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Städte sehen sich zunehmenden Gefahren ausgesetzt. Zu den Gefahren des Klimawandels wie Hitzestress, Hochwasser, Luftverschmutzung oder Pandemien kommen zunehmend auch politische Bedrohungen wie Cyberangriffe, Desinformation oder Sabotage. Städte begegnen diesen aktuellen Herausforderungen mit unterschiedlichen Strategien und Maßnahmen wie Resilienzförderung, Klimaanpassung oder dem Schutz kritischer Infrastruktur. Diese zielen auf die Herstellung von Sicherheit in bedrohlichen und unvorhersehbaren Situationen. Eine solche „Katastrophisierung“ (Ophir 2010) von Stadtpolitik aber kann auch zu einer Einschränkung politischer Rechte oder Verschärfung bestehenden Ungleichheiten in Städten führen.
Das Seminar gibt einen Überblick über aktuelle Bedrohungsszenarien in Städten sowie über Strategien und Maßnahmen, die Städte als politische Antworten entwickeln. Mit Konzepten wie Katastrophisierung, Technopolitik oder Gouvernementalität bietet das Seminar geeignete analytische Werkzeuge aus der Kritischen Stadtforschung sowie aus den Science and Technology und Governmentality Studies an, um die Ausübung politischer Macht über die Installierung materieller Infrastrukturen und Sicherungssystem in Städten zu verstehen. Es befähigt die Studierenden, die politische Rahmung und die damit einhergehenden Bearbeitungsweisen von aktuellen Bedrohungen in der Stadt kritische einordnen und bewerten und auf dieser Grundlage eigenständige stadtpolitische Vorschläge formulieren zu können.
1) Ophir, Adi (2010): The Politics of Catastrophization: Emergency and Exception. In: Didier Fassin / Mariella Pandolfi (Hg.), Contemporary states of emergency. New York: Zone Books, 40-61.
2) Füller, Henning. 2022. Infrastrukturen der Biosicherheit - Zur Macht sozio-technischer Prognoseverfahren am Beispiel des Syndromischen Gesundheitsmonitoring in den USA. Bielefeld: transcript.
3) Furlong, Kathryn. 2011. Small technologies, big change: Rethinking infrastructure through STS and geography. Progress in Human Geography 35. SAGE Publications Ltd: 460–482. https://doi.org/10.1177/0309132510380488.
4) Furlong, Kathryn. 2021. Geographies of infrastructure II: Concrete, cloud and layered (in)visibilities. Progress in Human Geography 45. SAGE Publications Ltd: 190–198. https://doi.org/10.1177/0309132520923098.
5) Monstadt, Jochen, und Olivier Coutard. 2019. Cities in an era of interfacing infrastructures: Politics and spatialities of the urban nexus. Urban Studies 56. SAGE Publications Ltd: 2191–2206. https://doi.org/10.1177/0042098019833907.
6) Monstadt, Jochen, und Martin Schmidt. 2019. Urban resilience in the making? The governance of critical infrastructures in German cities. Urban Studies 56. SAGE Publications Ltd: 2353–2371. https://doi.org/10.1177/0042098018808483.
7) Steele, Wendy, Karen Hussey, und Stephen Dovers. 2017. What’s Critical about Critical Infrastructure? Urban Policy and Research 35. Routledge: 74–86. https://doi.org/10.1080/08111146.2017.1282857.
8) Wakefield, Stephanie. 2020. Urban resilience as critique: Problematizing infrastructure in post-Sandy New York City. Political Geography 79. Oxford: Elsevier Sci Ltd: 102148. https://doi.org/10.1016/j.polgeo.2020.102148.
9) Ziemann, Andreas. 2019. Susan Leigh Star/Geoffrey C. Bowker: Wie man infrastrukturiert (2002). In Grundlagentexte der Medienkultur: Ein Reader, Hrsg. Andreas Ziemann, 315–326. Wiesbaden: Springer Fachmedien. https://doi.org/10.1007/978-3-658-15787-6_38.
