

Dissertationsprojekt
„Waffen abseits des Schlachtfelds? Öffentlichkeit und Kommunikation in kriegerischen Konflikten des späteren Mittelalters“ (Arbeitstitel)
Das Projekt untersucht Formen politisch-öffentlicher Kommunikation in kriegerischen Konflikten des Spätmittelalters am Beispiel dreier westfälischer Großfehden: der Großen Dortmunder Fehde (1388/89), der Soester Fehde (1444–1449) und der Münsterischen Stiftsfehde (1450–1457).
Im Gegensatz zu Adelsfehden oder auch dem zweiten süddeutschen Städtekrieg wurden diese kölnisch-westfälischen Großfehden, die sich trotz unterschiedlicher Konfliktkonstellationen alle im Spannungsfeld zwischen dem Kölner Erzbischof einerseits und den westfälischen Städten und (weltlichen) Fürsten andererseits bewegten, noch nicht intensiv im Hinblick auf ihre kommunikative Dimension untersucht. Zudem können viele einschlägige Publikationen zu den drei Fehden als veraltet gelten.
Ein kommunikationsgeschichtlicher Zugriff bietet sich für eine Neubetrachtung nicht nur durch die Beteiligung zahlreicher, untereinander in komplexen Austauschbeziehungen stehender Akteure – Individuen ebenso wie Gruppen – an, sondern auch durch die ungebrochene Relevanz des Themas in der mediävistischen Forschung. Die Beschränkung auf die Zeit kurz vor der Etablierung des Buchdrucks löst den mediengeschichtlichen Ansatz dabei von der üblichen Fokussierung auf die (Druck-)Publizistik bzw. Massenmedien und stellt die Frage, inwiefern öffentliche Kommunikation im Krieg dennoch existierte und funktionierte.
Die Promotion fragt konkret nach den relevanten Teilöffentlichkeiten, die in den drei Fehden beteiligt waren, nach den Medien und Kommunikationsformen, die (gesteuert oder im Rahmen einer Eigendynamik) eingesetzt wurden, um diese Teilöffentlichkeiten jeweils zu erreichen, und nach den spezifischen, konfliktbezogenen Diskursen, die die jeweiligen Kommunikationsformen prägten. Aus übergreifender Perspektive stellt sich die Frage, welche Wirkmacht bestimmte kommunikative Szenarien entfalteten und welchen Einfluss sie somit auf den Konfliktverlauf hatten. Den theoretischen Rahmen für die Untersuchung bilden die Konzepte der „politischen Öffentlichkeit“ bzw. „politischen Kommunikation“ sowie Forschungen zu Formen von Propaganda im Mittelalter.
Betreuer*innen: Carla Meyer-Schlenkrich / Gerhard Lubich (Bochum)
Lebenslauf
Akademischer Werdegang
Seit SoSe 2025Promotionsstudium im Fach Mittelalterliche Geschichte
Universität Münster2020-2024MA Mittelalterliche Geschichte
Universität zu Köln2020-2023MA Informationsverarbeitung
Universität zu Köln2016-20192-Fach-BA Geschichte und Informationsverarbeitung
Universität zu KölnBeruflicher Werdegang
Seit April 2025Ruhr-Universität Bochum
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für die Geschichte des Früh- und Hochmittelalters2022-2025Universität Passau
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt „Delegierte Gerichtsbarkeit auf der Iberischen Halbinsel im 12. Jh. Struktur und computergestützte Analyse eines urkundlichen Massenkorpus“, Lehrstuhl für Computational Humanities2019-2022Universität zu Köln
Wissenschaftliche Hilfskraft im Akademieprojekt „Capitularia. Edition der fränkischen Herrschererlasse“, Historisches Institut2018-2019Universität zu Köln
Studentische Hilskraft am Institut für Digital HumanitiesWissenschaftliche Praktika
April-Juni 2023LWL Archivamt für Westfalen, Münster
Abteilung für Digitale LangzeitarchivierungJan/Feb 2020Deutsches Historisches Institut Paris
Abteilung Digital HumanitiesFeb/März 2018Historisches Archiv des Erzbistums Köln 2015-2016Stadtarchiv Soest und Wissenschaftliche Stadtbibliothek Soest
Bundesfreiwilligendienst
