1.489 views

Welches Prüfungstool ist besser: Springer Das Erste oder Thieme examen online ?

Die Bibliothek hat zwei medizinische Prüfungstools für die 1. Ärztliche Prüfung (Physikum) für eine zweimonatige Testphase bis Mitte Januar freischalten lassen: Examen online von Thieme und Das Erste von Springer. Bitte testen Sie beide Angebote ausführlich und geben Sie uns Rückmeldung! Benutzen Sie dafür den Abstimmungsbutton (links und unten) oder die Kommentarfunktion (unten). (Keine Rückmeldung = kein Interesse = kein Kauf) Das Prüfungstool, dass am Ende die Nase vorne hat, würden wir gerne dauerhaft für Sie subskribieren – der entsprechende Antrag liegt seit letztem Monat bei der Kommission zur Vergabe von Studiengebühren des Fachbereichs Medizin.

Bitte beachten Sie, dass Sie sich bei beiden Prüfungstools einmalig registrieren müssen. Dazu müssen Sie sich im Hochschulnetz befinden.

daserste

Das Erste von Springer
Nach erfolgreicher Registrierung (es reichen Email und Passwort) kann man sich in Das Erste komfortabel und detalliert Fragensammlungen aus den Examina der vergangenen 4 Jahre zusammenstellen, also seit 2006 (die Examina 2002-2005 werden in den kommenden 2 Wochen eingespielt. Damit stehen zur Zeit nicht 4.800 Fragen zur Verfügung, wie behauptet wird, sondern nur 2.558). Die Oberfläche wirkt zeitgemässer, durchdachter und nicht so angestaubt wie bei Thieme. Wie bei Thieme kann man auch hier fachliche Detailbereiche aus dem Gegenstandskatalog auswählen, aber – unnötigerweise – wesentlich differenzierter. Dafür ist keine Eingrenzung nach Organen, Erkrankungen, Symptomen (wie bei Thieme) etc. möglich. Weiterhin ist eine Auswahl nach Examen, Zeit, Fachgebiet, Status erlaubt und man kann sich sogar mit einer Volltextsuche (die allerdings keine Trunkierung kennt und daher nahezu nutzlos ist) Fragen zusammenstellen. Nett: Ein Nachrichtenticker auf der Startseite („News“) informiert über Neuigkeiten und Änderungen.

Gut: Die selbst ausgewählten Fragen können als Test abgespeichert und beliebig oft aufgerufen werden. Sehr gut: Wem das zu viel ist, wird mit einer ganzen Latte von vorgefertigten Tests beglückt (Für Ungeduldige: 25-50-75 zufällige Fragen, 50 zufällige Fragen nach Fachgebiet, 25 falsch beantwortete oder 25 unbekannte Fragen). Schlecht: Die anklickbaren Examina 2002-2005 sind noch nicht vorhanden.

Ebenfalls gut gelöst: Mit der – automatisch angezeigten – Lösung wird auch ein kurzer Kommentar gegeben. Dumm: Bei einer Bildschirmauflösung von 1024*768 ist man gezwungen, bei jeder Frage runterzuscrollen, um weiterzuklicken. Und selbst bei einer Bildschirmauflösung von 1280*1024 wird man dazu gezwungen, wenn man den Detailinformationen zur Lösung in den Volltexten von Springer-Lehrbüchern folgen will. Letzeres ist eine hervorragende Idee, aber schlecht umgesetzt. Denn man landet bei einem Klick auf den Hyperlink nicht etwa direkt im entsprechenden Text, sondern muß eine PDF-Datei aufrufen und dort u.U. mühsam erst einmal die richtige Passage suchen (bei der Blausäure-Frage kommt man mit „Blausäure“ nicht weiter, sondern hat mit „cyan“ zu suchen).

Gut: Im Prüfungsmodus wird automatisch die nächste Frage angezeigt. Die Auswertung zeigt noch einmal alle Fragen, ihre Lösungen und die Kommentare auf einer einzigen Webseite – ideal zum ausdrucken. In der – leider rudimentären – Statistik (hier könnten wesentlich mehr Informationen angezeigt werden) findet man dann den Prozentsatz der richtig bzw. falsch gelösten Fragen.

Hervorragend: In DasErste von Springer kann man sich – einmal registriert – auch per Remote Access (also z.B. von zu Hause) einloggen.

Schlecht: Bei den selbst erstellten Fragensammlungen ist darauf zu achten, dass nicht irgendwo auf den Button draufgeklickt wird (das funktioniert nur bei den grün/blauen Kästen), sondern auf den – selbstvergebenen – Namen in der linken oberen Ecke Ihres Fragensammlungskasten. Das Problem wurde von Springer mittlerweile gelöst.

thieme-vorklinik

Thieme examen online

Thieme’s examen online (Untertitel: „schwarze reihe vorklinik“ – wieso muss eigentlich alles klein geschrieben werden? Gilt das als modern?) enthält insgesamt 7.360 Original-Prüfungsfragen der 1. ÄP von Frühjahr 1998 bis Frühjahr 2009 – also dreimal soviele wie Springer zur Zeit. Auch hier gilt es, sich erst einmal zu registrieren, bevor man sich für die Vorklinik einloggen kann. Thieme verlangt einige Angaben mehr als Springer, so muss z.B. der Studienort und die genaue Adresse eingetragen werden, bevor man einen Freischaltlink mit seinem Passwort bekommt. Aber Webformulare sind geduldig, keiner prüft die Korrektheit der gemachten Angaben. Nur die Emailadresse sollte wegen des Passwortes, das per Email versendet wird, stimmen.