10) Connolly, Creighton. 2019. Worlding cities through transportation infrastructure. Environment and Planning A 51: 617–635. https://doi.org/10.1177/0308518X18801020.
11) Wolf, Meike, und Kevin Hall. 2018. Cyborg Preparedness: Incorporating Knowing and Caring Bodies into Emergency Infrastructures. Medical Anthropology 37: 486–498. https://doi.org/10.1080/01459740.2018.1485022.
12) Shlomo, Oren. 2017. The governmentalities of infrastructure and services amid urban conflict: East Jerusalem in the post Oslo era. Political Geography 61: 224–236. https://doi.org/10.1016/j.polgeo.2017.09.011.
13) Schnitzler, Antina. 2016. Democracy’s Infrastructure: Techno-Politics and Protest after Apartheid. Princeton Studies in Culture and Technology. Princeton: Princeton University Press.
14) Graham, Stephen, und Colin McFarlane. 2015. Infrastructural lives: Urban infrastructure in context. London; New York, NY: Routledge, Taylor & Francis Group.
15) Luque-Ayala, A., und S. Marvin. 2016. The maintenance of urban circulation: An operational logic of infrastructural control. Environment and Planning D: Society and Space 34: 191–208. https://doi.org/10.1177/0263775815611422.
16) Lakoff, Andrew, und Stephen J. Collier. 2010. Infrastructure and Event: The Political Technology of Preparedness. In Political matter: Technoscience, democracy, and public life, Hrsg. Bruce Braun und Sarah Whatmore, 243–266. Minneapolis: University of Minnesota Press.
17) Larkin, Brian. 2013. The Politics and Poetics of Infrastructure. Annual Review of Anthropology 42: 327–343. https://doi.org/10.1146/annurev-anthro-092412-155522.
18) Leigh Star, Susan, und Geoffrey C. Bowker. 1995. Work and infrastructure. Communications of the ACM 38: 41. https://doi.org/10.1145/223248.278461.
19) McFarlane, Colin, und JONATHAN RUTHERFORD. 2008. Political Infrastructures: Governing and Experiencing the Fabric of the City. International Journal of Urban and Regional Research 32: 363–374. https://doi.org/10.1111/j.1468-2427.2008.00792.x.
20) Niewöhner, Jörg. 2014. Perspektiven der Infrastrukturforschung: care-full, relational, ko-laborativ. In Schlüsselwerke der Science & Technology Studies, Hrsg. Diana Lengersdorf und Matthias Wieser, 341–352. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-531-19455-4_28.
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
Das Seminar vermittelt Kompetenzen im Bereich von Projektentwicklung, -leitung, -management sowie Ergebnisdistribution. Im Rahmen des Seminars werden Sie ein eigenes Forschungsprojekt zum Thema „Gesunde Stadt” erarbeiten, durchführen und die Ergebnisse präsentieren.
Gesundheitschancen sind in Städten zutiefst ungleich verteilt. In Deutschland variiert die Lebenserwartung zwischen armen und reichen Stadtteilen um bis zu 12 Jahre Im Zuge des Klimawandels und sich verschärfender sozialer Ungleichheit wird Gesundheit zu einem immer wichtigeren Thema für die Stadtentwicklung. Angedockt an mein aktuelles Forschungsprojekt „Kompetente Communities – Gesunde Stadt” erarbeiten Sie Forschungsprojekte im Themenbereich von Gesundheitskompetenz, Gesundheitliche Chancengleichheit oder Umweltgerechtigkeit in Münster.
Das Projektseminar gliedert sich in 3 Phasen.
1) Recherche Phase: Was ist in den vergangenen Monaten in welchen Städten passiert? Wer hat berichtet/wissenschaftlich recherchiert und veröffentlicht? Was ist bekannt und was nicht?
2) Klärung theoretischer Grundlagen: Welche Theorien des Politischen und des Raumes kennen politische und Stadtgeographie, um die Geschehnisse zu verstehen und kritisch einzuordnen.
