LeKoP – Analyse und Weiterentwicklung der Lernortkooperation in der Pflegeausbildung
Die zielgerichtete und prozessbezogene Zusammenarbeit zwischen schulischen bzw. hochschulischen Bildungseinrichtungen und den praktischen Ausbildungsorten in der Pflege kann in Anlehnung an das Pflegeberufegesetz (PflBG) als eine notwendige Voraussetzung zur Erreichung des Ausbildungsziels betrachtet werden. Mit dem Inkrafttreten des PflBG sowie der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV) wurden verbindliche rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen, die eine systematische Verzahnung von Theorie und Praxis ausdrücklich vorsehen. Die von der Fachkommission entwickelten beiden Rahmenpläne gemäß § 53 PflBG verfolgen das Ziel, Lernprozesse lernortübergreifend zu strukturieren und curricular aufeinander zu beziehen. Trotz dieser gesetzlichen Vorgaben zeigen sich in der praktischen Umsetzung der Lernortkooperation weiterhin erhebliche Herausforderungen auf struktureller, didaktischer und organisatorischer Ebene.
Die Verknüpfung zwischen Rahmenlehrplan und Rahmenausbildungsplan bleibt häufig unklar, systematische Relationierungsprozesse zwischen Theorie und Praxis finden nur eingeschränkt statt, und die Einbindung kleinerer Einrichtungen sowie ambulanter Pflegedienste in strukturschwachen Regionen gestaltet sich besonders problematisch. Darüber hinaus sind sogenannte Grenzobjekte (Boundary Objects), die als verbindende Elemente zwischen den Lernorten fungieren könnten, im (virtuellen) Zwischenraum häufig unzureichend definiert oder werden inkonsistent genutzt.
Inwiefern bestehende Kooperationsstrukturen den Anforderungen einer qualitativ hochwertigen Pflegeausbildung gerecht werden und welche Gelingensbedingungen für eine nachhaltige Lernortkooperation erforderlich sind, stellt ein bedeutsames Forschungsdesiderat dar. Das vom BIBB finanzierte Projekt LeKoP verfolgt das Ziel, die Lernortkooperation in der Pflegeausbildung bundesweit empirisch zu erforschen. Zudem werden in diesem Projekt auf Grundlage der empirischen Befunde Ansätze zur Weiterentwicklung der Zusammenarbeit zwischen schulischen, hochschulischen und praktischen Lernorten entwickelt.
Um diese Ziele zu erreichen, erfolgt zunächst eine umfassende Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstandes zur Lernortkooperation in der Pflegeausbildung. Auf dieser Grundlage wird eine bundesweite empirische Untersuchung durchgeführt, in der bestehende Kooperationsstrukturen, Herausforderungen und Gelingensbedingungen identifiziert werden. Die aus der Erhebung gewonnenen Erkenntnisse münden in die Entwicklung eines innovativen Kooperationsmodells, das hybride Lern- und Kooperationsräume berücksichtigt. Ergänzend werden ein Instrumentenkasten zur Konfliktbewältigung, eine Online-Schulungsreihe in Form eines Massive Open Online Course (MOOC) sowie praxisnahe, zielgruppenspezifische Empfehlungen und Handreichungen erarbeitet. Damit trägt das LeKoP-Projekt zur Verbesserung der Ausbildungsqualität und somit zur nachhaltigen Fachkräftesicherung im Pflegebereich bei.