AqR-Logo

Arbeitskreis quantitative Religionsforschung

Ziel des Arbeitskreises ist es, der Zersplitterung der quantitativ arbeitenden Religionsforschung in Deutschland entgegenzuwirken. Der Arbeitskreis bietet den vielfach isoliert voneinander arbeitenden quantitativ orientierten Religionsforschern ein gemeinsames, interdisziplinäres Forum und veranstaltet Workshops.

Tagungen

  • 2015: „Leerstellen der Religionsforschung – Versuche einer Identifikation und Füllung“

    30. und 31. Oktober 2015 in Hannover

    Programmdownload

  • 2014: „Konfessionslosigkeit und Nicht-Religiosität“

    In Deutschland und vielen anderen nord- und westeuropäischen Ländern haben individuelle und generational verlaufende Abbrüche kirchlicher Tradition den Anteil Konfessionsloser an der Gesamtbevölkerung erheblich wachsen lassen. In Westdeutschland ist mittlerweile ein Drittel der Bevölkerung ohne Konfession, in Ostdeutschland mehr als zwei Drittel (Pickel/Sammet 2011). Häufig mit nicht religiösen Weltanschauungen einhergehend, ist Konfessionslosigkeit somit ein für die religiöse Landschaft Deutschlands prägendes Phänomen.

    Trotz der Zunahme nicht-religiöser Weltanschauungen haben sich die Religionssoziologie und andere religionswissenschaftliche Disziplinen mit dem Aufkommen der Diskussion um die Privatisierung von Religion in erster Linie mit der Untersuchung neuer Formen des Glaubens beschäftigt (z.B. unter den Stichworten des religiösen Bricolage oder der Spiritualität). Der (vorgebliche) Gegenpol zum Glauben – die Säkularität – wurde kaum differenziert betrachtet, obwohl Campbell schon 1971 eine Differenzierung verschiedener Formen nicht- religiös zu sein angemahnt hatte und Kaufmann 1989 „religiöse Indifferenz“ als Konzept ne- ben die klassischen Konzepte Atheismus und Agnostizismus gestellt hat.

    Zum Teil auf diesen Autoren aufbauend hat sich inzwischen ein neues Forschungsfeld etabliert, das die Formenvielfalt der Nicht-Religiosität in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückt (z.B. Pollack/Wohlrab-Sahr/Gärtner 2003; Lee 2012; Quack 2013; Wohlrab-Sahr/Kaden 2013). Dabei werden z.B. Atheismus, A-Religiosität und religiöse Indifferenz als Grundformen des Nicht-Religiösen unterschieden (Wohlrab-Sahr/Kaden 2013).

    Obwohl nunmehr Fortschritte bei der konzeptuellen Unterscheidung von Nicht-Religiosität gemacht wurden, die über die klassische Differenzierung von Atheismus und Agnostizismus hinausgehen, liegen bislang nur wenige systematische Studien dazu vor. In der quantitativen Religionsforschung wird Nicht-Religiosität zudem nur in Ausnahmefällen als eigenständiger Untersuchungsgegenstand wahrgenommen (Pickel 2003).

    Ziel der Tagung des Arbeitskreises ist es Beiträge zur Konfessionslosigkeit und Nicht- Religiosität aus verschiedenen fachlichen Disziplinen zusammenzuführen. Mögliche Themen sind:

    1. Die Untersuchung von Faktoren des Austritts aus Kirchen oder Religionsgemeinschaf- ten.
    2. Untersuchungen  zur  Tradierung  von  Konfessionslosigkeit  und/oder  nichtreligiöser Weltanschauungen.
    3. Vorschläge zur differenzierten Messung der Nicht-Religiosität mit den Mitteln der Umfrageforschung.
  • 2013: „Religion und Moral“

    25.-26. Oktober 2013

    Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, Haus der Universität in der Stadt,
    Schadowplatz 14

    Veranstalter
    SFF-Projekt „Glaube, Werte und Grenzfragen“ und
    Institut für Sozialwissenschaften, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in Kooperation mit Fachbereich G (Soziologie), Bergische Universität Wuppertal