3) Projektphase: Hier planen Sie ein eigenständiges kleines Forschungsprojekt zum Thema und führen dies in Kleingruppen durch. Diese Phase umfasst
- Themenfindung und Formulierung einer Forschungsfrage
- Formulierung eines Exposés (gesellschaftspolitische Relevanz, Fragestellung, Stand der Forschung und Forschungslücke, theoretische Grundlage, geeignete Forschungsmethoden, erwartete Ergebnisse)
- Methodengeleitete empirische Erhebung
- Auswertung des empirischen Materials
- Abschlusspräsentation
- Verfassen eines Abschlussberichts
- Dzudzek, Iris, und Lisa Kamphaus, Hrsg. 2025. Gesundheit in der nachhaltigen Stadt: Vorschlag für ein kommunales Handlungsprogramm „Gesunde Stadt Münster”. Münster.
- Kistemann, Thomas, Jürgen Schweikart, und Carsten Butsch. 2019. Medizinische Geographie. Druck A. Braunschweig: Westermann.
- Köckler, Heike. 2024. Umweltbezogene Gerechtigkeit als Leitbild auch in Zeiten des Klimawandels. In Jahrbuch StadtRegion 2023/2024: Stadt, Raum und Gesundheit, Hrsg. Jörg Pohlan, Frank Othengrafen, Simon Güntner, Henning Nuissl, und Brigitta Schmidt-Lauber, 113–135. Wiesbaden: Springer Fachmedien. https://doi.org/10.1007/978-3-658-44315-3_6.
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
Inhalte und Ziele
Das Modul "Grundlagen Humangeographie" steht am Beginn des Studiums. Ziel des Moduls ist es, den Studierenden zentrale Themenbereiche, Problemstellungen und Arbeitsweisen zu vermitteln. In einer Zeit, in der die Erde von anhaltendem Bevölkerungswachstum, von weitreichenden globalen Umweltveränderungen, von einer zunehmenden Verknappung natürlicher Ressourcen und sozialen und ökonomischen Umbrüchen im Zuge der Globalisierung geprägt ist, kommt der Geographie eine Schlüsselrolle zu. Sie vermittelt Wissen über Problemzusammenhänge, weckt Verständnis und Engagement für Belange der Zukunftssicherung und leisten im Rahmen ihrer fachlichen Kompetenz fundierte Beiträge zur Lösung von Konflikten
Die Grundvorlesung (4SWS) vermittelt in diesem Rahmen einen Überblick über das Gesamtgebiet der Geographie. Diese Vorlesung wird als Intensivveranstaltung angeboten und gibt den Studierenden direkt zu Beginn des Studiums eine wichtige Orientierung. Sie liefert einen Überblick über die Fachinhalte, die mit Hilfe von elektronisch bereitgestellten Präsentationen und mit Hilfe eines ergänzenden Literaturstudiums ergänzt und nachbearbeitet werden müssen.
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
- Lehrende/r: Jan Hutta
- Lehrende/r: Samuel Mössner
- Lehrende/r: Sarah Ruth Sippel
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
Inhalte und Ziele
Das Modul "Grundlagen Humangeographie" steht am Beginn des Studiums. Ziel des Moduls ist es, den Studierenden zentrale Themenbereiche, Problemstellungen und Arbeitsweisen zu vermitteln. In einer Zeit, in der die Erde von anhaltendem Bevölkerungswachstum, von weitreichenden globalen Umweltveränderungen, von einer zunehmenden Verknappung natürlicher Ressourcen und sozialen und ökonomischen Umbrüchen im Zuge der Globalisierung geprägt ist, kommt der Geographie eine Schlüsselrolle zu. Sie vermittelt Wissen über Problemzusammenhänge, weckt Verständnis und Engagement für Belange der Zukunftssicherung und leisten im Rahmen ihrer fachlichen Kompetenz fundierte Beiträge zur Lösung von Konflikten
Die Grundvorlesung (4SWS) vermittelt in diesem Rahmen einen Überblick über das Gesamtgebiet der Geographie. Diese Vorlesung wird als Intensivveranstaltung angeboten und gibt den Studierenden direkt zu Beginn des Studiums eine wichtige Orientierung. Sie liefert einen Überblick über die Fachinhalte, die mit Hilfe von elektronisch bereitgestellten Präsentationen und mit Hilfe eines ergänzenden Literaturstudiums ergänzt und nachbearbeitet werden müssen.
