Das Verhältnis zwischen dem Römischen Reich und seinen östlichen Nachbarn war zwischen dem 1. Jh. v. Chr. und dem frühen 4. Jh. n. Chr. von einem wechselvollen Spannungsfeld aus militärischer Konfrontation, diplomatischer Aushandlung und Phasen stabiler Koexistenz geprägt. Von den Neuordnungen im Osten unter Gnaeus Pompeius Magnus bis zu den Reformen unter Diokletian lassen sich grundlegende Strukturen römischer Außenpolitik ebenso verfolgen wie regionale Dynamiken in Grenzräumen.
Im Zentrum stehen die Beziehungen zu Großmächten wie dem Arsakiden- und dem Sasanidenreich sowie zu kleineren Akteuren zwischen Mittelmeer und Mesopotamien. Militärische Konflikte, Grenzsicherung und Imperiumslogik werden dabei ebenso thematisiert wie diplomatische Praktiken, Klientelpolitik und kulturelle Austauschprozesse.
Das Seminar führt in zentrale Quellen und Forschungsdebatten ein und legt besonderen Wert auf die kritische Analyse literarischer, epigraphischer und archäologischer Zeugnisse. Ziel ist es, die komplexen Formen von „Krieg“ und „Frieden“ im Osten des Imperium Romanum differenziert zu erfassen und in ihren politischen, sozialen und kulturellen Dimensionen zu diskutieren.
- Lehrende/r: Michael Blömer