Fotos

© © Forschung & Lehre

Prof. Dr. Ute Schneider (Universität Duisburg-Essen) und Prof. Dr. Ulrich Willems (Universität Münster) haben zur Wissenschaftszeitschrift Forschung & Lehre beigetragen. In einem Artikel zur Konfliktkultur beleuchten die beiden Principal Investigators des Forschungsprojekts "Kulturen des Kompromisses" die Rolle von Unnachgiebigkeit und roten Linien bei der Suche nach Konfliktregulierungen. Die Historikerin und der Politikwissenschaftler heben die unverzichtbare Rolle von Kompromissen in modernen Demokratien hervor – gleichzeitig gehen diese mit Konzessionen einher und sind daher verpönt bei Wählerinnen und Wählern, die auf die Durchsetzung ihrer Interessen pochen. Auch in der Geschichte finden sich Überlegungen zum Verhältnis des Kompromisses und dem Beharren auf eigenen Überzeugungen, zum Beispiel in den USA: Wie weit kann von Moralvorstellungen abgewichen werden, wenn die Gegenseite auf der Sklaverei beharrt? Und was passiert, wenn die Folge ein Bürgerkrieg ist? Auf diese und weitere Fragen gibt der Beitrag in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift des Deutschen Hochschulverbandes Antworten. Schlussendlich gilt für die Autorin und den Autor, den Kompromiss überhöhen sollte man nicht, ihn aber auch nicht als Angriff auf den eigenen Wertekompass verstehen:

"Denn weniger von dieser grundsätzlichen Skepsis gegenüber dem Kompromiss wäre für den Umgang mit den derzeitigen großen Herausforderungen demokratischer Politik ausgesprochen förderlich."

– Prof. Dr. Ute Schneider und Prof. Dr. Ulrich Willems, Forschung & Lehre 7/26, S. 52