Kuball-Kunstwerk schmückt Campus

Zwar ist das neue Campus-Gelände noch Baustelle, jetzt trafen sich aber bereits Künstler, Förderer, Vertreter:innen von Universität und BLB NRW sowie Gäste zur Übergabe des Kunstwerks "pars pro toto" von Mischa Kuball. Der Düsseldorfer Konzeptkünstler hatte den Kunstwettbewerb der Universität gewonnen. Damit nimmt der neue Campus der Theologien und der Religionswissenschaft weiter Gestalt an.

Noch ist der Campus Baustelle. Das Kunstwerk "pars pro toto" spiegelt die Szenerie.
© KTF | Dagmar Thiel

Drei flache Kuben sind an einer Art Fahnenmast übereinander angeordnet. Die beiden oberen drehen sich langsam gegeneinander und so sieht man in den Spiegeln, die auf den langen Seiten der Kuben montiert sind, sich immer wieder verändernde Bilder – die Baustelle, die umgebenden Gebäude, den leuchten blauen Himmel, Personen auf dem Campus und manchmal auch sich selbst.

Ein einzigartiges Projekt entsteht

Auf dem Campus der Theologien und der Religionswissenschaft in Münster entsteht ein einzigartiges Projekt: Ab 2027 forschen und lehren hier evangelische, katholische und islamische Theologie gemeinsam. Hinzu kommen die jüdischen Studien sowie vielfältige Einrichtungen der interdisziplinären Religionsforschung und -lehre der Universität Münster. Der Campus wird den fächerübergreifenden Austausch und den interreligiösen Dialog verstärken und verstetigen. Mit mehr als einer halben Million Büchern entsteht zwischen Hüfferstraße und Robert-Koch-Straße zudem eine der größten theologischen Bibliotheken Europas.

Mischa Kuball
Der Konzeptkünstler Mischa Kuball (*1959) arbeitet im öffentlichen und institutionellen Raum. Von 2007 bis 2026 war er Professor für public art an der Kunsthochschule für Medien in Köln sowie assoziierter Professor für Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung/ZKM in Karlsruhe. Seit 2015 ist er Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Künste NRW.
© KTF | Dagmar Thiel

Engagement für zeitgenössische Kunst in Münster

In seiner Begrüßung skizzierte Universitätsrektor Prof. Dr. Johannes Wessels den langen Werdegang dieses Projekts. Aus der Idee, Künstler:innen zur Auseinandersetzung mit der Idee eines Campus der Theologien und der Religionswissenschaft einzuladen, wurde mit Unterstützung der Universitätsgesellschaft Münster e.V. ein Kunstwettbewerb. Eine sechsköpfige Jury aus Vertreter:innen der drei theologischen Fakultäten der Universität sowie namhaften Kunstexpert:innen wählte unter den eingereichten Wettbewerbsbeiträgen den Entwurf des Düsseldorfer Medien- und Konzeptkünstlers Mischa Kuball aus. Die Realisierung ermöglichte das Unternehmen Brillux, dem Rektor Johannes Wessels für sein großzügiges Engagement für die zeitgenössische Kunst in Münster und auf dem Campus herzlich dankte.

Fotos

Künstler, Förderer, Vertreterinnen von Universität und BLB NRW mit Gästen
Künstler, Förderer, Vertreterinnen von Universität und BLB NRW mit Gästen
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  • Gäste bei der Übergabe des Kunstwerks „pars pro toto“ von Mischa Kuball
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  • Gäste bei Übergabe des Kunstwerks „pars pro toto“ von Mischa Kuball
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  • Prof. Dr. Ursula Frohne und Mischa Kuball
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  • Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels bei der Übergabe des Kunstwerks
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Kunstwerk lädt zur Reflexion ein

Für ihn sei "pars pro toto" keine Skulptur im klassischen Sinne, die einem gegenüberstehe und Gegenstand der Betrachtung sei, erläuterte Mischa Kuball im anschließenden Gespräch mit Prof. Dr. Ursula Frohne. Er sehe das Werk als Wahrnehmungs-Werkzeug, das zur Reflexion einlade. Damit reiht sich "pars pro toto" ein in Kuballs langjährige Beschäftigung mit Platons Höhlengleichnis. In seinem Buch "Politeia" nutzt der antike Philosoph das Bild vom Aufbruch aus der warmen Höhle ins Freie als Metapher für die Stadien menschlicher Erkenntnis der Welt und entwickelt damit ein Motiv, das bis heute Philosoph:innen und Theolog:innen zu Neuerzählungen und Interpretationen anregt.

Da Spiegel aber auch in ganz anderer Weise mit jüdischer, christlicher und islamischer Mystik verbunden sind, entsteht mit der Verortung von "pars pro toto" im Innenhof zwischen Alt- und Neubau der Theologischen Fakultäten ein dichtes Geflecht von Bezügen. Es bleibt den Betrachter:innen überlassen, ob sie sich in diese Gedankenwelten vertiefen mögen oder mit den Spiegeln spielen und sich einfach an den vielfältigen Bildern, die "pars pro toto" bietet, erfreuen.