

Interaktive Karte
Über die Karte
Die interaktive Karte bietet erstmals eine flächendeckende Übersicht über die bekannten mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Leprosorien in Deutschland. Sie basiert auf einer Datenbank mit über 1.100 Standorten, deren Grundlagen in den Publikationen von Jürgen Belker-van den Heuvel in der Zeitschrift „Die Klapper“ gelegt wurden. Seit 2017 erfolgt die kontinuierliche Fortschreibung der Datenbank durch Klaus Henning (GfL) auf Grundlage aktueller Forschungsergebnisse. Mit der Aufnahme der bayerischen Standorte konnte das Projekt 2026 abgeschlossen werden. Derzeit werden zu den einzelnen Standorten weiterführende Informationen erarbeitet, die künftig mit den jeweiligen Ortspunkten der Karte verknüpft werden sollen.
Eine tabellarische Übersicht mit den über 1.000 aufgenommenen Standorten findet sich unter folgendem Link zu den Angeboten des Lepramuseums Münster.
Farben für die Zeitschichten der Ersterwähnungen
[Blau]: Nach Anfängen im ausgehenden 11. Jahrhundert wurden frühe Leprosorien in Deutschland im 12. und im 13. Jahrhundert gegründet. Einige von ihnen lagen sehr nah vor der ältesten Kernstadt und wurden bei Stadterweiterungen zugunsten eines neuen, vor der erweiterten Stadtbefestigung liegenden Standorts aufgegeben.
[Orange]: Die meisten Leprosorien in Deutschland entstanden im 14. und 15. Jahrhundert. In dieser Zeit erhielt nahezu jede Stadt ein Leprosenhospital.
[Grün]: Weitere Leprosorien entstanden im 16. und 17. Jahrhundert und somit in Zeiten, als andere Anlagen schon wieder geschlossen und aufgegeben worden waren. Viele kleine Leprosenhäuser der ländlichen Kleinstädte (Wigbolde, Flecken), die nur für eine Person vorgesehen waren, fallen in diese Phase.
Symbole
[Kreuz]: Das Grundstück ist genau bekannt. Beispiele sind Münster-Kinderhaus, Aachen oder Klein-Grönau (Lübeck).
[Raute]: Die Lage ist nicht genau bekannt. Es gibt aber verortende Hinweise, zum Beispiel ein benachbartes Stadttor, die Himmelsrichtung, eine Flussquerung, einen Fluss-, Straßen- oder Flurnamen.
[Kreis]: Es ist lediglich der Ort bekannt. In diesem Fall befindet sich die Markierung im historischen Zentrum des Ortes (Marktplatz, altes Rathaus, Hauptkirche).
Ortsbeschreibung
Es werden die heutigen Ortsnamen verwendet und das jeweilige Bundesland genannt, bei Kreisangehörigkeit auch der Landkreis. Ist der Name einer Stadt gleichzeitig der Name des Landkreises, gilt für diese Stadt auch die Kreiszugehörigkeit zur Abgrenzung zu den kreisfreien Städten. Beispiel: Gifhorn (Landkreis Gifhorn, Niedersachsen). Bei Orten mit dem Zusatz römischer Ziffern liegen mehrere Standorte von Leprosorien vor, die zu unterschiedlichen Zeiten oder gleichzeitig bei diesem Ort existierten. Beispiel: Hamm I bis Hamm III.
Ersterwähnung
Das Jahr der ersten Erwähnung vor 1650. Ist ein Gründungsdatum bekannt, wird das vor der Jahreszahl vermerkt. Ersterwähnungen nach 1650 erscheinen unter „Weiteres“.
Lage
Die Entfernungen zwischen dem Ort und dem Leprosorium werden mit einer nur ungefähren Genauigkeit von ca. 50–100 m angegeben. Messpunkt an der Stadt ist die ehemalige Stadtgrenze (das Stadttor), nicht die Stadtmitte.
Patrozinium
Es sind jeweils die bekannten Patrozinien aufgeführt. Meist sind es die Patrozinien der zugehörigen Kapellen. Selten kommt ein besonderes Patrozinium des Leprosoriums vor.
Weitere Informationen
Wichtige chronologische Daten der Entwicklung von Leprosorium und Kapelle nach dem Gründungs- oder Ersterwähnungsjahr.
