Solch großer Unfriede herrsche im Lande Westfalen, so ließ Kaiser Karl IV. 1371 verkünden, dass kaum jemand dort noch unbehelligt leben könne. Zu diesem Zeitpunkt stand der Region freilich noch Schlimmeres bevor: Neben zahlreichen kleineren Auseinandersetzungen entspannen sich mit der Großen Dortmunder Fehde (1388/89), der Soester Fehde (1444–1449) und der Münsterischen Stiftsfehde (1450–1457) drei grenzüberschreitende Großkonflikte. Involviert waren neben den dominierenden Territorialmächten auch Städte, Adel und Landbevölkerung; gekämpft wurde nicht allein militärisch, sondern ebenso mit diplomatischen, juristischen, ökonomischen und publizistischen Mitteln. Das Hauptseminar fragt danach, wie solche Konflikte begründet, geführt und erinnert wurden. Es nutzt das breite Panorama des Fehdegeschehens, um Herrschaftsordnung, Sozialgefüge und Gewaltpraktiken des späten Mittelalters exemplarisch zu beleuchten.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WiSe 2026/27