Das Beschreibmaterial Papyrus war nahezu überall in der griechisch-römischen Welt in Gebrauch. Erhalten haben sich die auf ihm geschriebenen Texte aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen jedoch fast ausschließlich in Ägypten. Als Zeugnisse des antiken Alltags vermögen die Papyri die Lebenswelt des griechisch-römischen Ägypten auf einzigartige Weise zu beleuchten. Die Lehrveranstaltung bietet den TeilnehmerInnen die Möglichkeit, die (weitgehend) regional beschränkten papyrologischen Quellen kennenzulernen. Im Fokus der Übung stehen Briefe, Petitionen bzw. Bittschriften und Texte zur religiös-magischen und medizinischen Praxis, die Einblicke in die Lebenssituation, Lebensführung und Vorstellungswelten von Frauen- und Männerleben erlauben. Geübt werden soll das rasche Verständnis dieser Dokumente und deren historische Interpretation. Das Ziel der Lehrveranstaltung ist, den TeilnehmerInnen einen anschaulichen Eindruck über die reichhaltige Papyrusevidenz des griechisch-römischen Ägypten zu vermitteln, die als Artikulation des menschlichen Individuums und der individuellen Lebenswirklichkeiten in den jeweiligen Lebenswelten gelten können.
- Lehrende/r: Patrick-Antoine Sänger