    Die 5. Tagung des Arbeitskreises quantitative Religionsforschung (AqR) setzt sich zum Ziel, empirische Befunde zu Wirkungsweisen, Wirkungsrichtungen und Wirkungsstärken von individueller (kirchlicher) Religiosität, alternativen Glaubensformen (u.a. Spiritualität) und konfessionellen Zugehörigkeiten auf verschiedene Dimensionen der Moral, moralischer Einstellungen und moralischer Handlungsweisen zu erörtern. Dabei sollen auch die kontextuellen, z.B. kulturellen, Wirkungen bestimmter vorherrschender Religionen und Konfessionen auf moralische Einstellungen diskutiert werden. So soll die Tagung eine klassische Forschungslinie der Religionsforschung wieder aufnehmen und gleichzeitig neuere Entwicklungen im religiösen Feld und aktuelle moralische Fragen reflektieren.

    Die Keynote am Freitag wird Prof. Dr. Michael Baurmann (Soziologie, Düsseldorf) zum Thema Glaube und Wissen. Mechanismen moralischer Überzeugungsbildung halten.

    Weitere Programmpunkte sind u.a.

    • moralisches Handeln religiöser Menschen
    • Religiosität und Abwertung von Fremdgruppen
    • moralische Beurteilung von Muslimen
    • Religiosität und moralische Einstellungen im Zeit- und Ländervergleich.

    Bei Interesse und Fragen wenden Sie sich bitte an das lokale Organisationsteam

  • 2012: „Religion und Sozialisation“

    Termin: 26-27. Oktober 2012

    Gastgeber: Theologische Fakultät der Universität Leipzig

    An der Weitergabe von religiösen Überzeugungen, Riten und Traditionen (religiöser Sozialisation) sind unterschiedliche Institutionen wie Familie, Kirchen, Schulen, aber auch Freundesgruppen und Massenmedien beteiligt. Diese sind auf unterschiedlichen sozialen Ebenen angesiedelt, besitzen aber Bedeutung für das Überleben oder die Transformation von Religion. Besondere Prägekraft wird jedoch nach wie vor einem Sozialisationsagenten – der Familie – zugestanden. Insbesondere die inter-generationelle Übermittlung von religiösen Werten und Verhaltensweisen hat zur Konsistenz deren gesellschaftlicher Bedeutung beigetragen. Die in den letzten Jahrzehnten erzielten empirischen Befunde hinsichtlich eines Bedeutungsverlustes des Religiösen (Säkularisierungsthese) oder zumindest eines Rückzuges der Religion in das Private (Privatisierungs- und Individualisierungsthese) stellen diese sozialisatorische Determination aber zunehmend in Frage. Kommt es möglicherweise zu einem Abbruch religiöser Sozialisation? Leistet er dann Prozessen der Säkularisierung Vorschub? Oder übernehmen andere Sozialisationsinstanzen eine stärkere Bedeutung für die Ausformung des Religiösen in den nachwachsenden Generationen? Haben sich vieleicht die Mechanismen der Weitergabe verändert und/oder die Agenten? Und unter welchen sozialstrukturellen Rahmenbedingungen finden sich welche Entwicklungen? Vor dem Hintergrund dieser Fragen lässt sich eine Vielzahl weiterer Fragen formulieren:

    • Wie gestalten sich die Mechanismen der religiösen Sozialisation? Welche Bedeutung kommt hierbei der Familie, aber auch alternativer Sozialisationsinstanzen wie Kirchen, Schule und Freundesgruppen für die Weitergabe von Religiosität zu? Wie wirken sich Professionalisierung und funktionale Differenzierung auf die religiöse Sozialisation aus?
    • Unter welchen sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen finden sich erfolgreiche oder weniger erfolgreiche religiöse Sozialisationsprozesse? Lassen sich unterschiedliche Sozialisationsprozesse für unterschiedliche soziale Gruppen beobachten? Wie ist es überhaupt um die Einflüsse sozialstruktureller Faktoren auf Bestand und Entwicklung von Religiosität bestellt?
    • In welchem Verhältnis stehen primäre und sekundäre Sozialisationsprozesse zueinander und wie verhalten sich diese wiederum gegenüber der Wirkung konkreter sozialer Umstände? Welche Rolle spielen hier die innerreligiösen Sozialisationsinstanzen, Übergangsriten und Traditionen?
    • Welche Aspekte einer differenzierten Religiosität (zum Beispiel in der Differenzierung der Dimensionen der Religiosität nach Glock) werden noch tradiert und welche nicht?
    • Welche Wirkungen besitzen Sozialisationsprozesse? Kommt es zu Auswirkungen auf andere Bereiche der Sozialstruktur? Werden gesellschaftliche und politische Prozesse betroffen (Integration, politische Vergemeinschaftung, Religionspolitik)?
    • Und in welchem Verhältnis stehen religiöse Sozialisationsprozesse zu anderen Einflussfaktoren auf die Religiosität?
    • Mit welchen Daten und Methoden lassen sich diese Veränderungen am besten erfassen?

    Zu diesen Frageblöcken sind Vorschläge für quantitative empirische Beiträge erwünscht. Diese können sich den Fragestellungen sowohl im nationalen, aber auch im international vergleichenden Rahmen widmen. Erwünscht ist ein 1-2 seitiges Abstract des beabsichtigten Vortrages aus dem Zielstellung, theoretischer Hintergrund, Datenmaterial und methodisches Vorgehen ersichtlich werden. Die Tagung wird in deutscher Sprache stattfinden, wobei englische Beiträge möglich sind.

  • 2011: „International vergleichende Perspektiven der Religionsforschung“

    Termin:  16. und 17. September 2011

    Gastgeber: GESIS, Liliencronstraße 6, 50931 Köln

    Die dritte Tagung des Arbeitskreises widmete sich der international vergleichenden empirischen Religionsforschung.

    Programm:

    Freitag, 21 Oktober
      Einleitung  
    14:00-16:00 Session I - Strukturen empirischer Religiosität
    Moderation: Heiner Meulemann
     
     
     
     
    Fünf Dimensionen muslimischer Religiosität: Ergebnisse einer quantitativen Studie
    Kommentar: Christof Wolf
    Yasemin El-Menouar (Düsseldorf)
    Hölle und Reinkarnation: Exemplarische Glaubensanalysen für Bulgarien, Russland und Deutschland
    Kommentar: Christof Wolf
    Michael Terwey, GESIS;
    Steffen M. Kühnel (Göttingen)
    Religion und/oder Spiritualität. Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Wahrnehmung zweier Grundbegriffe der Religionsforschung in Deutschland und den USA
    Kommentar: Pascal Siegers
    Constantin Klein, Anne Swhajor, Barbara Keller, Christopher F. Silver, Ralph W. Hood & Heinz Streib (Bielefeld, Tennessee)
    Einstellungen gegenüber nichtchristlichen Religionen und religiösen Minderheiten in Westeuropa
    Kommentar: Pascal Siegers
    Gergely Rosta, Alexander Yendell & Detlef Pollack (Münster)
    16:30-17:30
     
     
    Session II - Religiosität in unterschiedlichen Ländern und Kulturen Moderation: Michael Terwey
    The Two Faces of American Religious Exceptionalism. Religiosity and Dogmatism in the US and in Europe 2007
    Kommentar: Detlef Pollack
    Heiner Meulemann (Köln)
    Die Erfahrung der Präsenz des Göttlichen. Ein empirischer Vergleich der religiösen Kultur Brasiliens, der USA und Westeuropas Franz Höllinger (Graz)
    17:30-18:30 Keynote - Believing and Belonging in Europe 1981-2008 Peer Scheepers (Nijmegen)

    Samstag, 22. Oktober
    9:00–11:00 
     
     
     