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
- Lehrende/r: Jan Hutta
- Lehrende/r: Samuel Mössner
- Lehrende/r: Tino Petzold
- Lehrende/r: Paul Reuber
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
Inhalte und Ziele
Das Modul "Grundlagen Humangeographie" steht am Beginn des Studiums. Ziel des Moduls ist es, den Studierenden zentrale Themenbereiche, Problemstellungen und Arbeitsweisen zu vermitteln. In einer Zeit, in der die Erde von anhaltendem Bevölkerungswachstum, von weitreichenden globalen Umweltveränderungen, von einer zunehmenden Verknappung natürlicher Ressourcen und sozialen und ökonomischen Umbrüchen im Zuge der Globalisierung geprägt ist, kommt der Geographie eine Schlüsselrolle zu. Sie vermittelt Wissen über Problemzusammenhänge, weckt Verständnis und Engagement für Belange der Zukunftssicherung und leisten im Rahmen ihrer fachlichen Kompetenz fundierte Beiträge zur Lösung von Konflikten
Die Grundvorlesung (4SWS) vermittelt in diesem Rahmen einen Überblick über das Gesamtgebiet der Geographie. Diese Vorlesung wird als Intensivveranstaltung angeboten und gibt den Studierenden direkt zu Beginn des Studiums eine wichtige Orientierung. Sie liefert einen Überblick über die Fachinhalte, die mit Hilfe von elektronisch bereitgestellten Präsentationen und mit Hilfe eines ergänzenden Literaturstudiums ergänzt und nachbearbeitet werden müssen.
- Lehrende/r: Rosa Aue
- Lehrende/r: Elias Johannes Conrad
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
- Lehrende/r: Nadine Härtl
- Lehrende/r: Jan Hutta
- Lehrende/r: Lilly Anjana Lautermann
- Lehrende/r: Petra Lütke
- Lehrende/r: Samuel Mössner
- Lehrende/r: Paul Reuber
- Lehrende/r: Jan David Schmidt
- Lehrende/r: Maximilian Viktor Louis Schrobenhauser
- Lehrende/r: Sarah Ruth Sippel
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
- Lehrende/r: Paul Reuber
- Lehrende/r: Tobias Breuckmann
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
In diesem Seminar lernen Sie die zentralen Erhebungs- und Analysetechniken der Humangeographie, ihre (erkenntnis-)theoretischen Grundlagen sowie Umsetzungs- und Anwendungsmöglichkeiten kennen. Geleitet von einem Themenfokus erproben die Studierenden in Kleingruppen unterschiedliche Methoden von der Datengewinnung im Feld über Datenaufbereitung und Analyseverfahren bis hin zur Datenauswertung. Auf diese Weise erfahren die Studierenden im „Praxistest”, dass unterschiedliche Fragestellungen unterschiedliche methodische Herangehensweisen erfordern und wie sich davon abhängig der Blickwinkel auf ein und dasselbe Themenfeld verschieben kann.
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
Die Vorlesung "Stadtgeographie" vermittelt Grundlagen der Stadtgeographie sowie die Geschichte der Stadt. Anhand ausgewählter Forschungsfelder wie Global und World Cities, der unternehmerischen Stadt, Wohnen, Urbaner Politischer Ökologie, feministischer Stadtgeographie, Smart Cities, Arrival und Solidarity Cities sowie der Gesunden Stadt lernen Sie, dass Stadt nicht nur ein Brennglas gesellschaftlicher Krisen und eine Arena gesellschaftlicher Auseinandersetzung ist, sondern auch ein Ort der Transformation, Innovation und Emanzipation, den Sie aktiv mitgestalten können.
