Antrittsvorlesung
Am 11. Juli 2025 hielt Prof. Dr. Elsemieke Daalder ihre Antrittsvorlesung an der Juristischen Fakultät der Universität Münster. Die Veranstaltung mit dem Titel „Die Schichten des Rechts. Kaiser, Juristen und die Frage der Geschenke zwischen Ehepartnern” zog ein internationales Publikum an, darunter zahlreiche Gäste aus Wissenschaft und Praxis.
In ihrer Vorlesung untersuchte Daalder mehrere Texte des römischen Juristen Ulpian zum Verbot von Geschenken zwischen Ehepartnern im römischen Recht. Im ersten Teil ihrer Vorlesung zog sie einen vergleichenden Bezug zur deutschen und niederländischen Rechtsgeschichte, wobei letztere, vielleicht etwas überraschend, das Verbot erst 2003 abgeschafft hat. Ihre vergleichende Analyse veranschaulichte die anhaltende Relevanz des römischen Rechts in modernen Rechtssystemen.
Daalder wollte auch zeigen, was das Studium des römischen Rechts und römischer Rechtstexte noch zu bieten hat, wenn man bereit ist, die Grenzen zwischen den Disziplinen zu überschreiten. Sie untersuchte, wie Kaiser Septimius Severus den Gesetzgebungsprozess selbst nutzte, um seine Vision für die Zukunft des Reiches zu vermitteln, und diskutierte die Rolle, die Ulpian und seine Mitjuristen im Autokratisierungsprozess während des Prinzipats spielten. Dabei beleuchtete sie das komplexe Zusammenspiel zwischen Recht, kaiserlicher Autorität und Rechtswissenschaft während der Severer-Zeit, einem Schwerpunkt ihrer zukünftigen Forschung.
Der Text der Antrittsvorlesung wird vom niederländischen Verlag WJS uitgevers veröffentlicht und Ende 2025 erhältlich sein.

2024
Junge Romanistentage









Lehrstuhlausflug
Am Wochenende des 17. und 18. August 2024 ging es für das Lehrstuhl-Team auf einen Ausflug nach Leiden, der Heimatstadt von Prof’in Elsemieke Daalder. Nach der Ankunft stärkte sich das Team zunächst mit einem Mittagessen auf dem Leidse Markt, der dem Münsteraner Markt in nichts nachsteht!
Im Anschluss daran hatte das Team die besondere Ehre, Prof. em. Willem Zwalve, Doktorvater von Prof’in Daalder und vormals Professor an der Universiteit Leiden, und seine Frau Titia Zwalve kennenzulernen. Prof. Zwalve führte das Team auf eine außergewöhnliche rechtshistorische Entdeckungstour durch Leiden. Wussten Sie, dass zwei Tore in der Innenstadt, von denen eines noch heute als Burgpoort bekannt ist, einst einen sogenannten rechtsfreien Raum vor der Leidener Burgruine umfassten? Dieser Raum diente damals als Zufluchtsort für Menschen, die der Rechtsvollstreckung entgehen wollten. Ein weiteres Überbleibsel aus dem Mittelalter sind die zwei roten gekreuzten Schlüssel, die viele Brücken und Tore in Leiden schmücken. Diese symbolisieren den Apostel Petrus, den Schutzheiligen der Stadt, dem nachgesagt wird, er verfüge über die „Schlüssel zum Himmelreich“.
Den informativen und ereignisreichen Tag ließ das Team bei einem köstlichen Grillabend ausklingen, gefolgt von einem Pub Crawl durch die Stadt.
Der Sonntag begann mit einem Besuch des Rijksmuseum van Oudheden, einem archäologischen Museum, das zahlreiche Relikte aus der römischen Antike, insbesondere aus der Klassik, präsentiert. Das Team vertiefte sein Verständnis für den Einfluss des Römischen Reichs auf die Niederlande und erfuhr dabei viel über die römische Gesellschaft zu der Zeit. Im Anschluss erkundete die Gruppe die Stadt bei einer entspannten Bootstour durch die Grachten und ließ den Tag in angenehmer Atmosphäre ausklingen.
Dankjewel für diese unvergessliche Zeit!



