige Brücke zwischen Universität und Öffentlichkeit bilden.

Der Fachbereich 14 verpflichtet sich dem weiteren Ausbau exzellenter Forschung und der damit verbundenen hochwertigen Lehre. Seine Forschung bündelt sich in drei grundlegenden inhaltlichen Schwerpunkten mit hoher Zukunftsrelevanz, die nachfolgend genauer charakterisiert werden sollen:

• Global Change und Globalisierung
• Mensch, Raum und Umwelt
• Vom Atom zum Sonnensystem

Zur inhaltlichen Bearbeitung dieser Schwerpunkte steuern die vorhandenen Fächer jeweils einen spezifischen Input aus dem Bereich ihrer fachlichen Kernkompetenzen bei. Dabei handelt es sich um folgende Bereiche: Struktur- und Stoffanalytik, Geo- und Biosphärenevolution, Raum-Zeitliche Informationsverarbeitung, Raumanalyse und Raummanagement, Geo-Didaktische Lehr- und Lernforschung, Ökosystemanalyse, Global Change und Extraterrestrische Exploration.

Die Vielfalt und Vernetzung der Forschung im Fachbereich spiegelt sich in der Lehre durch ein breitgefächertes, institutsübergreifendes und vielfältig vernetztes Studienangebot wider, bei dem aktuelle Forschungsthemen in die Lehre einbezogen werden und das insgesamt immer wieder gute bis sehr gute Platzierungen in den CHE-Rankings verbuchen kann, die wir auch in Zukunft weiter anstreben. Bereits in der Bachelor-Ausbildung können die Studierenden - deutschlandweit einzigartig - zwischen vier grundständigen B.Sc.-Studiengängen sowie den auf das Lehramt ausgerichteten B.A.-Studiengängen wählen. Diese Vielfalt setzt sich in den Masterstudiengängen fort, und dieses Angebot soll auch zukünftig weiter ausgebaut werden. Hier setzt der Fachbereich, wo sinnvoll, auch auf die Internationalisierung der Lehre; neben Masterstudiengängen, die komplett auf Englisch gelehrt werden, beinhaltet dies auch einen Europäischen Erasmus-Mundus Studiengang. Der Fachbereich fördert überdies durch ein aufwendiges und standortdifferenziertes Erasmus-Programm den Studierendenaustausch mit europäischen Universitäten in vielen Ländern, ein Erasmus-Büro koordiniert die Aktivitäten.

Im Rahmen gemeinsamer vernetzter Aufgaben und Anforderungen im Fachbereich werden verschiedene Einrichtungen betrieben, die – in Zuordnung zu bestimmten Instituten bzw. Institutsgruppen – übergeordnete und (teilweise) gemeinsame Angebote für die optimale Organisation von Forschung und Lehre in den Geowissenschaften bereitstellen. Dazu kommen verschiedene gemeinsam genutzte Werkstätten, das Zentrum für Digitale Medien (ZDM), das Front Office (Studienberatung) gemeinsam betriebene Bibliotheken sowie die IVV zur Organisation der IT-Struktur. Für den naturwissenschaftlich orientierten Bereich kann man sagen, dass die Institute durch die diversen Neuberufungen in den letzten Jahren und die Neubeschaffungen im Rahmen des Neubaus GEO I über eine Reihe state-of-the-art Labore verfügen, die insgesamt ein für Deutschland einmalig breites Spektrum analytischer Methoden und Kompetenzen bündeln, die in der Lehre und in der Forschung eingesetzt werden.
Diese Labore umfassen u. a. Gerätezentren wie das “Münster Isotope Research Center (MIRC)” oder das “Interdisziplinäre Zentrum für Elektronenstrahl- und Mikroanalyse (ICEM)”, welche instituts- und fachübergreifend zur Verfügung stehen und von nationalen und internationalen Gästen und Kooperationspartnern rege genutzt werden. Das MIRC ist ein bundesweit einmaliger Verbund hochmoderner Isotopenanalytik der Institute für Mineralogie, Geologie/Paläontologie und Planetologie, welches die Universität Münster als Zentrum für Isotopengeochemie in Deutschland etabliert hat. Das ICEM verfügt über einen in seiner Kombination einmaligen Gerätepark für elektronenstrahlbasierte Analysemethoden zur strukturellen und chemischen Analyse komplexer Materialien mit hoher Ortsauflösung. Die Studenten des Studiengangs Geowissenschaften werden in Praktika schon frühzeitig an die Nutzung dieser analytischen Geräte herangeführt. Die Methodenvielfalt des MIRC und ICEM wird auch in Zukunft für die Forschung und Lehre des Fachbereichs eine wichtige Rolle spielen.