Nach erfolgreicher Registrierung kann man sich komfortabel und detalliert Fragensammlungen aus den Examina der vergangenen 12 Jahre zusammenstellen. Dumm gelöst und nicht mehr zeitgemäß: Die Anzahl der resultierenden Fragen für seine Übungs- oder Prüfungssitzung wird einem erst durch Klick auf den Button „Anzahl Fragen“ ausgespuckt. Das macht jeder Webshop und übrigens auch Springer besser. Gut: Man kann nicht nur Detailbereiche aus dem Gegenstandskatalog auswählen (Anatomie, Biochemie, …) sondern auch nach Organen, Erkrankungen, Symptomen etc. einschränken.

Nach Anklicken kann man sich dafür entscheiden weiterzugehen oder sich direkt die Lösung und einen ausführlichen Kommentar anzeigen zu lassen. Desweiteren kann man bei jeder Frage eigene Notizen eingeben oder sie einfach markieren. Man muss aber für die nächste Frage immer auf „weiter“ klicken. Nach Beendung der Übungssitzung wird die Zahl der richtig beantworteten Fragen angezeigt. Man muß sich – im Gegensatz zu Das Erste – vorab entscheiden, ob man eine Prüfungs- oder eine Übungssitzung durchführen will.

Sehr gut: In den Einstellungen kann nicht nur geregelt werden, in welcher Reihenfolge die Fragen kommen, sondern auch, ob in einer Übungssitzung die Lösung sofort nach der Beantwortung einer Frage angezeigt wird oder erst nach Anforderung. Einen speziellen Lernmodus ermöglicht die Einstellung „Lösung sofort anzeigen“.

Bei Prüfungssitzungen fehlen Lösungen und Kommentare (aber nicht die Möglichkeit zu markieren), dafür läuft eine Uhr mit. Die Statistik ist wieder gleich, schade: Hier wäre eine Angabe der benötigten Zeit wünschenswert gewesen. Dafür lassen sich offizielle und persönliche Ergebnisstatistiken miteinander vergleichen, „so dass man immer weiß, wo man steht“.

Schlecht: Übungs- und Prüfungssitzungen können zwar abgespeichert, aber nicht einfach per Mausklick wiederholt werden. Das Abspeichern dient lediglich dazu, einzelne Fragen noch einmal aufzurufen und seine Antwort zu überprüfen.

Gut dagegen beim Thieme-Angebot ist die Abdeckung nicht nur der Vorklinik, sondern auch der Klinik – aber ich bin sicher, dass Springer hier auch schnell nachlegen wird.

Fazit:
Beide Prüfungstools haben ihre Vor- und Nachteile, wobei zur Zeit Springer in meinen Augen einen kleinen Vorsprung hat – aber hier bin ich auf Ihre Rückmeldung sehr gespannt! Beide werden halbjährlich um das jeweils neueste Examen ergänzt. Zur Zeit hat Springer hier ebenfalls die Nase vorne – Thieme wird die Herbstexamina der Vorklinik voraussichtlich erst nächste Woche einspielen.

7 Gedanken zu „Welches Prüfungstool ist besser: Springer Das Erste oder Thieme examen online ?

  1. konstantinhauss

    Auf den ersten Blick wirkt die Springer auf mich übersichtlicher und mit mehr Funktionen. Da mir das Lernen auch Freude machen, oder sagen wir, mich so wenig wie möglich nerven soll, finde ich, spielt der designerische Aspekt auf jeden Fall eine Rolle. Auch hier hat Springer einen Vorteil.
    Gerne hätte ich mich bei Thieme auch für den Bereich Klinik angemeldet, dies war jedoch leider nicht möglich, so dass ich eine abschließende Bewertung noch nicht vornehmen kann.
    Mit herzlichen Grüßen

  2. Oliver Obst

    Beide Prüfungstools sind in der Vorklinikversion verfügbar, um einen direkten Vergleich zu ermöglichen.

  3. Friederike Rothmund

    Habe mich gerade von zuhause aus für beide registriert und eingeloggt – hat super geklappt über Remotedesktopverbindung! Mein allererster Eindruck ist: Springer gefällt mir besser. Vor allem die „30-minuten-Test-Session“ finde ich ganz gut. Aber ich muss beide noch häufiger benutzen, um mich festlegen zu können.
    Grundsätzlich finde ich den Erwerb einer solchen Lizenz aber klasse!

  4. Sandra Richardssen

    Habt ihr schon gesehen – be i examenonline ist jetzt auch die Prüfung vom August drauf, find ich schön 🙂

    Was das Design betrifft, ich muss mich den anderen anschließen: springer ist schon cooler, allerdings find ich die Fragenauswahl bei Thieme praktischer: Alles auf 1 Seite, letztlich übersichtlicher! Und letztlich kommts ja weniger auf das Design sondern den Lerncomfort an – & den find ich persönlich bei Thieme besser!

    Übrigens – auch examenonline kann man über vpn z.b. von daheim aus klicken!

  5. Laura Grell

    Thieme ist deutlich besser strukturiert. Schönes Design ist zwar nett. Wichtig ist aber das man richtig mit dem Programm arbeiten kann. Thieme bietet hier viel bessere Möglichkeiten mit einem Prüfungsmodus und den unterschiedlichsten Möglichkeiten der Fragenzusammenstellung und Auswahl.

  6. Cornelia Herber

    Springer ist für mich besser strukturiert und zum Lernen wesentlich zeitsparender.

  7. Oliver Obst

    Vielen Dank für die vielen detaillierten Rückmeldungen, die uns sehr helfen uns für das „richtige“ Produkt zu entscheiden.

    Übrigens: Nachdem Elsevier angekündigt hat, auch in diesen Markt einzusteigen, wird es demnächst sogar drei konkurrierende Systeme geben.

Kommentare sind geschlossen.