    Session III - Die sozialen Folgen von Religiosität Moderation: Pascal Siegers
    Determinanten religiöser Diskriminierung: Ein quantitativer Vergleich der EUMitgliedstaaten
    Kommentar: Gert Pickel
    Anna Kern (Leuven), Richard Traunmüller (Konstanz)
    Religion und soziale Integration – Europa als Anwendungsfall einer Mehrebenenanalyse
    Kommentar: Hermann Dülmer
     Florian Grötsch (Göttingen), Annette Schnabel (Umeå)
    Religion und soziales Vertrauen
    Kommentar: Richard Traunmüller
    Mira Hassan, Jasmin Fitzpatrick (Würzburg)
     11:30-12:30 Diskussion und Planung weiterer Aktivitäten des Arbeitskreises quantitative Religionsforschung Moderation: Christof Wolf
  • 2010: „Religiöser Pluralismus im Fokus quantitativer Religionsforschung“

    Termin:  29. und 30. September 2010

    Gastgeber: Exzellenzcluster "Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und Moderne" in Münster. Ausführlichere Informationen zur Tagung finden Sie hier.

     

    Programm:

    Mittwoch, 29. September
    13:15–13:30
    Einleitung
     
    13:30–14:45
     
     
    Session I
    Religiöser Pluralismus: Probleme der Definition und Messung
    Christof Wolf, Mannheim
    Religiöser Pluralismus und religiöses "Angebot" in den USA und der Schweiz - eine vergleichende Analyse Jörg Stolz, Lausanne
    Kommentar Hans-Georg Ziebertz, Würzburg
    14:45–15:15 Pause  
    15:15–16:30
     
     
    Session II
    Pluralisierung religiöser Orientierungen in Europa: Ergebnisse aus der vierten Welle der Europäischen Wertestudie 2008/2009
    Pascal Siegers, Köln
    Unbehelligt glaubt sich\'s besser? Über den staatlichen Einfluss auf Religiöse Vitalität Anja Gladkich, Leipzig
    Kommentar Detlef Pollack, Münster
    17:00–18:15
     
     
    Session III
    Religiöser Pluralismus und soziales Kapial in Europa. Ein interkultureller Vergleich auf der Grundlage nicht-hierarchischer Mehrebenenanalysen
    Richard Traunmüller, Konstanz
    Wachsender religiöser Pluralismus in der Gegenwart? Seriöse Umfrageergebnisse als Prüfstand Michael Terwey, Köln
    Kommentar Gert Pickel, Leipzig
    18:15–19:00
    Business Meeting
     

    Donnerstag, 30. September
    9:00–10:45
     
     
     
    Session IV
    Wahrnehmung und Akzeptanz religiöser Vielfalt in ausgewählten
    europäischen Ländern

    Alexander Yendell/
    Nils Friedrichs, Münster

    Jugend und religiöser Pluralismus in Europa. Ergebnisse einer vergleichenden Studie in acht europäischen Ländern Anna Körs, Hamburg
    Der Einfluss von Gottesdienstbesuchen bei Zuwanderern verschiedener Religionszugehörigkeiten auf Kontakte zu Deutschen. Ergebnisse anhand der Befragung "Muslimisches Leben in Deutschland Stephanie Müssig, Nürnberg
    Kommentar  
    10:45–11:15
    Pause
    Ingrid Tucci, Berlin
    11:15–12:30
     
     
    Session V
    Religiöser Pluralismus im Spiegel der internationalen Daten des Religionsmonitors 2008
    Stefan Huber, Bochum
    Die Post-Critical Belief-Scale. Ein geeignetes Instrument zur Erfassung von Religiosität theologisch informierter Individuen? Ulrich Riegel, Siegen/ Hans-Georg Ziebertz, Würzburg
    Kommentar Heiner Meulemann, Köln
    12:30–13:45
    Lunch
     
    13:45–15:00
     
     
    Session VI
    Xenosophie – religiösen Pluralismus leben
    Heinz Streib/ Constantin Klein, Bielefeld
    Religiöse Pluraliserung im Drei-Länder-Vergleich - religiöse
    und zivilgesellschaftliche Folgen
    Volkhard Krech, Markus Hero, Bochum
    Kommentar Gert Pickel, Leipzig
    15:00
    Ende der Tagung