Das Institut für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften (IfES) trauert um Trutz Rendtorff


Am 24. Dezember 2016 verstarb in München Prof. Dr. Trutz Rendtorff (geb. 24. Januar 1931 in Schwerin), der zu den innovativsten und wirkmächtigsten Ethikern der Evangelischen Theologie der Gegenwart gehört. Rendtorff war 1955 mit dem Gründer des Instituts für christliche Gesellschaftswissenschaften, Prof. Dr. Heinz-Dietrich Wendland, von Kiel nach Münster gewechselt. Mit seinem Doktorvater baute Rendtorff das Institut auf, dessen Arbeit darauf fokussiert war, die politisch-gesellschaftlichen Herausforderungen der Nachkriegszeit konstruktiv aufzugreifen und theologisch zu verarbeiten. 2003 erhielt das Institut seinen heutigen Namen. Rendtorffs akademische Qualifikationsschriften entstanden in der Pionierphase des Instituts und prägten es stark. 1956 wurde Rendtorff von der Evangelisch-Theologischen Fakultät auf Grund seiner Dissertation zum Thema „Die soziale Struktur der Gemeinde“ zum Dr. theol. promoviert. In dieser Studie vollzog er erstmals die für sein Denken charakteristische Verschränkung von soziologischer und theologischer Perspektive. Rendtorff arbeitete bis 1961 als Assistent am Institut. In diesem Jahr habilitierte er sich im Fach Systematische Theologie mit einer theologiegeschichtlichen Arbeit zum Thema „Kirche und Theologie“, die 1966 publiziert wurde. Von 1962 bis 1968 war Rendtorff Privatdozent und außerplanmäßiger Professor an der Universität Münster, von 1968 bis 1999 ordentlicher Professor für Systematische Theologie mit dem Schwerpunkt Ethik an der damals neu gegründeten Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. In dieser Phase erschien sein opus magnum, die zweibändige Ethik, die inzwischen in dritter Auflage vorliegt. Rendtorff wirkte an vielen wegweisenden Denkschriften der EKD federführend mit, insbesondere an der sog. Demokratie-Denkschrift, die 1985 vorgelegt wurde. 1999 wurde Rendtorff emeritiert. Durch seine Arbeiten hat Rendtorff maßgeblich zum großen Renommee des Münsteraner Instituts beigetragen. Die Mitarbeitenden sind ihm dafür zu großem Dank verpflichtet. Das Institut wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Zur Würdigung seiner überragenden theologischen Lebensleistung sei auf Nachrufe verwiesen, die in diesen Tagen erschienen sind:

NZZ

Süddeutsche

EKD


Studierendenpreis des Instituts für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften

Der Förderverein des Instituts vergibt einmal im Jahr einen Studierendenpreis. Näheres finden Sie hier.

Wegbeschreibung:

Das IfES befindet sich im Gebäude der Evangelisch-Theologischen Fakultät. Den Weg zum IfES finden Sie hier.

Neuerscheinungen:

Emanuel Hirsch, Weltbewußtsein und Glaubensgeheimnis, hg. von Arnulf von Scheliha und Justus Bernhard, Kamen 2016 [Emanuel Hirsch: Gesammelte Werke 22].

Vivien Neugebauer, Europa im Islam - Islam in Europa. Islamische Konzepte zur Vereinbarkeit von religiöser und bürgerlicher Zugehörigkeit, Peter Lang 2016

Wiebke-Lena Laufer, Mediation und