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
Kaum explizit wahrgenommen befinden sich in den meisten Städten oft mehr oder weniger abgeschlossene Räume, in denen Menschen psychiatrisch behandelt, dauerhaft verwahrt oder übergangsweise und zu Verwaltungszwecken gemeinschaftlich untergebracht werden. So auch in Münster, wie etwa das LWL-Psychiatrie-Gelände am Wienburgpark, die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende in der Oxford-Kaserne oder die inzwischen baufällige JVA in der Gartenstraße. Die Liste der sozialarbeiterischen, sicherheitspolitischen und medizinischen Einrichtungen ließe sich noch deutlich länger fortführen. Diese Institutionen dienen der Hilfe, der Besserung oder des Schutzes der Gesellschaft vor ‚gefährlichen Personen‘. In historischer und geographischer Perspektive zeigt sich, dass die Grenzen zwischen Normalität und Krankheit, Delinquenz, Abweichung nicht immer gleich gezogen wurden. Einhegung war und ist eine verräumlichte Machttechnologie, in der der Normalitätsbereich von Gesellschaft erst hervorgebracht wird. Nach diesem Verständnis ist die Gesellschaft keine objektive Gegebenheit, die sich auf neutralem Terrain konstituiert, sondern ein ständig umkämpftes Feld, was von Machtverhältnissen durchzogen ist und ein bestimmtes Bild von Normalität erzeugt. Um eine solche historische und keinesfalls neutrale Form der Gesellschaft zu (re-)produzieren, bedarf es mitunter dieser Institutionen. Dafür werden konkrete räumliche Konstellationen geschaffen, welche die Bearbeitung der Betroffenen durch unterschiedliche Machttechniken erleichtern sollen. Ziel des Projektseminars soll es sein, unterschiedliche Institutionen dieser Einhegung zu untersuchen, ihre räumlichen Strukturen in Zusammenhang mit ihren Verfahrensweisen zu identifizieren und in ihrer Verwiesenheit auf eben jene Normalitätsbereiche der Gesamtgesellschaft zu analysieren. Dabei sollen unterschiedliche Elemente dieser Machtverhältnisse wie Diskurse, Subjektivierungsweisen und Materialitäten untersucht und analytisch aufeinander bezogen werden.
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
Inhalte und Ziele
Das Modul "Grundlagen Humangeographie" steht am Beginn des Studiums. Ziel des Moduls ist es, den Studierenden zentrale Themenbereiche, Problemstellungen und Arbeitsweisen zu vermitteln. In einer Zeit, in der die Erde von anhaltendem Bevölkerungswachstum, von weitreichenden globalen Umweltveränderungen, von einer zunehmenden Verknappung natürlicher Ressourcen und sozialen und ökonomischen Umbrüchen im Zuge der Globalisierung geprägt ist, kommt der Geographie eine Schlüsselrolle zu. Sie vermittelt Wissen über Problemzusammenhänge, weckt Verständnis und Engagement für Belange der Zukunftssicherung und leisten im Rahmen ihrer fachlichen Kompetenz fundierte Beiträge zur Lösung von Konflikten
Die Grundvorlesung (4SWS) vermittelt in diesem Rahmen einen Überblick über das Gesamtgebiet der Geographie. Diese Vorlesung wird als Intensivveranstaltung angeboten und gibt den Studierenden direkt zu Beginn des Studiums eine wichtige Orientierung. Sie liefert einen Überblick über die Fachinhalte, die mit Hilfe von elektronisch bereitgestellten Präsentationen und mit Hilfe eines ergänzenden Literaturstudiums ergänzt und nachbearbeitet werden müssen.
