
Studienstart für Erstsemester
Etwa 60 neue Studierende hat die Katholisch-Theologische Fakultät am Montag herzlich willkommen geheißen. Im voll besetzten Hörsaal KTh I erhielten sie einen Überblick über Studium, Beratungsmöglichkeiten und Netzwerke und konnten erste Kontakte knüpfen. Dekan Prof. Dr. Oliver Dyma sprach in seinem Eröffnungsvortrag über die Vielfalt des Studiums und die gesellschaftliche Relevanz von Theolog:innen.

Prof. Dr. Oliver Dyma begrüßte die neuen Studierenden im Hörsaal KTh I an der Fakultät und ermutigte sie, sich selbst einzubringen und gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu hinterfragen. „Das Theologiestudium ist sehr breit gefächert. Sie lernen hier vor allem auch zu argumentieren und das eigene Denken zu hinterfragen. So können Sie aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen analysieren und einordnen“, sagte der Dekan. Ohne ein Verständnis religiöser Dynamiken seien gesellschaftliche Phänomene kaum zu verstehen.
Das veranschaulichte der Professor für Exegese des Alten Testaments in seinem Eröffnungsvortrag, in dem er über den Begriff Katechon sprach: ursprünglich ein theologischer Begriff aus dem Neuen Testament, der heute oftmals politisch aufgeladen verwendet wird. Er stammt aus dem 2. Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher und bezeichnet eine Kraft oder Instanz, die das Erscheinen des Antichristen und das Ende der Welt hinauszögert.
Oliver Dyma erläuterte, wie der Begriff heute insbesondere auf Social Media-Kanälen von rechten und fundamentalistischen Akteuren genutzt wird, um politische Führer oder Ideen als Bollwerk gegen eine liberale Weltordnung zu überhöhen. So stilisiere zum Beispiel der russische Ideologe Alexander Dugin Russland zum Katechon gegen eine vermeintlich postmoderne, westliche Dekadenz. Der Tech-Milliardär Peter Thiel verknüpfe das Motiv mit radikalem Libertarismus. In dessen Lesart verkörpere nicht mehr ein Staat oder Herrscher den Katechon, sondern technologische Innovation.
Katechon, so Dyma, sei oft mit imperialen Ideen verknüpft, die eben nicht demokratischen Vorstellungen entsprächen. Wenn der Begriff für solche Zwecke verwendet wird, handele es sich um „geschichtstheologische Verbrämung“. Gerade hier kämen Theolog:innen ins Spiel, die solche Diskurse mit ihrem Fachwissen einordnen könnten. Denn im Theologie-Studium gehe es auch darum, wie die unterschiedlichen theologischen Disziplinen solche Diskussionen aufgreifen: Was sagen beispielsweise Kirchengeschichte, Philosophie, Moraltheologie oder Ostkirchenkunde dazu?
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Praktische Tipps für den Studienstart
Nach diesem theologisch-gesellschaftlichem Auftakt vermittelten Mathias Gerstorfer und Theresia Staffler vom Studienbüro ganz praktisch, wie Erstsemester strukturiert lernen können. Unter anderem erläuterten sie das Anmeldeverfahren für Proseminare, Tutorien, Übungen und Sprachkurse. Hanna Fink und Viktoria Holzinger von der Offenen Fachschaft Katholische Theologie begrüßten die Studierenden und luden sie zum Mitmachen und Austausch ein. Auch externe Institutionen wie das Mentorat des Bistums für Lehramts-Studierende und das Priesterseminar Borromäum stellten sich und ihr Angebot vor.
Weitere Informationen finden Erstsemester hier.







