Die Stadt als eine spezifische Form gesellschaftlichen Zusammenlebens hat eine lange Geschichte und stellt ein epochenübergreifendes Phänomen dar – man denke etwa an wie die Bezeichnung Roms als „ewige Stadt“.

Dabei gilt auch, Stadt ist nicht gleich Stadt. Vielmehr lassen sich historisch ganz unterschiedliche Typen von Städten ausmachen: da wären schon die in der Vormoderne großen Metropolen wie Paris und London, politisch und wirtschaftlich bedeutsame Zentren wie Venedig oder Frankfurt, oder auch Landstädte wie beispielsweise Münster.

Mit den verschiedenen Stadttypen gingen auch unterschiedliche Formen der Organisation des Zusammenlebens einher, sowohl in der zeitlichen Entwicklung als auch im regionalen Vergleich: Die Größe der Städte und damit verbundenen Probleme, die jeweils lokalen Bedingungen zur Ausgestaltung von Herrschaft und politischer Kommunikation sowie das Verhältnis zum Umland im Spannungsverhältnis von Verflechtung und Abgrenzung

Das Proseminar beleuchtet das historische Phänomen Stadt in seiner genuin frühneuzeitlichen Ausprägung. Dabei gibt die Veranstaltung Einblicke in die Perspektiven, die die Forschung auf frühneuzeitliche Stadtgesellschaften, Stadtherrschaften und Stadtentwicklungen gerichtet hat. Im Rahmen des Proseminars werden Fragestellungen etwa der Ritualforschung, der Raumsoziologie und der Umweltgeschichte adressiert. Zudem werden die epochenspezifischen Umbrüche und Entwicklungen der Frühen Neuzeit und ihre Auswirkungen auf bzw. Gestaltung durch Städte in den Blick genommen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2026/27