Münzen zählen zu den wichtigsten und zugleich vielfältigsten Quellen der Alten Geschichte. Sie zirkulieren über große Entfernungen hinweg und verbinden lokale Prägeorte mit überregionalen wirtschaftlichen und politischen Zusammenhängen. Als standardisierte Wertträger strukturieren sie Austauschprozesse, zugleich fungieren sie als bewusst gestaltete Bild- und Textmedien, über die Herrschaftsansprüche, religiöse Vorstellungen und kollektive Identitäten kommuniziert werden. Münzähnliche Objekte wie Medaillen verschieben den Schwerpunkt noch stärker auf diese repräsentative und kommunikative Dimension.

Die Übung führt in die Grundlagen der Numismatik ein und macht mit zentralen Fragestellungen, Methoden und Arbeitsweisen der Disziplin vertraut. Im Mittelpunkt steht der Umgang mit dem Objekt: Bestimmung, Beschreibung und Einordnung von Münzen werden ebenso eingeübt wie die kritische Auswertung numismatischer Quellen im historischen Kontext.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Arbeit mit Originalen. Die Teilnehmenden erhalten die Möglichkeit, Münzen aus der Sammlung des Archäologischen Museums der Universität Münster direkt zu untersuchen. Ergänzend werden digitale Ressourcen und Sammlungsbestände in die Analyse einbezogen, um unterschiedliche Zugänge zur numismatischen Forschung kennenzulernen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2026/27