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
- Lehrende/r: Samuel Mössner
- Lehrende/r: Paul Reuber
- Lehrende/r: Sonja Schwarze
- Lehrende/r: Christiane Tristl
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
Ziel des Seminars ist es, einen Überblick über die zentralen Erhebungs- und Analysetechniken der Humangeographie, ihre (erkenntnis-)theoretischen Grundlagen sowie ihre Umsetzungs- und Anwendungsmöglichkeiten zu vermitteln. Geleitet von einem Themenfokus, der zu Beginn des Seminars gemeinsam festgelegt wird, erproben die Studierenden in Kleingruppen ausgewählte Methoden anhand praxis- und alltagsnaher Beispiele sowie die verschiedenen Schritte empirischen Arbeitens von der Datengewinnung im Feld über Datenaufbereitung und Analyseverfahren bis hin zur Datenauswertung. Auf diese Weise erfahren die Studierenden im „Praxistest”, dass unterschiedliche Fragestellungen unterschiedliche methodische Herangehensweisen erfordern und wie sich davon abhängig der Blickwinkel auf ein und dasselbe Themenfeld verschieben kann.
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
Pandemie, Klimawandel und Energiekrise haben deutlich gemacht, das Überleben auf diesem Planeten steht auf dem Spiel. Die Überschreitung weiterer planetarer Belastungsgrenzen wird als eine der größten Bedrohungen für die menschliche Gesundheit angesehen.
Im Nachgang zur Covid-19-Pandemie ist deutlich geworden, dass globale Gesundheit nur erreicht werden kann, wenn diese neben den Menschen auch die Ökosysteme miteinbezieht, in denen sie leben. Frei nach dem Motto „Gesunde Menschen gibt es nur auf einem gesunden Planeten“ betont das Konzept planetarer Gesundheit die Interdependenzen zwischen Menschen, Tieren und Umwelt.
Die Ökologisierung von Gesundheit verändert dabei auch die politische Logik von Global Health. In Debatten um Planetary Health wird Gesundheit derzeit als normatives Ziel, Regierungsauftrag und als Gegenstand raumbezogener politischer Steuerung neu konstituiert. Wurde bislang Gesundheit vor allem durch Politiken und soziale Programme gefördert, die auf Ebene der Bevölkerung ansetzen (Biopolitik), tritt nun Environmentalität, d.h. eine politische Steuerungslogik in den Vordergrund, die eine gesundheitsfördernde Umgestaltung der Umwelt zum Ziel hat.
Im Projektseminar untersuchen wir im Rahmen einer Diskursanalyse wie Gesundheit und Überleben durch die Regierung von Umwelt und ökologischen Milieus sichergestellt werden sollen und welche Machteffekte diese Regierungsweisen haben. Mit Hilfe von SF (Science Fact, Speculative Fabulation) aus den Science and Technology Studies entwickeln wir einen wissenschaftlichen Dialog darüber, wie Mensch-Umwelt-Verhältnisse im Anthropozän gelingen können. Dieser wird im Rahmen des Kompostfestivals 2023 in Münster zur Aufführung kommen.
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
Wie wird die Zustimmung zu Machtverhältnissen in der Gesellschaft organisiert? Um uns dieser zentralen Frage sowohl von Gesellschaftstheorie als auch von Gesellschaftskritik zu nähern, werden wir in einem ersten Schritt die beiden Konzepte des Diskurses und der Hegemonie erarbeiten: Hegemonie nach Antonio Gramsci, Diskurs nach Michel Foucault, sowie das Zusammendenken von Diskurs und Hegemonie u.a. nach Chantal Mouffe und Ernesto Laclau. Nach einer knappen Abgrenzung zum Begriff der Ideologie nach Louis Althusser liegt der Fokus im zweiten Teil des Lektürekurses auf Feministischen Interventionen in die Konzepte. Dazu ziehen wir feministische Perspektiven auf Diskurs und Hegemonie heran, die „Subjekttheorie als Gesellschaftstheorie und Gesellschaftstheorie als Subjekttheorie“ (Ludwig 2012) denken und damit die Konzepte Diskurs und Hegemonie für die Analyse und Kritik von Geschlechterverhältnissen als Machtverhältnisse fruchtbar machen.
