Seminarchronik

Hier finden Sie einen Rückblick der in Vergangenheit vom Institut für Öffentliches Recht und Politik angebotenen Seminare.

Sommersemester 2026

Verfassungsrechtliches Seminar: „Ein ängstlicher Blick in die Asservatenkammer“

Blockseminar vom 13. bis 17. Juli 2026 im Landhaus Rothenberge

© Insitut für Öffentliches Recht und Politik

Was kann eine Demokratie tun, wenn sie sich gegen ihre eigenen Feinde wehren muss? Mit dieser Frage im Hintergrund näherte sich das Seminar in Rothenberge den Instrumenten der wehrhaften Demokratie und des Notstands. Ausgehend von einem rechtsvergleichenden Blick auf autoritär-populistische Entwicklungen in Ungarn, Polen und den USA rückten die selten gezogenen Notfallinstrumente des Grundgesetzes ins Zentrum – von Vereins- und Parteiverbot über den Bundeszwang bis zum Verteidigungsfall. Zwischen Vorträgen und lebhaften Diskussionen blieb dabei ausreichend Raum für Austausch abseits des Verfassungsrechts. Drei intensive, aber sehr kurzweilige Tage – nicht zu letzt dank der idyllischen Kulisse des Landhauses, die den nötigen Kontrast zum Ausnahmezustand bot.

Sommersemester 2026

Rechtssoziologisches Seminar: „Die dunkle Seite des Rechtsstaates“

Blockseminar vom 1. bis 3. Juni 2026 im Landhaus Rothenberge

© Institut für Öffentliches Recht und Politik

Justizversagen, Korruption und Polizeigewalt bildeten die zentralen Themen des Seminars. Aus einer rechtssoziologischen Perspektive setzte es sich mit den Rahmenbedingungen und Grenzen staatlichen Handelns auseinander. Dabei wurde zum einen die selektive Rechtsdurchsetzung infolge struktureller Ungleichheiten diskutiert sowie die damit verbundenen soziologischen Problemlagen und rechtlichen Lösungsansätze vorgestellt. Zum anderen wurde das staatliche Handeln selbst kritisch beleuchtet, insbesondere im Hinblick auf Macht- und Gewaltmissbrauch durch Hoheitsträger sowie die Rolle von Whistleblowing als möglichem Korrektiv institutionellen Fehlverhaltens. Darüber hinaus wurden Femizide und sogenannte Ehrenmorde unter rechtlichen und gesellschaftlichen Gesichtspunkten kritisch analysiert. Insgesamt ein erkenntnisreiches Seminar, welches aufgrund des breiten Interesses im nächsten Semester eine Neuauflage erhält.