Themenheft zu Information und Desinformation im Geographieunterricht erschienen

In der Ausgabe 6/2026 der Zeitschrift Praxis Geographie ist das von Prof. Dr. Rainer Mehren und Luis Rüther moderierte Themenheft „Information und Desinformation. Zum Umgang mit ‚alternativen Fakten‘ im Geographieunterricht“ erschienen.
Das Heft widmet sich der Frage, wie „alternative Fakten“, wissenschaftsfeindliche Argumentationsmuster und gezielt verbreitete Falschinformationen im Geographieunterricht erkannt, analysiert und kritisch eingeordnet werden können. Damit greift die Ausgabe ein hochaktuelles Thema auf, das für geographische Bildung, Medienbildung und Demokratiebildung gleichermaßen bedeutsam ist.
Die Beiträge eröffnen unterschiedliche unterrichtspraktische Zugänge: Sie behandeln unter anderem Social-Media-Posts, KI-generierte Expert:innenvideos, algorithmische Verzerrungen in Klimawandeldebatten, Kartenkritik, emotionale Manipulation, kontroverse Argumentationen zur Windkraft sowie Klimamythen zum Gletscherrückgang. Ergänzt wird das Heft durch einen grundlegenden Basisartikel zur räumlichen Dimension von Desinformation sowie ein „kleines ABC der Wissenschaftsleugnung“.
Ein besonderer Fokus liegt auf einem kompetenzorientierten Umgang mit Desinformation. Lernende sollen nicht nur verstehen, wie Desinformation entsteht und welche gesellschaftlichen Strukturen ihre Verbreitung begünstigen. Sie sollen auch Quellen, Behauptungen, Daten und Darstellungen kritisch prüfen, eigene Urteilsprozesse reflektieren und Informationen verantwortungsvoll nutzen, teilen und produzieren können.
Damit zeigt das Themenheft, wie der Geographieunterricht zur Entwicklung einer resilienten Informationskultur beitragen kann. Im Zentrum steht eine geographische Medien- und Demokratiebildung, die Schüler:innen dazu befähigt, sich kritisch, reflektiert und konstruktiv an öffentlichen und digitalen Debatten zu beteiligen.
Das Themenheft ist bei Westermann in der Reihe Praxis Geographie erschienen.
