Archäologische Funde und Befunde gehören zu den zentralen Quellen der Alten Geschichte. Sie eröffnen Zugänge zu historischen Fragestellungen, die über die schriftliche Überlieferung hinausgehen, und erlauben Einblicke in Alltagspraktiken, soziale Strukturen und kulturelle Prozesse. Gleichzeitig stellen sie Historikerinnen und Historiker vor spezifische methodische Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf Interpretation, Kontextualisierung und die Verbindung mit literarischen und epigraphischen Quellen.
Die Übung führt in grundlegende Ansätze und Methoden der Archäologie ein, soweit sie für die historische Analyse relevant sind. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie materielles Erbe als historische Quelle erschlossen und kritisch ausgewertet werden kann. Anhand ausgewählter Fallbeispiele aus der griechisch-römischen Antike werden zentrale Themen wie Siedlungsentwicklung, religiöse Praxis, Wirtschaft und Austausch diskutiert.
Ziel der Übung ist es, ein reflektiertes Verständnis für das Zusammenspiel von archäologischen und schriftlichen Quellen zu entwickeln und deren jeweilige Aussagekraft, Grenzen und Potentiale im Rahmen historischer Fragestellungen zu beurteilen.
- Lehrende/r: Michael Blömer