Zur Rezeption von Joh 1,14a und zur Theologie der Fleischwerdung in den griechisch vornizänischen Patristik. Von Christian Uhrig. – 2004, 598 Seiten, kartoniert, 72 EUR, ISBN-10: 3-402-03968-0, EAN: 9783402039687.
Der Johannesprolog hat mit seiner Aussage: "Und das Wort ist Fleisch geworden" den vielleicht "kühnsten Vers der ganzen Bibel" (Klaus Müller) formuliert. Die Studie fragt danach, ob und gegebenenfalls wie die griechischen Kirchenschriftsteller von den Anfängen bis zum Konzil von Nizäa (325) auf diesen Bibelvers zurückgegriffen haben. Dabei geht es genauso um die unterschiedlichen Arten einer formalen Rezeption (Wortlautzitate, Adaptionen und bloße Anspielungen) wie um eine inhaltliche Rezeption (Absicht der Kirchenschriftsteller für die Nutzung des Verses im Vergleich zum johanneischen Original). Unter Beachtung einer präzisen Begrifflichkeit von Fleischwerdung, bei der z.B. nicht Inkarnation mit Menschwerdung gleichgesetzt wird, ergibt sich, dass Joh 1,14a erstmalig von Irenäus aufgegriffen wird. Neben ihm erlangt die Rede von der Fleischwerdung des Logos in Alexandrien, und hier v.a. bei Klemens und Origenes, einen bedeutenden Stellenwert. Die Art der Nutzung ist dabei jeweils sehr unterschiedlich und insgesamt eher von der eigenen theologischen Konzeption des Autors motiviert als von der ursprünglichen Aussageabsicht des Johannesevangeliums. Abschließend unternimmt die Studie einen kurzen Ausflug in die Theologie der Gegenwart, die von einer Inkarnationsvergessenheit befallen ist, und fragt nach Impulsen der herausgearbeiteten Vätertheologie für den aktuellen theologischen Diskurs.