Das Ziel des Seminares ist es somit, einen überblicksartigen Einstieg in die beiden zentralen Konzepte zu geben, welcher ihren Ursprung, ihre Verwobenheit sowie feministische Lesarten umfassen. Der Lektürekurs schließt damit an aktuelle Diskussionen emanzipatorischer Theoriebildung und Praxis an, indem Schlüsselaspekte der Debatte zwischen Poststrukturalismus und Materialismus beleuchtet werden.
Die Teilnahmevoraussetzung für diesen Lektürekurs umfasst eine hohe Bereitschaft, umfangreiche und anspruchsvolle Literatur selbstständig zu lesen und zu erarbeiten. Es wird empfohlen, bereits die Einführungsvorlesung Politische Theorie (oder vergleichbar) abgeschlossen zu haben, und/oder Kenntnisse Feministischer Perspektiven mitzubringen.
Als Studienleistung ist das regelmäßige Erstellen und Einreichen von Leseprotokollen vorgesehen. Die Prüfungsleistung umfasst die Abgabe einer Hausarbeit zu einem abgesprochenen Seminarthema (inkl. Vorab-Einreichung eines Kurz-Exposés). Alles Weitere wird in der ersten Sitzung am Dienstag, 11.10.22 besprochen. Sollten Sie zu dieser Sitzung verhindert sein, melden Sie sich bitte unter henrike.bloemen@uni-muenster.de.
Einführende Literatur:
Dzudzek, Iris; Kunze, Caren; Wullweber, Joscha (Hg.) (2012): Diskurs und Hegemonie. Gesellschaftskritische Perspektiven. Bielefeld.
- Lehrende/r: Henrike Bloemen
Das Seminar diskutiert anhand der Lektüre von Originalliteratur multiperspektivisch Basiskonzepte wie Stadt, relationaler Raum, place, cityness, Zentralität, Autogestion, Urbanisierung des Kapitals, Territorium, Netzwerk & Scale der Human-und Stadtgeographie in aktuellen geographischen Debatten.
Die Studierenden
‒ kennen wesentliche Basiskonzepte der kritischen Human- und Stadtgeographie;
‒ können theoretische Ansätze aus verschiedenen Perspektiven nachvollziehen und kritisieren;
‒ können die Möglichkeiten und Grenzen der jeweiligen Konzepte zur Beschreibung und Erklärung sozialräumlicher Phänomene aufzeigen;
‒ informiert an aktuellen Diskussionen der Theorie und Methodologie der kritischen Human- und Stadtgeographie teilnehmen;
‒ die Basiskonzepte bei der Erklärung von Gegenwartsphänomenen heranziehen.
- Lehrende/r: Iris Dzudzek
Die Corona-Pandemie, der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, Klimakatastrophen wie Überschwemmungen und Waldbrände haben uns in den vergangenen Monaten deutlich gemacht: Wir sind verwundbar. Vulnerabilität beschreibt die Verwundbarkeit eines Menschen gegenüber negativen Einflüssen.
Als Antwort auf die sich verstärkenden Vielfachkrisen entwickelt sich in der Stadtentwicklung seit einiger Zeit das Narrativ der resilienten Stadt. Der Begriff Resilienz kommt aus der Psychologie und beschreibt dort die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit eines Menschen im Umgang mit Problemen, Risiken und Krisen. Eine resiliente Stadt verfügt laut Wuppertalinstitut „über eine hohe Anpassungskapazität und ist in der Lage, sich sowohl reaktiv als auch proaktiv an sich wandelnde Umweltbedingungen anzupassen und sich von den negativen Folgen schnell zu erholen.“ Soweit so gut, doch Resilienz kann auch zu Vertiefung bestehender sozialer Ungleichheiten führen.
Das Projektseminar führt in verschiedene Konzepte und Kritiken von Vulnerabilität und Resilienz ein. Im Rahmen einer Diskursanalyse lernen wir aktuelle Diskurse über die resiliente Stadt kennen und befragen sie auf ihre impliziten Vorannahmen sowie Macht- und Ungleichheitseffekte.
- Lehrende/r: Iris Dzudzek