Wie gelangten Studenten im Mittelalter zu ihrem Studienort? Woher kamen sie? Auf welche Weise wurden sie in die Universität aufgenommen? Was studierten sie und wie lange? Von welchen Einkünften bestritten sie ihren Unterhalt? Wo und wie wohnten sie in der Universitätsstadt? Womit kleideten sie sich? Was aßen und tranken sie? Womit verbrachten sie ihre Freizeit? Wie verhielten sie sich in Konflikten untereinander und mit der Stadtbevölkerung? Welche Vorstellungen hatten sie von sich und ihrer Umgebung? Im Mittelpunkt der Übung steht die Analyse normativer, urkundlicher, erzählender, bildlicher und gegenständlicher Quellen der mittelalterlichen Universitätsgeschichte aus alltagsweltlicher Perspektive. Das Ziel besteht darin, Regeln und Ordnungen, Herrschafts- und Abhängigkeitsverhältnisse, Karrieren und Statuskonzepte, rituelle und symbolische Praktiken der mittelalterlichen Universität zu erschließen. Auf diese Weise soll die Universität als Alltags- und Lebenswelt, als ein eigener und zentraler sozialer Erfahrungsraum der gesellschaftlichen Ideen- und Wissensproduktion mit spezifischen Existenzweisen und Lebensstilen begreifbar gemacht werden.

Im Interesse einer allseits erfreulichen, Einsichten vermehrenden Veranstaltung ist die Bereitschaft gefragt, wissenschaftliche Texte (auch in Fremdsprachen) zu lesen, Quellentexte aus dem Lateinischen zu übersetzen und beide Textsorten sowie Gegenstände und Bilder erläuternd vorzustellen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WiSe 2026/27