• Doctoral Thesis

    ‚Der siegreiche König‘ im Heiligtum - Strategien der Inszenierung von militärischen Erfolgen in der griechischen Erinnerungslandschaft hellenistischer Zeit

    Supervisor

    Den Ausgangspunkt des Dissertationsprojektes bilden Weihungen, die hellenistische Herrscher im Zeitraum vom Regierungsantritt Alexanders des Großen 336 v. Chr. bis Augustus' Sieg bei Actium 31 v. Chr. anlässlich ihrer militärischen Erfolge in griechische Heiligtümer stifteten. Der Blick richtet sich damit auf eine weitere Gattung epigraphischer Zeugnisse, in denen sich das Ineinandergreifen von Politik und Religion unmittelbar fassen lässt. Ihre tief im kultisch-religiösen Bereich verwurzelte Prägung manifestiert sich nicht allein in der Aufstellung im sakralen Raum, sondern insbesondere auch in der Tatsache, dass die gestifteten Objekte oder Denkmäler - Träger oder unmittelbare Referenzpunkt der Inschriften - durch den Akt des Weihens selbst in die Sphäre des Sakralen überführt wurden. Auf der anderen Seite steht mit dem militärischen Sieg als Anlass der Stiftungen ein äußerst politischer Aspekt im Zentrum, der im sakralen Raum des Heiligtums inszenatorisch umgesetzt, kommemorativ perpetuiert und somit auch in einer spezifisch medialen Ausrichtung wirksam wird. Die politische Relevanz dieser inszenatorisch-kommunikativen Dimension tritt ganz besonders deutlich zu Tage, wenn man Hans-Joachim Gehrkes herrschaftssoziologische Überlegungen folgend davon ausgeht, dass das Charisma, die Akzeptanz und damit die legitimatorische Herrschaftsgrundlage hellenistischer Könige maßgeblich auf ihrer Sieghaftigkeit basiert. Der Fokus der Untersuchung richtet sich so gezielt darauf, diesen politischen Aussagegehalt hellenistischer Siegesinszenierungen in sakralen Räumen erfassbar und nachvollziehbar zu machen. Es gilt dabei, die epigraphisch-textbasierte Quellengrundlage zum einen in seinem Wechselspiel mit architektonischen und figürlichen Darstellungselementen zu interpretieren; zum anderen sollen auch Vorgängerdenkmäler und Bezugnahmen auf weitere Fixpunkte griechischer Repräsentations-, Argumentations- und Erinnerungskultur als bedeutungserweiternde Analysekategorien in die Betrachtungen mit einbezogen werden. Dadurch erhoffe ich mir, ein vertieftes Verständnis für Prozesse der medialen Inszenierung von militärischen Erfolgen in griechische Heiligtümern zu gewinnen und so einer Facette dieser in ihrer funktionale Ausrichtung so vielfältigen sakralen Räume eine schärfere Kontur zu verleihen.

  • Publication

    • Aletsee Anna-Sophie. . „Der Triumph des Transgressors. Plutarch, Alexander der Große und die Pythia (Plu. Alex. 14,6-7).“ In Rechtliche Verfahren und religiöse Sanktionierung in der griechisch-römischen Antike. Akten einer deutsch-italienischen Tagung, Palermo, 11.–13. Dezember 2014 / Procedimenti giuridici e sanzione religiosa nel mondo greco e romano. Atti di un convegno tedesco-italiano, Palermo, 11–13 dicembre 2014, herausgegeben von Bonnano Daniela, Funke Peter, Haake Matthias, 139-149. Stuttgart: Franz Steiner Verlag.