St. Georg, Hiddingsel, Dülmen

Begeistert kehrte unsere Mitarbeiterin Claudia Hüffer aus Dülmen zurück - mitten in der westfälischen Landschaft liegt das kleine Dorf Hiddingsel und überrascht mit seiner beeindruckenden neoromanischen Basilika St. Georg, die einen Ausflug in den Kreis Coesfeld wert ist.
Schon im 11. Jahrhundert wird das Dörfchen erwähnt. Das Domkapitel baute eine kleine Kapelle, um die Hiddingsel entstand. Über die Jahrhunderte wurde es durch verschiedene Schicksalsschläge immer wieder zerstört - und jedes Mal bauten die Menschen ihre Wohnstätten und ihre Kirche wieder auf. St. Georg wurde erst 1911 geweiht. Im Blick auf die Geschichte des Dorfes ist es aber keine Überraschung, dass auf den mittelalterlichen Baustil der Romanik zurückgegriffen wurde: Trutzig wie eine Burgfeste thront der Kirchturm über dem landschaftlichen Idyll, dicht gemauert ist die Fassade und steht Besucher:innen wuchtig gegenüber. Im Inneren eröffnet sich jedoch ein lichtdurchfluteter Raum, dessen schlichte Rundbögen auf glänzenden Säulen ruhen.
Mit Augenzwinkern berichtet Claudia Hüffer von den besonderen Formen der Teilhabe, die sie hier bei der Dokumentation des Kulturerbes vorgefunden hat:
Ein Beichtstuhl wurde zur Bibliothek umfunktioniert, und ist nun mit Geschichten zum Lesen statt mit gesprochenem Wort gefüllt.
Außerdem fand sie eine Sammlung kleiner Kronen vor, die wohl Figuren zu bestimmten Anlässen aufgesetzt wurden.
Mit dem nächsten Fund bringt sie das Team zum Rätseln - handelt es sich um eine Form von liturgischem Textil? Hier hat jemand liebevoll für eine Pyxis einen lilafarbenen Überzug gehäkelt. Eine Pyxis ist eine kleine, meist kreisrunde Dose aus Edelmetall. Sie dient dazu, die in der Messe geweihten Hostien sicher aufzubewahren und zu transportieren. Wie schön, wenn auch den kleinsten und schlichten sakralen Gerätschaften solche Aufmerksamkeit geschenkt wird!
Kulturerbe in Gebrauch...


© Universität Münster | ACHRIBI | Claudia Hüffer | CC-BY-SA 4.0 
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