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Vorläufiges Programm (Stand September 2022)

Der 41. Kongress der IVMS bietet Gelegenheit, im kollegialen Dialog Impulse benachbarter Disziplinen zur Care-Ethik aufzunehmen, theologisch-ethische Positionen zu profilieren, Desiderate im eigenen Wissenschaftszusammenhang präzise zu identifizieren und weiterführende Forschungsperspektiven zu entwerfen. Darauf ist die Programmstruktur ausgerichtet:

Am Eröffnungsabend (10.09.2023) schließt sich an die inhaltliche Einführung ein Grundsatzvortrag zur Bedeutung von Sorge/Care als Thema und Perspektive theologischer Ethik an. Der erste volle Kongresstag (11.09.2023) wird der disziplinenübergreifenden Theoriegeschichte und Diskursentwicklung sowie einer systematischen Erschließung von Care-Ethik als Paradigma bzw. Ethik-Typus gewidmet sein. Beiträge aus ökonomisch-sozialwissenschaftlicher und philosophischer Perspektive werden aus praktisch-theologischer und theologisch-ethischer Sicht kommentiert und erörtert. Bewusst werden dialogische Formate für die Präsentation und Diskussion gewählt. Am Abend öffnet sich der Kongress für die Stadtöffentlichkeit mit einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung, die unter dem Leitthema „Sorgende Gesellschaft“ die gesellschaftliche Relevanz des Themas beleuchtet. Am zweiten und dritten Kongresstag (12./13.09.2023) steht die Dynamik von Sorgebeziehungen und Sorgestrukturen im Zentrum: Die konstitutiv nicht-reziproke, (macht-)asymmetrische Konstellation als Spezifikum und Problem von Sorgebeziehungen wird mit der Frage verknüpft, welche Bedingungen auf der Beziehungs- wie auf der Strukturenebene gegeben sein bzw. geschaffen werden müssen, damit Sorge-Beziehungen gelingen können. In einem ersten Panel werden Problemanzeigen anhand zweier konkreter Themen (Seelsorgebeziehungen; Pflege) entwickelt. Ein zweites Panel reflektiert Gelingensbedingungen von Sorgebeziehungen in professionellen Kontexten mit besonderem Akzent auf der Beziehungsebene. Das dritte Panel reflektiert strukturelle Voraussetzungen für nachhaltig gelingende Sorgebeziehungen anhand gender(un-)gerechter Care-Strukturen. Der gesamte Kongress wird durch Tagungsbeobachter*innen begleitet, die beim Abschlusspanel mit perspektivischen Resümees in die abschließende Plenardiskussion einführen. Das Programm ist darauf angelegt, dass die Plenarbeiträge grundlegende Fragen einer Care-Ethik behandeln und an ausgewählten paradigmatischen Konstellationen erörtern. Inhaltliche Erweiterungen des Care-spezifischen Themenspektrums werden zusätzlich über einen Call for papers (adressiert an Nachwuchs- und etablierte Forscher*innen) zu einschlägigen Themen sowie über einen Call for posters zur Präsentation laufender Forschungsprojekte im Rahmen einer Posterausstellung, die während der gesamten Tagung gezeigt wird, in das Programm integriert.

Sonntag, 10.09.2023

Nachmittags Anreise und Einchecken; die Tagung beginnt mit dem Abendessen um 18.00h.

19.30   Eröffnung und thematische Einführung

            Prof. Dr. Monika Bobbert / Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins

            Grußworte

Eröffnungsvortrag: "Care" als Thema und "Care" als (kritische) Debatte über Struktur - auch in der theologischen Ethik (?)

Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn, IZEW Univ. Tübingen

21.00   Come together / Empfang / mit Eröffnung der Posterausstellung

 

Montag, 11.09.2023

09.00   Theoriegeschichte und Diskursentwicklung (Impulsvorträge; Responses; Diskussion)

(1) Einblicke in die Theoriegeschichte: Wie hat sich die Care-Ethik entwickelt?

            Prof. Dr. Elisabeth Conradi, DHBW Stuttgart

(2) Geld und Zeit als Währung der feministischen Ökonomie - das Problem der Care Arbeit

Mascha Madörin, Zürich

(3) Sorge/Care – praktisch-theologische Markierungen - Responses aus der praktischen Theologie

Prof. Dr. Michael Schüßler, Univ. Tübingen; Prof. Dr. Traugott Roser, Univ. Münster

11.30    Paper-Präsentation (parallele Angebote)                

     

14.00   Zur grundlegenden Bedeutung von Care/Sorge in der Ethik

            (Philosophischer Vortrag und Diskussion)

            Apl. Prof. Cornelia Klinger, Univ. Tübingen / Hamburg

15.30   Care-/Sorge-Ethik als Konzept oder Paradigma für die theologische Ethik“?

            Round table

Prof. Dr. Michelle Becka, Univ. Würzburg; Prof. Dr. Walter Lesch, Univ. Louvain-la-Neuve; Prof. Dr. Christa Schnabl, Univ. Wien; Prof. Dr. Markus Zimmermann, Univ. Fribourg

17.15   Paper-Präsentationen (parallele Angebote)

18.00   Abendessen

 

19.30   Öffentlicher Abend zum Thema Sorgende Gesellschaft (Impulsvortrag und Podium)

            Sorgende Gesellschaft – mehr als eine Utopie?
            Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritas-Verbandes, Berlin/Freiburg

Podiumsgespräch: DCV-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa, Prof. Dr. Christof Mandry, Univ. Frankfurt/M., N.N.

 

Dienstag, 12.09.2023

09.00   Machtasymmetrische Beziehungen – Kennzeichen und Problem von Care-Sorge-Handeln (Impulsvorträge)

(1) Machtasymmetrie und Machtmissbrauch in Seelsorgebeziehungen

Prof. Dr. Marie Jo Thiel, Université de Strasbourg

(2) Machtasymmetrien und Machtmissbrauch in Pflegebeziehungen   
Prof. Dr. Settimio Monteverde, Hochschule Bern

11.00   Bedingungen für das Gelingen von Sorge-/Care-Beziehungen (Impulsvorträge)

(1)  Verletzliche Freiheit in Sorge-/Care-Beziehungen  

Prof. Dr. Hille Haker, Loyola-Universität/Chicago

(2)  Care/Sorge-Beziehungen in professionellen Strukturen      
       Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl, KHSB Berlin
 

14.00   Mitgliederversammlung IVMS

16.00   Kulturprogramm  

18.30   Gottesdienst mit Bischof Dr. Felix Genn

20.00   Abendessen in der Stadt

 

Mittwoch, 13.09.2023

09.00   Gerechte Sorgestrukturen (Impulsvorträge)

(1) Gute Sorge durch gute Arbeit - Gerechtigkeitsfragen in der Organisation und Ausgestal-tung von Sorgearbeit

Prof. Dr. Brigitte Aulenbacher, Universität Linz

(2) Sozialethische Anforderungen an eine geschlechtergerechte Sorgepolitik   
Prof. Dr. Bernhard Emunds, Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen 

11.00   Abschlusspanel

Impulse der Tagungsbeobachter*innen

Dr. Katharina Ebner, Würzburg; JProf. Dr. Jonas Hagedorn, Bochum; JProf. Dr. Anna Maria Riedl, Bonn; Mag. Katharina Mairinger-Immisch, Bochum

Plenardiskussion

Schluss-Statement und Dank
Monika Bobbert und Marianne Heimbach-Steins

Die Tagung endet mit dem Mittagessen.

 

Übersicht in PDF-Form.