Deutschland und die Europäische Union verstärken zunehmend ihre Anstrengungen zur Sicherung der Rohstoffversorgung. Von besonderem wirtschaftlichem und strategischem Interesse sind neben den Energierohstoffen diverse, für Zukunftstechnologien unverzichtbare mineralischen Rohstoffe. Derzeit bewertet die EU die 34 Minerale bzw. Elemente als kritisch, d.h. die Versorgung mit diesen Rohstoffen ist für die Zukunft nicht sichergestellt. Die Erkundung und Erforschung von Rohstoffvorkommen ist eine Kernaufgabe der Geophysik.
Das Hauptziel der DESMEX-Projekte ist die Entwicklung von boden-luftgestützten elektromagnetischen (EM) Methoden zur Erkundung von Lagerstätten in Tiefenlagen von bis zu 1km. Das Verbundvorhaben DESMEX und das Anschlussvorhaben DESMEX II wurden im Rahmen des BMFTR-Programms r4 – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz, Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe im Themenfeld „Gewinnung von Primärrohstoffen - Entwicklung von Konzepten zur Exploration von Primärrohstoffen“ seit 2015 gefördert. Mit dem Verbundvorhaben DESMEX-REAL ist 2021 im Rahmen des BMFTR-Rahmenprogramms Forschung für nachhaltige Entwicklung (FONA3) in der Altbergbauregion Oberharz ein Reallabor zur Rohstofferkundung eingerichtet worden, ebenfalls gefördert durch die Europäische Union. Seit 2026 läuft das Verbundvorhaben DESMEX-MinD im Rahmen der Strategie zur Forschung für Nachhaltigkeit (FONA) im Programm "Neue Wege zur Erkundung, Gewinnung und Aufbereitung von Primärrohstoffen im Kontext nationaler und europäischer Zusammenarbeit"
Der Schwerpunkt in DESMEX I lag auf der Implementierung des semi-airborne EM-Verfahren. Dazu werden Starkstromquellen am Boden installiert und die induzierten magnetischen Felder während einer Befliegung gemessen. In DESMEX II wurden die Ergebnisse auf rein passive Messungen nach dem AFMAG-Prinzip und auf drohnengestützte Messsysteme übertragen. Demonstrationsmessungen und die Entwicklung von Workflows zur Datenanalyse und Inversion sind wesentliche Bestandteile von DESMEX II und wichtige Schritte hin zur Verwertung der entwickelten Methoden. Weitere Aspekte von DESMEX II umfassen die luftgestützte Kartierung von Schwereanomalien und die Nutzung von technischer Infrastruktur als Signalquellen. Im Rahmen von DESMEX-REAL wurden anhand eines 'Reallabors' im Oberharz neue Explorationstechnologien in einem industrienahen Maßstab erprobt und dabei regionale geologische, bergbauliche und gesellschaftliche Bedingungen berücksichtigt. Im Folgeprojekt DESMEX-MinD sollen existierende und neue geophysikalische, geochemische und geologische Daten und Modelle des Oberharz mittels des Mineralsystemansatzes kombiniert werden, um ein verbessertes Verständnis des Mineralsystems auf Distriktskala zu gewinnen. Darüber hinaus sollen die DESMEX-Methoden auch auf konkrete lagerstättenbezogene Fragestellungen im Erzgebirge, das sich durch andere Mineralsystemtypen und eine andere Ausgangsdatenlage auszeichnet, angewendet werden.


