
Fundstück 2025 - I.
Im Kirchturm der Kirche St. Martinus in Nottuln haben wir diese relativ große Fahne gefunden (173 cm x 98 cm):
„Auf dem zerfetzten Stoff ist das Emblem des Jesuitenordens noch gut erhalten: In einem Strahlenkranz steht die Abkürzung IHS (Jesus Homini Salvator, Jesus Erlöser der Menschen), darüber ein Kreuz, darunter ein Herz, das von Nägeln durchbohrt ist.
Die Fahne erzählt von der Bedeutung, die die Jesuiten für die Frömmigkeit hatten. Bis zur Auflösung des Ordens im Jahr 1773 gründeten sie in den Pfarreien Marianische Kongregationen oder betreuten Bruderschaften, wie z.B. in Nottuln die 1668 gegründete Todesangst Bruderschaft.
1850 kamen die Jesuiten zurück nach Münster. Jetzt verbreiteten sie in den Pfarreien vor allem die Herz- Jesu Frömmigkeit und warben für den Eintritt in das Gebetsapostolat. Die Feier der Herz-Jesu Freitage und des Herz-Jesu Festes war ihnen ein besonderes Anliegen. Sie hatten Erfolg damit, offensichtlich auch in Nottuln.
Der Zustand der Fahnen zeigt, dass diese Frömmigkeit schon lange nicht mehr lebendig ist. Papst Franziskus hat in seiner Enzyklika Dilexit nos vom Oktober 2024 für eine Erneuerung der Herz-Jesu Frömmigkeit geworben. Ob es neue Fahnen geben wird?“



